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energie pflanzen
DAS FACHMAGAZIN FÜR BIOENERGIE UND -ÖKONOMIE Dienstag, 20.11.2018

Bohrung zur Ermittlung der Wurzelverteilung im Agroforst. / Foto: Marcus SchmidtVorteile von Agroforstsystemen werden zu wenig genutzt

Ein Anbausystem, mehrere Nutzungen: Das sind die Kennzeichen eines modernen Agroforstsystems. Der eigentlich alten Bewirtschaftungsweise können durch jüngste Forschungsergebnisse weitere Funktionen zugewiesen werden. Der Weg zur regulären landwirtschaftlichen Kultur scheitert allerdings eher an politischen und gesetzlichen Rahmenbedingungen.


Agroforstwirtschaft kann sich über eine Nutzungsdauer von 24 Jahren wirtschaftlich durchaus lohnen. Sie birgt aber auf Grund von Schwankungen im Holzpreis und für die Beerntung auch höhere Risiken als die konventionelle Ackernutzung. Eine Anpflanzung ist am ehesten auf mittelguten Böden sinnvoll. Das sind Ergebnisse nach drei Jahren Forschung im Rahmen des Projekts „SIGNAL“.

Der Begriff Agroforstwirtschaft beschreibt den Anbau und die gezielte Bewirtschaftung von Bäumen oder Sträuchern auf landwirtschaftlich genutzten Flächen. Im Fokus des Projektes „SIGNAL“ – Sustainable intensification of agriculture through agroforestry – stand die streifenweise Verbindung von Acker oder Grasland mit Baumstreifen aus Pappel und Weide. Typischerweise folgen zwölf Meter breite Baumstreifen auf 48 Meter breite Feldstreifen und so weiter. Die vom Signal-Projekt untersuchten Flächen befinden sich in Niedersachsen, Thüringen und Brandenburg. Zwei Versuchsflächen sind experimentell, weitere vier Flächen werden von Landwirten in der üblichen Fruchtfolge bewirtschaftet.

Nach den Ergebnissen des Projektes liegt ein Potenzial von Agroforstsystemen in der höheren Nährstoffnutzung. Das führt zur These, dass sich trotz reduzierter Düngung und damit geringerer Grundwasserbelastung ein nahezu gleichbleibendes Ertragsniveau auf dem Acker einstellt. Nicht zuletzt können dadurch Kosten für Überfahrten und Düngemittel eingespart werden.

Weitere Erkenntnisse zu den Auswirkungen einer reduzierten Düngung sollen in der kommenden dreijährigen Projektphase in Zusammenarbeit mit der Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft (TLL) auf einer Fläche bei Jena gewonnen werden: Welches System – konventionell oder Agroforst – wird mit diesen Bedingungen am besten zurechtkommen und wie stark kann die Nitratauswaschung dauerhaft verringert werden? Nitratauswaschung ist im Nordwesten Deutschlands ebenfalls ein wichtiges Thema. Deshalb wird nahe Vechta zum nächsten Winter ein neuer Baumstreifen auf einem Acker angelegt, auf dem untersucht wird, wie schnell und wie stark sich die Auswaschung verringert.

Nutzen und Schutz kombiniert

Agroforstsysteme an sich sind nicht neu. So ist eine klassische Variante zum Beispiel die Haltung von Tieren auf Grünland, in unmittelbarer Kombination mit einzelnen, schutz- und schattenspendenden Bäumen – beispielsweise als Streuobstwiese. Neben der Produktion aus der Tierhaltung können zusätzlich Früchte oder Holz geerntet werden. Eine weitere Variante bilden Ackerflächen zur Produktion von Nahrungsmitteln, die zum Wind- und Erosionsschutz, aber auch zur Einfriedung mit Gehölzstreifen umrandet sind. Auch hier gibt es immer eine Kombination aus Schutzfunktionen – gegen Wind- und Wassererosion – mit Nutzfunktionen wie der Produktion von Nahrungs- oder Futtermitteln sowie der Erzeugung von Brenn- oder Wertholz. Zudem werden durch das Einbringen von Bäumen oder Sträuchern zusätzliche Dienstleistungen für das gesamte Ökosystem erbracht, beispielsweise die Förderung der Biodiversität, eine Verbesserung der Strukturvielfalt und der Schutz gefährdeter Arten. [...]

Prof. Norbert Lamersdorf / Uni Göttingen
Dr. Marcus Schmidt / Uni Göttingen
Carsten Brüggemann / LWK Niedersachsen

www.signal.uni-goettingen.de

Der komplette Artikel ist in der Ausgabe 4 / 2018 energie AUS PFLANZEN erschienen.




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