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energie pflanzen
DAS FACHMAGAZIN FÜR BIOENERGIE UND -ÖKONOMIE Dienstag, 20.11.2018

Heizungsbauer Armin Sopp kam zum Holzvergaser wie die Jungfrau zum Kind. Vielleicht war aber gerade das sein Erfolgsrezept.Vom Heizungsbauer zum Entwickler eines Holzvergasers

Armin Sopp und Claus Ronneburg sind Heizungsbauer und gerieten nur zufällig an einen thermochemischen Holzvergaser. Mit Fleiß, Geduld und vor allem Experimentierfreude entstand ein neuer Vergaser-Typ, den nun der österreichische Kesselbauer Biotech baut und vertreibt.



Einige Patienten der Fachklinik Mahlertshof genießen auf einer Bank unter einer Linde den Frühsommer. Von dem Holzvergaser nur wenige Dutzend Meter weiter bekommen sie nichts mit. Er ist in einer flachen, kleinen und offenen Halle untergebracht. Zu hören sind neben dem Blätterrauschen nur selten Geräusche vom Kratzboden und der Fördertechnik für die Hackschnitzel im Lager. Zu riechen ist nur frische Luft.

Die Holzvergaser-Anlage besteht aus zwei Modulen: Eines sieht aus wie im Prospekt, die Modellbezeichnung HG 25/55 und das Logo des österreichischen Kesselbauers Biotech Energietechnik sind nicht zu übersehen. Dagegen ist der Reaktor gegenüber unverkleidet, der Blick fällt direkt auf die silbrig glänzende Kaschierfolie der Isolierung. „Das ist unser Versuchsreaktor“, erklärt Armin Sopp, Geschäftsführer des Heizungsbauers Ettenberger aus Fulda. Der eigentliche Held ist aber sein Mitarbeiter Claus Ronneburg, denn er entwickelte den Reaktor maßgeblich.

Die Frage nach dem Funktionsprinzip des Holzvergasers beantwortet er etwas ausschweifend: Der Reaktor hat ein Festbett und genauso eine Wirbelschicht, die Gase ziehen im Gleich-, aber auch im Gegenstrom durch den Reaktor. „Entscheidend ist, daß das System im Unterdruck arbeitet“, ergänzt Sopp, „wir lieben den Unterdruck heiß und innig“. Der Sog des Motors halte das System am Laufen. Der Sog zieht durch ansteuerbare Ventile Luft an den nötigen Stellen ein und bewegt die Gase. Damit diese den richtigen Weg nehmen, entwickelte Ronneburg eine ganz eigene Geometrie für den Reaktor. Kein Rost eines Festbettes stoppt den Strom. Einen Ascheaustrag am Reaktor sucht man vergebens.

Ziel sei eine möglichst vollständige Umsetzung des Brennstoffs gewesen, erklärt Sopp. Es sei darum gegangen, die Reduktionszone zu verlängern und dabei die Energie aus der Oxidationszone zu nutzen – dafür sorgen die komplizierte Geometrie und der geniale Mischmasch aus klassischem Gleich- und Gegenstrom, aus festem und bewegtem Brennstoffbett. „Der Reaktor ruht in sich“, beschreibt es Konstrukteur Ronneburg.

Nur Filterasche

Die Asche, die im Vergasungsprozeß entsteht, fliegt mit dem Holzgas aus dem Reaktor heraus und trifft auf keramische Filterkerzen, die Heißgasfilter. An ihnen lagert sich durch den „heiß und innig geliebten“ Unterdruck die Asche außen an den Filterkerzen in einer Schicht ab, das saubere Holzgas wird Richtung Motor durchgezogen.

Zwei Reihen von Filterkerzen gibt es, sie sind zusammen in einem isolierten Zylinder untergebracht. Eine Reihe ist immer in Betrieb, um das kontinuierlich erzeugte Holzgas zu filtern. Überschreitet der Kraftaufwand zum Durchziehen des Holzgases ein bestimmtes Maß, schaltet die Anlage automatisch um. Je nach Art und Qualität des Brennstoffs kann das nach einer halbe Stunde oder einem ganzen Tag sein. [...]

Dorothee Meier

www.biotech-heizung.com

Der komplette Artikel ist in der Ausgabe 3 / 2018 energie AUS PFLANZEN erschienen.




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