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DAS FACHMAGAZIN FÜR BIOENERGIE UND -ÖKONOMIE Mittwoch, 20.06.2018

Christian Grachtrup macht es vor5_11_kup_gr

Im Prinzip ist es sofort umsetzbar, aber auch in die Zukunft gedacht, wenn Heizbrennstoffe teuer oder knapp werden: Ein wenig nur mühsam nutzbare Ackerfläche gibt es wohl in vielen landwirtschaftlichen Betrieben, auf denen kleine Mengen Brennholz erzeugt werden könnten.

Die Zutaten: eine Hofstelle mit 220 Quadratmeter Wohnfläche, eine Holzheizung und mehr oder weniger viel Ackerland. Diese oder ähnliche Kombinationen wird es wohl tausendfach geben. Mal ist die Hofstelle ein moderner Landwirtschaftsbetrieb mit Stall und etlichen Hektar Ackerfläche, mal nur noch ein Resthof mit nicht einmal zwei Hektar Fläche wie bei Christian Grachtrup in Herzebrock-Clarholz am Südfuß des Teutoburger Waldes.

Auf der Messe IFAT zeigte Terra Nova Energy eine Anlage im Modell.
Treber und Faulschlamm aus Kläranlagen sind naß, andere Reststoffe brennen aus anderen Gründen schlecht. Bisher mußten sie mit hohem Energieaufwand getrocknet werden, wollte oder mußte man sie – wie Klärschlamm – verbrennen. Auf der IFAT, einer Messe für die Abfall- und Abwasserwirtschaft in München, stellten gleich mehrere Anbieter Verfahren zur hydrothermalen Carbonisierung vor, bei denen Biomasse unter hohem Druck von 20 bis 35 Bar und unter Zusatz von Katalysatoren auf etwa 200 Grad erhitzt wird.

Energiequelle und C-Senke zugleich

Forscher der Fachhochschule Bingen und der Universität Bayreuth entwickelten das Pyrolyse-Verfahren, bei dem in einem Reaktor aus biogenen Reststoffen Biokohle produziert wird. Das Verfahren an sich wurde bereits in einer Pilotanlage der FH Bingen (energie pflanzen Ausgabe 5/2009, Seite 40) erprobt. Inzwischen wurde es zur Serienreife entwickelt und im Juni der erste dieser seriengefertigten Reaktoren auf einem Kompostbetrieb nahe Lausanne in Betrieb genommen. Hier wird die Anlage vor allem mit Siebresten gefüttert. Heraus kommen Wärme und „Biokohle“.

Alternative zu Kup-Häckslern

Für die Ernte von holzartiger Biomasse aus Kurzumtriebsplantagen (Kup) und von Stillegungsflächen wird in der Praxis derzeit vielerorts noch nach der besten Technik gesucht. Auf dem deutschen Markt führt die Firma Jenz Maschinenbau mit dem „Bio-Baler“ eine Maschine für die Ernte und das Pressen in Ballen in einem Schritt ein. Die Maschine wurde Mitte Dezember im Praxiseinsatz auf der firmeneigenen Kurzumtriebsplantage in Petershagen vorgestellt.

Technische Daten des Bio-Baler.

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Als wir im Rahmen unserer Finnland-Tour im Herbst 2010 das weltweit größte Biomasse-Kraftwerk in Pietarsaari/Jakobstad besuchen, stehen dort alle Räder still. Es wird aber nicht gestreikt, sondern das Werk läuft nicht, weil ein Bauteil defekt ist: der Induktor, der Rotor der Energieerzeugung, ist kaputt und wird gerade ausgebaut.

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In Deutschland ist es nicht üblich und durch die fehlenden Endnutzungen auch nicht in diesem Umfang möglich: die Stockrodung zur Energieholzgewinnung. In Finnland dagegen zählt dieses Arbeitsverfahren mittlerweile zum forstlichen Standard. Wer mit offenen Augen durch die finnischen Wälder fährt, sieht neben den Wegen oftmals mehr oder weniger große Polter aus zerteilten Stubben und auch aus Reisigmaterial. Die Stubben wurden gerodet, um Brennmaterial für die zahlreich vorhandenen Biomasseheizungen zu gewinnen, denn Biomasse, und hier insbesondere Holz, wird langsam knapp in Finnland. Aber man wandelt auch Wald in Ackerflächen um.




Wer immer gut informiert sein will, muß die Zeitschrift energie aus pflanzen lesen.
Kompetente Fachinformationen rund um nachwachsende Rohstoffe und erneuerbare Energien.

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