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DAS FACHMAGAZIN FÜR BIOENERGIE UND -ÖKONOMIE Samstag, 25.05.2019

Die Wärme wird durch flexible Leitungen verteilt. / Foto: BucherSeit 25 Jahren dient Restholz der Wärmeversorgung in Escholzmatt

Im Schweizer Entlebuch betreibt die Josef Bucher AG seit 25 Jahren ein Wärmenetz für denbOrt und nutzt dafür das Restholz des eigenen Sägewerks. Im jüngsten Ausbauschritt lösten Holzvergaser die reinen Holzfeuerungen teilweise ab.


Das Entlebuch mit seinen vielen Mooren neben Karstgestein im Kanton Luzern ist mehrfach Vorreiter. Es ist das erste UNESCO-Biosphärenreservat auf Grundlage einer Volksabstimmung. Und in Escholzmatt ziemlich weit im Westen des Gebietes gibt es mit der Josef Bucher AG einen weiteren Vorreiter, einen in Sachen Holzenergie. Anfang des 20. Jahrhunderts gegründet, um Holzschindeln herzustellen, entwickelte sich der Betrieb in der inzwischen dritten Generation zum Sägeund Hobelwerk sowie vor allem zum Energielieferanten für den Ort. Energieträger sind die Sägereste. Lange dienten sie nur der Erzeugung von Wärme, mittlerweile auch der von Strom.

Wärmenetz 1.0

Wärmenetz 1.0 entstand Ende der 1980er-Jahre, als der Vater der beiden jetzigen Betreiber beschloss, das ohnehin im Betrieb anfallende Sägerestholz zum Beheizen des Hauses und der Betriebsgebäude sowie zur Wärmeerzeugung für die Holztrocknung zu nutzen. Eigentlich war diese Art der Holznutzung nichts Neues, denn in den ersten Jahrzehnten der Betriebsgeschichte war das trockene Restholz ein sehr begehrter Brennstoff im ganzen Ort. Mit dem billigen Heizöl ab den 1950er-Jahren geriet diese Holzenergie in Vergessenheit, erzählt Hansjörg Bucher, der derzeit den Betrieb mit seinem Bruder Markus führt. Die im Jahr 1987 ang schaffte Kohlbach-Feuerung mit 300 Kilowatt Wärmeleistung wurde allerdings bald abgelöst, denn Anfang der 1990er-Jahre bahnte sich Wärmenetz 2.0 an.

Wärmenetz 2.0

Wärmenetz 2.0 besteht aus zwei Schmid-Feuerungen mit 550 und 1.200 Kilowatt Wärmeleistung. In den beiden Schulhäusern des 3.200-Seelen-Ortes waren die Ölkessel abgängig und sollten ersetzt werden. Ein von den Behörden beauftragter Ingenieur rechnete aus: Die Kilowattstunde Wärme aus einer neuen Ölheizung kostet etwa sieben Rappen, aus an der Schule installierten Holzhackschnitzelkesseln 9,4 Rappen und aus Fernwärme vom Sägewerk Bucher 14 Rappen. Hansjörg Bucher schüttelt noch jetzt den Kopf darüber. Weder der Preis noch die Nutzung von Waldhackschnitzeln waren für ihn nachvollziehbar. Er beauftrage selbst eine Machbarkeitsstudie. Ergebnis: Für 9,2 Rappen je Kilowattstunde – die behördliche Vorgabe – kann er wirtschaftlich rentabel liefern. Neue Abstimmung, und diesmal mit Erfolg.

Im Jahr 1994 ging der erste Schmid-Kessel mit 1.200 Kilowatt Leistung in Betrieb, nachdem der gelernte Holzkaufmann auch die Wärmeleitungen zu den etwa 300 Meter entfernt liegenden Schulgebäuden sowie einem Altersheim verlegt hatte. 1,5 Millionen Kilowattstunden Wärme je Jahr verkaufte er damals. Ohne diese Großabnehmer hätte sich die Investition nicht gelohnt, obwohl der Brennstoff günstig zur Verfügung steht. Zwei Millionen Franken investierten Buchers damals, und dafür mussten sie auch das Kapital ihrer AG erhöhen. Doch das war nur der Anfang. Nun wuchs das Netz stetig, der zweite Holzkessel mit 550 Kilowatt Wärmeleistung kam dazu. [...]

Dorothee Meier

Der komplette Artikel ist in der Ausgabe 2 / 2019 energie AUS PFLANZEN erschienen.

www.holzenergie-wegscheid.de
www.bucherholz.ch




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