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DAS FACHMAGAZIN FÜR BIOENERGIE UND -ÖKONOMIE Dienstag, 20.11.2018

Das Heizwerk mit den Pufferspeichern und die Solarthermieanlage liegen genau zwischen den beiden Dörfern Neuerkirch und Külz. / Foto: ERS

Neuerkirch und Külz bauten ein Holzheizwerk mit Solarthermieanlage

Auf regionalen Energieträgern sollte die Wärmeversorgung fußen, vor allem Holz aus der Umgebung. Die daran angepaßte Feuerungstechnik konnte die Schmid AG Energy Solutions liefern.


Anfang November war eine Gruppe von der Weltklimakonferenz in Bonn hier“, betont Aloys Schneider, bis vor gut einem Jahr Ortsbürgermeister von Külz im Hunsrück: „Wir haben die Klimaziele 2050 bereits jetzt erreicht“. Viele Gruppen seien schon zu Besuch gekommen, sogar jemand aus Ghana sei mal dabei gewesen, ergänzt sein amtierender Kollege Volker Wichter aus Neuerkirch. Beide sind stolz auf das inzwischen gut ein Jahr alte Holzheizwerk, das genau zwischen den beiden aneinandergrenzenden Dörfern steht, wenn auch noch auf Külzer Gebiet.

Aber das spielt keine Rolle, denn wichtig ist, daß das Heizwerk mit 144 über die Hälfte der Haushalte der beiden Orte sowie die Turnhalle und ein Gemeindehaus mit Wärme versorgt und der Energieträger Holz in der Region geerntet wird. Allein 400 Hektar Wald sind Eigentum der beiden Gemeinden, die zur Verbandsgemeinde Simmern gehören. Bei der Flurbereinigung kaufte die Gemeinde Külz sogar eine an ihren Wald angrenzende Fläche und legte darauf eine Kurzumtriebsplantage an.

Auf Umwegen

In Külz kamen die ersten Überlegungen für ein Nahwärmenetz vor vielen Jahren auf; ein kleines entstand bereits im Jahr 2009. In Neuerkirch entwickelte die AG Ökologie/Umwelt im Rahmen eines kommunalen Entwicklungskonzeptes die Idee, ein Wärmenetz auf Basis von Solarthermie zu bauen, für das in dem kleinen Ort aber der Wärmeverbrauch zu gering war. Doch dann brachte das Planungs- und Ingenieurbüro „ibs Energie“ – beide Orte arbeiteten mit ibs zusammen – die Vorhaben unter einen Hut und schuf damit die wirtschaftliche Grundlage. „Das wurde dann zum Schnellzug“, erinnert sich Wichter.

Im Sommer Sonnen-, im Winter Holzenergie

In den Jahren 2015 und 2016 wurde gebaut: eine Solarthermieanlage von Ritter XL Solar mit etwa 1.400 Quadratmeter Kollektorfläche, die eine durchschnittliche Wärmemenge von 650 Megawattstunden je Jahr liefern soll, und zwei Holzhackschnitzelkessel der Schmid AG Energy Solutions, die mit knapp 2.500 Megawattstunden etwa 80 Prozent zur Wärmedeckung beisteuern. Zwei 60.000-Liter-Pufferspeicher vor dem Heizwerk sorgen für den Ausgleich zwischen Wärmeerzeugung und -verbrauch. PV-Anlagen auf dem Dach tragen zur Stromversorgung bei. Zur Sicherheit wurde zwar auch ein Heizölkessel mit 1,6 Megawatt Leistung eingebaut, der aber bisher nur selten gebraucht wurde. Der Vorrat von etwa 5.000 Litern im Tank würde für maximal drei Tage reichen, relativiert Schneider. Dem stehen umgerechnet 350.000 Liter Heizöl im Jahr gegenüber, die ohne regenerative Wärmeversorgung verbraucht würden. Beim Bau des etwa sechs Kilometer langen Wärmenetzes inklusive Wärmeübergabestation wurde auch gleich eine Leitung fürs Internet verlegt. Zu weit entfernte Gebäude wurden allerdings nicht angeschlossen.

Mit kommunalem Zuschuß

Dennoch erhalten auch sie Unterstützung für eine Wärmeversorgung mit Erneuerbaren. Der Trick der findigen Kommunalpolitiker: Die Pachteinnahmen für Windenergieanlagen auf der Höhe über den Dörfern fließt in einen Extra-Fonds, aus dem jeder Haushalt einen Zuschuß von 4.000 Euro bekommt, wenn er seine Wärmeversorgung umstellt. Ein Hausbesitzer bezahlte damit einen Teil seiner neuen Pelletsheizung, andere deckten damit die Anschlußkosten ans Wärmenetz. „Das überzeugte viele, sich anschließen zu lassen“, betont der Ex-Kommunalpolitiker Schneider. [...]

Dorothee Meier

Der komplette Artikel ist in der Ausgabe 6 / 2017 energie AUS PFLANZEN erschienen.

www.schmid-energy.ch
www.neuerkirch.de
www.kuelz.de

 

 




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