- Anzeige -
- Anzeige -
FORSTFACHVERLAG GMBH & CO. KG · MOORHOFWEG 11 · 27383 SCHEEßEL · info@forstfachverlag.de · www.forstfachverlag.de · ✆ +49 (0) 4263 / 9395-0
energie pflanzen
DAS FACHMAGAZIN FÜR BIOENERGIE UND -ÖKONOMIE Samstag, 23.06.2018

Auf der Messe IFAT zeigte Terra Nova Energy eine Anlage im Modell.
Treber und Faulschlamm aus Kläranlagen sind naß, andere Reststoffe brennen aus anderen Gründen schlecht. Bisher mußten sie mit hohem Energieaufwand getrocknet werden, wollte oder mußte man sie – wie Klärschlamm – verbrennen. Auf der IFAT, einer Messe für die Abfall- und Abwasserwirtschaft in München, stellten gleich mehrere Anbieter Verfahren zur hydrothermalen Carbonisierung vor, bei denen Biomasse unter hohem Druck von 20 bis 35 Bar und unter Zusatz von Katalysatoren auf etwa 200 Grad erhitzt wird.

Dabei spaltet sich vor allem Wasser aus der organischen Substanz ab. Gleichzeitig wird bei der Reaktion Wärme frei, so daß sich der Prozeß selbst erhalten kann. Übrig bleibt eine kohlenstoffreiche organische Fraktion, die zuweilen auch Biokohle genannt wird. Sie enthält nach Messungen von TFC Engineering, einem der Anlagenanbieter, noch 80 Prozent des Kohlenstoffs der Biomasse. Der Rest verteilt sich auf die ebenfalls entstehende flüssige Fraktion sowie Gas. Die Biokohle verläßt den Reaktor allerdings gemeinsam mit dem Wasser, also naß. Getrocknet und zu Pellets gepreßt oder zermahlen eignet sie sich als Brennstoff mit hohem Energiewert oder als Zusatz in anderen Verfahren wie der Zementherstellung. Die Biokohle ist zudem logistisch einfacher zu handhaben als die Ausgangsstoffe.

Angetrieben hat die Entwicklung wohl vor allem die Notwendigkeit zur Entsorgung von Klärschlamm. So muß Klärschlamm in der Schweiz demnächst in Monoverbrennung entsorgt werden, um das Phosphat besser rückgewinnen zu können. Eine Alternative zur teuren Trocknung wird dort also einen Markt finden. Ob sie das energetisch wie wirtschaftlich wirklich ist, muß sich allerdings noch erweisen, so ein Mitarbeiter von TFC Engineering. Diese Firma wie auch der Mitbewerber Terra Nova Energy bauen derzeit Pilot- oder Testanlagen für Klärschlamm, teilweise auch Grüngut. Die Nutzung von Grüngut und anderen biogenen Reststoffen ist ein weiterer, die Entwicklung treibender Faktor. Diese Biomasse hatte auch ein Forschungsprojekt im Blick, aus dem inzwischen die Firma Hydrocarb entstand. Auch könne mit der Carbonisierung von Biomasse CO2 eingespart werden, so das Argument der G + R Technology Group, die ihr ursprüngliches Hauptgeschäft der Tierkörperverwertung mittlerweile ausweitete. Der Absatz der Biokohle ist jedoch noch ungewiß. Als Wertstoff, beispielsweise als Ersatz für fossile Kohle in der Zementindustrie, ist die Biokohle jedenfalls noch nicht konkurrenzfähig. Aber abgesehen von der Wirtschaftlichkeit sind die Verfahren selbst derzeit auch eher weniger als mehr ausgereift.

www.tfc-engineering.li
www.grgmbh.de
www.terranova-energy.com
www.hydrocarb.de

Dieser Artikel ist in der Ausgabe 5 / 2010 energie pflanzen erschienen.




Wer immer gut informiert sein will, muß die Zeitschrift energie aus pflanzen lesen.
Kompetente Fachinformationen rund um nachwachsende Rohstoffe und erneuerbare Energien.

nach oben | Startseite

    © 2018 Forstfachverlag GmbH & Co. KG KONTAKT | AGB | DATENSCHUTZ | IMPRESSUM