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energie pflanzen
DAS FACHMAGAZIN FÜR BIOENERGIE UND -ÖKONOMIE Freitag, 25.05.2018

Gepflegte Wallhecke in Friesland: Bis zum Jahr 2014 wurde das Schnittgut am Feldrand oft verbrannt, inzwischen werden Anstrengungen unternommen, es zu Holzhackschnitzeln zu verarbeiten. / Foto: ClalünaHolzhackschnitzel aus Landschaftspflegematerial effektiv gewinnen

Nicht theoretisch, sondern aus der Praxis heraus erarbeitete das Projekt „greenGain“ Möglichkeiten, Biomasse aus der Landschaftspflege als Energieträger zu gewinnen. Deutscher Partner des EU-Projektes war die Landwirtschaftskammer Niedersachsen.

Landschaftspflegematerial, das ohnehin anfällt, kann in existierende Nutzungsketten für Holzhackschnitzel wirtschaftlich integriert werden. Das zeigte das kürzlich abgeschlossene, internationale Projekt „green-Gain“, an dem auch die Landwirtschaftskammer Niedersachsen beteiligt war und in dessen Rahmen ein Merkblatt zur erfolgreichen Umsetzung von Biomasse-Projekten sowie ein Handbuch für politische Entscheider entstanden.


Bisher galt, daß Landschaftspflegematerial wegen seiner schwierigen Eigenschaften kaum als alleiniger Energieträger für Feuerungen und Heizwerke geeignet ist: Sein Vorkommen ist räumlich verstreut, das Angebot schwankt saisonal und es enthält mehr oder weniger krautige Bestandteile. Oft stoßen Akteure, die an der Handhabung dieses Materials beteiligt sind, auf finanzielle und technische Hürden, beispielsweise eine erschwerte Zugänglichkeit. Zudem können sich nicht alle Akteure passende Maschinen leisten, worunter die Effizienz der durchgeführten Arbeiten leidet. Weitere Probleme sind unklare Verantwortlichkeiten und Anforderungen. Auch fehlen oft Informationen über Vorkommen und Art des Landschaftspflegematerials.

Andererseits ist diese Biomasse ein unvermeidbares Nebenprodukt bei der regelmäßigen und pflichtgemäßen Unterhaltung öffentlicher Bereiche, beispielsweise Straßenrändern, Wasserläufen, geschützten Landschaftselementen wie Wallhecken, öffentlichen Flächen und Erholungsgebieten. Die Arbeiten dienen vorrangig Naturschutz, Sicherheit und Ästhetik, nicht jedoch der Rohstoffgewinnung. Mit dem Projekt „greenGain“ konnte gezeigt werden, wie dieses Landschaftspflegematerial vom teuren Abfall zum Träger erneuerbarer Energie wird und zur lokalen Wertschöpfung beiträgt. Wichtiger aber noch: Der Leitfaden entstand aus der täglichen Praxis in zwei niedersächsischen Landkreisen.

Beispielhaft: Rotenburg Wümme

Im Landkreis Rotenburg Wümme wurde schon zu Projektbeginn im Jahr 2015 die Biomasse aus Unterhaltungsmaßnahmen nahezu vollständig energetisch genutzt. Für die Straßenrandpflege im nördlichen Teil des Landkreises ist die Straßenmeisterei in Bremervörde zuständig. Die Pflegearbeiten selbst, die Verarbeitung zu Holzhackschnitzeln, deren Qualitätsaufwertung durch Trocknung und Siebung sowie deren Vermarktung übernehmen jedoch privatwirtschaftliche Unternehmen. Abgesehen von kurzfristigen Einsätzen bei Unfällen oder Unwettern bestehen die Aufgaben der Straßenmeisterei somit größtenteils aus administrativen und organisatorischen Tätigkeiten, unter anderem Ausschreibung und Vergabe der jährlichen Pflegearbeiten sowie deren Kontrolle.

Weil das Landschaftspflegematerial in diesem Landkreis sowohl erfolgreich als auch wirtschaftlich als Energieträger verwertet wird, diente er als Vorbild für die anderen am Projekt beteiligten Regionen in Spanien, Italien und Tschechien. Jedoch zeigte das Beispiel auch, daß die Veränderung der täglichen Arbeit weg von der direkten Pflege hin zu mehr Management-Aufgaben strukturelle Anpassungen in der Straßenmeisterei erforderte. Insbesondere war und ist entsprechende Zusatzausbildung für das Personal nötig und die Anforderungen an die Qualifikationen neuen Personals sind anzupassen.

Aline Clalüna

Der komplette Artikel ist in der Ausgabe 6 / 2017 energie AUS PFLANZEN erschienen.




Wer immer gut informiert sein will, muß die Zeitschrift energie aus pflanzen lesen.
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