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energie pflanzen
DAS FACHMAGAZIN FÜR BIOENERGIE UND -ÖKONOMIE Samstag, 23.06.2018

eh_aggregat2_grEin vielseitiges Energieholz-Aggregat

Wer sich für ein Energieholz-Aggregat entscheidet, will damit in der Regel nur Energieholz ernten. Wenn der Bestand es jedoch erlaubt, möchte man wohl auch das anfallende Industrieholz mit aufarbeiten, aber auch hier und da mal einen wertvollen Sägeabschnitt aushalten. Das erhöht den Deckungsbeitrag auf der Fläche und verbessert die Wirtschaftlichkeit der Energieholz-Ernte. Mit einem „normalen“ Energieholz-Kopf ist das nicht möglich, aber mit dem finnischen Energieholz-Aggregat Moipu 300 ES geht das, denn das Moipu ist für diese Aufgabe mit zwei Vorschubwalzen ausgerüstet.

Martin Buchriegler (28) aus Kleinreifling bei Steyr in Österreich erntet Energieholz nach seiner eigenen Methode. Er hat an seinem neuen Rückezug HSM 208F das Moipu Energieholzaggregat 300 ES montiert. Seit Dezember 2008 ist diese Kombination jetzt im Einsatz. Der HSM 208F wurde speziell für diesen Einsatzzweck aufgerüstet. Um das Aggregat am zehn Meter reichenden Loglift 111 rundherum einsetzen zu können, wird das Stirngitter der Maschine entfernt, ebenso das Heckteil und die Rungen. Martin Buchriegler hat sich für das Moipu 300 ES entschieden, weil es zur Zeit das einzige Energieholzaggregat mit Vorschubwalzen auf dem Markt ist. So kann er das verwertbare Faserholz und hier und da auch mal Sägeabschnitte mit aushalten. Je nach dem, was der Bestand hergibt.

Auch Entasten ist möglich

eh_aggregat3_grDas erhöht nicht nur den Deckungsbeitrag auf der Fläche, sondern sorgt auch für eine bessere Akzeptanz des Verfahrens bei den Waldbesitzern. Wenn es gewünscht wird, kann er das Energieholz sogar entasten, damit bei Bedarf die Äste im Bestand bleiben. Das macht er bei sehr schlechten Bodenverhältnissen beziehungsweise nährstoffarmen Böden. Hier, im Bestand des ÖBF-Reviers Münichreith, sind Gassen anzulegen sowie gleichzeitig die Blöcke zu durchforsten. Der Arbeitsauftrag lautet: Erstdurchforstung. Das heißt für Buchriegler auch, bei den Z-Bäumen die Bedränger zu entnehmen. Der Bestand weist eine leichte Hangneigung auf. Buchriegler fährt mit dem HSM rückwärts in die anzulegende Schneise. Durch die zehn Meter Reichweite des Krans kann er gut vor der Maschine arbeiten. Im ersten Durchgang legt er die Gasse an, wendet unten und fährt den Hang in der gleichen Gasse wieder hoch. Hierbei arbeitet er rechts und links neben der Gasse die Blöcke auf. Hier fällt neben dem Energieholz auch das eine oder andere Stück Industrieholz an. Diese Stücke dürfen drei bis fünf Meter lang sein. Die muß er allerdings noch nach Augenmaß aufarbeiten, denn eine Vermessung für sein Aggregat bekommt er erst Anfang 2009.

Nach der Aufarbeitung baut er Heckteil und Rungenteil sowie das Stirngitter auf und beginnt mit dem Rücken des Industrie- und des Energieholzes. Das gesamte Holz lädt er übrigens auch mit dem Moipu-Aggregat auf. Bei sehr großen Mengen wäre es allerdings von Vorteil, das Aggregat gegen einen speziellen Greifer zu tauschen. Aber Buchriegler „lernt“ noch. Er experimentiert zur Zeit noch herum, um die beste Arbeitsmethode herauszufinden. Mit den ersten Ergebnissen ist er jedoch schon sehr zufrieden. Nach dem „Fällschnitt“, also dem Abkneifen des Baumes mit dem Messer, kann der Baum aufrecht stehend bewegt werden, so zum Beispiel über Verjüngungen heraus, denn er reicht mit dem Kran sieben bis acht Meter hoch.

eh_aggregat4_grIn dieser Form hofft er auch auf weitere Aufträge aus dem Bereich Trassenpflege. So zum Beispiel unter Leitungen oder beim Straßenbegleitgrün. Bis zu fünf dünne Stämme kann er gleichzeitig packen, darum könnte er auch beim Läutern mit dieser Maschine erfolgreich eingesetzt werden.  Ebenfalls kann beim Herausheben eines Energieholzbündels durch die Tiltfunktion des Aggregats das Bündel aufrecht stehend zwischen den verbleibenden Bäumen herausgehoben werden. Das ist natürlich bei der Bestandesschonung ein großer Vorteil.

Gute Chancen in der Zukunft

Der österreichische Moipu-Vertreter Hubert Renner sieht eine große Zukunft für diesen Aggregattyp. Er selbst ist als Förster in einer Privatforstverwaltung tätig und betreibt ein technisches Büro für Forstwirtschaft. Renner setzt im eigenen Betrieb einen John Deere 1110 ein, der mit einem Moipu 400 E ausgestattet ist. Damit ist er zur Zeit voll ausgelastet. Energieholz brummt, so der Förster. Der große Vorteil des Moipu 300 ES liegt auch darin, daß man Energieholz-Stammware erzeugen kann. So ist das Transportproblem plötzlich keines mehr, denn jeder Rundholz-Lkw kann dieses Holz transportieren.

Mit dieser Technik sollen die hier und da vorhandenen Durchforstungsrückstände und Pflegerückstände aufgearbeitet werden. Renner und auch Buchriegler sehen für diese Kombination aus Energieholzaggregat mit Vorschubwalzen in Kombination mit dem Rückezug eine große Chance für die Zukunft, denn mit dem Harvester wäre diese Arbeit zu teuer. Aber mit dem Forwarder und dem Moipu geht die Rechnung sehr gut auf. Martin Buchriegler hat ausgerechnet, was er am Tag schaffen muß, um schwarze Zahlen zu schreiben. Von diesem Ziel ist er nicht mehr weit entfernt. Hat er sich und die Maschine erst einmal eingearbeitet, wird er diese Leistung bringen.

Dieter Biernath

Dieser Artikel ist in der Ausgabe 1 / 2009 energie pflanzen erschienen.





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