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DAS FACHMAGAZIN FÜR BIOENERGIE UND -ÖKONOMIE Sonntag, 22.09.2019

Das Rauchgas wird in einem, an das Kesselhaus angebauten Elektrofilter gereinigt. Darunter befinden sich die Aschesilos und schräg rechts dahinter die Turbinenhalle.Holz-Heizkraftwerk beliefert Medizinprodukte-Hersteller in Melsungen

Für die Wärmewende gilt Biomasse als unverzichtbar zur Erzeugung von Prozesswärme. Technisch ist das kein Problem wie das Beispiel „HolzEnergieWerk“ Melsungen zeigt. Doch gab es bereits Veränderungen in der Brennstoffbelieferung; und ohne die Boni des EEG 2012 auf die Stromvergütung würde die Wirtschaftlichkeit fehlen.


Wir bezeichnen die Anlage als Holz-EnergieWerk“, erklärt Helmut Hoffmann, bei der Firma Prolignis Betriebsmanagement GmbH für Projektentwicklung und Betriebsführung zuständig. Die Firma Prolignis betreibt in Melsungen ein Holz-Heizkraftwerk, das vor allem Prozesswärme für einen industriellen Hersteller von Medizinprodukten erzeugt.

Die Idee zur „HolzHeizKraftWerk Melsungen GmbH & Co. KG“ entstand im Jahr 2012. Der Medizinproduktehersteller B. Braun suchte nach einer langfristig gesicherten Energieversorgung zu kalkulierbaren Preisen und mit geringer Abhängigkeit von Gas- und Öllieferanten. Dafür Holz zu nutzen, war im Nordhessischen Bergland naheliegend.

Ein Jahr nach der Auftragsvergabe im Jahr 2012 erfolgte der erste Spatenstich und Ende 2014 die Inbetriebnahme. Das liegt im Rahmen für ein Werk mit 21,6 Megawatt Gesamtfeuerungswärmeleistung und einer Investitionssumme von über 30 Millionen Euro. Der Holzverbrauch liegt bei jährlich etwa 70.000 Tonnen, entsprechend 38.000 Tonnen Trockenmasse. Angeliefert wird das Brennmaterial per Lkw: 2.200 Ladungen im Jahr oder zehn je Werktag.

Prozesswärme- mit Stromerzeugung zu kombinieren, ist laut Hoffmann wirtschaftlich nötig, aber bietet sich auch technisch an. So kann der durch das Holzfeuer im Kessel erzeugte Dampf besser ausgenutzt werden: Wird weniger Prozessdampf abgenommen, wird er zur Stromproduktion genutzt. „Effiziente Umsatzquoten sind das Plus der Holzenergie“, betont Hoffmann.

Gezielte Dampfentnahme

Im großzügigen Maschinenraum ist es laut. Den Lärm erzeugen die Dampfturbine und der Generator. In der Maschinenhalle ist es lediglich warm, obwohl der Dampf mit einer Temperatur von etwa 480 Grad und einem Druck von 63 bis 65 Bar in die Turbine strömt. Alle dampfführenden Rohre und Teile sind gut isoliert. Und davon gibt es viele. Neben der Dampfzuleitung existieren drei Ableitungen, denn die Turbine ist in zwei getrennte Stufen aufgeteilt, in denen der Dampf jeweils über Turbinenschaufeln die Welle für den Generator antreibt. Nach der ersten Stufe hat sich der Dampf auf 320 Grad und 17 Bar entspannt. An dieser Stelle wird der Prozessdampf – Entnahmedampf genannt – für das B. Braun-Werk entnommen, wo er vor allem zur Sterilisation von Behältern benötigt wird. Auf der Leitung steht „MD“ auf rotem Untergrund: für Mitteldruckdampf. 85 Prozent des erzeugten Dampfs werden hier entnommen, jährlich 76.000 Megawattstunden. Ein Aufkleber mit „HD“ für Hochdruckdampf bezeichnet das Zuleitungsrohr zur Turbine. „ND“ für Niederdruckdampf findet sich an der sogenannten Anzapfung der Turbine. Aus letzterem wird die Heizwärme gewonnen, die etwa 15 Prozent des ausgekoppelten Dampfes ausmacht. Und schließlich gibt es noch den „Abdampf“, der trotz nur noch etwa 36 Grad Temperatur nicht automatisch kondensiert, weil der Druck auf dem Weg durch die Turbine auf sehr geringe 0,06 Bar sank. Durch Luftkondensator und Druckausgleich wird daraus wieder Wasser, das erneut in den Kreislauf eingespeist wird. Auch alle anderen entnommenen Dampfströme fließen letztlich in den Speisewasserbehälter zurück. Je Stunde entstehen insgesamt etwa 25 Tonnen Dampf. [...]

Dorothee Meier

Der komplette Artikel ist in der Ausgabe 4 / 2019 energie AUS PFLANZEN erschienen.

www.prolignis.de




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