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DAS FACHMAGAZIN FÜR BIOENERGIE UND -ÖKONOMIE Mittwoch, 20.06.2018

chinaschilf_grWerden die Marktchancen für Kup immer besser?

Am 8. März hatte der Ort Bad Füssing seinen großen Tag. Der Österreicher Sepp Zeilinger, der „Gottvater der Stecklingsvermehrung“, hatte zusammen mit den Unternehmen Hargassner und Westtech zu einem Energieholz Feld-Tag geladen. Sehr viele Besucher waren an diesem Tag gekommen, um sich die neueste Pflanz- und Erntetechnik im Energieholzbereich anzusehen. Speziell für Kurzumtriebsplantagen (Kup) wurden einige interessante Verfahren gezeigt: Die Anlage (Pflanzung) einer Kup, die Ernte mit dem Vollernter, die Ernte per Einzelbaumentnahme, der Transport ganzer Bäume mit dem Rückeanhänger, die Rekultivierung einer Kup und schlußendlich die Verbrennung des Hackgutes in speziellen Öfen.

So wurde zum Beispiel mit einer zweiarmigen Setzmaschine hinter einem Schlepper Energieholz in Form von Stecklingen gepflanzt. Diese Pappelstecklinge stammten vom Loryhof Zeilinger in Österreich. Josef (Sepp) Zeilinger gilt als der führende europäische Spezialist, wenn es um die Stecklingsvermehrung geht. Seit mehr als 20 Jahren forscht und experimentiert Zeilinger mit Pappelklonen, die mittlerweile bis nach Japan verkauft werden. Die ertragreichsten Klone sollen aus seiner Zucht stammen, heißt es. Nach fünf Jahren sind diese knapp etwas über handlangen Setzlinge dann zu großen erntefähigen Pappeln herangewachsen. Die Energieholzernte von diesen fünfjährigen Pappeln wurde mit einem Selbstfahrhäcksler des Unternehmens Claas gezeigt. Das Holz wurde ähnlich wie mit einem Maishäcksler geschnitten, gleich gehackt und auf ein Begleitfahrzeug mit Hänger geblasen. Ein anderes Bild zeigte die Energieholzernte mit dem Energieholzfällkopf Woodcracker C150, der die abgeschnittenen Rutenbündel gleich auf den Forwarder legte. Die Köpfe C250 und C350 wurden jeweils am Baggeranbau gezeigt. Mit dem Woodcracker soll Energieholz geerntet werden, das mit der Energieholzerntemaschine von Claas wirtschaftlich nicht geerntet beziehungsweise nicht erreicht werden kann, so zum Beispiel in kleinen vorgebauten Ecken, in sumpfigen Gebieten, also überall dort, wo ein großer Vollernter nicht hinkommt, oder nur unter Verlusten arbeiteten kann.
chinaschilf_1_grWie eine Kup-Fläche wieder zu einer Ackerfläche rekultiviert wird, zeigte man ebenfalls. Hierzu war eine Fräse an einem Schlepper befestigt und fräste die Wurzelreihen komplett um – übrigens rückstandsfrei. Im Rahmenprogramm zeigte man das Heizen mit Energieholz in einer Hargassner Hackgut-Heizung. Ab Mittag wurde dann im Rahmen eines Energiestammtisches im Schloßgarten Riedenburg den zahlreich erschienenen Besuchern erklärt, wie die Anlage von Energieholzflächen professionell gestaltet wird. Sepp Zeilinger vom Loryhof in Österreich berichtete über seine Erfahrungen und gab den Zuhörern wichtige Tips für die Stecklingshandhabung und die erfolgreiche Anlage einer Kup. Über Kosten und Logistik zu Kup sowie über Erfahrungen zu Ernteerträgen berichtete Franz Handler von der Abteilung Verfahrenstechnik der BLT Wieselburg. Werner Steininger von Westtech referierte über die professionelle Energieholzernte mit der Woodcracker- Palette, Ingenieur Hofer von Hargassner berichtete über modernes Heizen mit Hackschnitzeln.

Es darf keine Unterbrechung der Kühlkette geben

Laut Zeilinger erlöst ein Energiewirt in Österreich zum Beispiel für die atro-Tonne Hackschnitzel 145 bis 160 Euro, je nach Region. Warum so viel mehr Geld als in Deutschland? Nun, in Österreich hängt der Hackschnitzelpreis sehr stark vom Heizölpreis ab, und Heizöl kostet in Österreich erheblich mehr als in Deutschland. Obwohl oder auch gerade weil das Benzin dort oftmals etwas günstiger ist. In Deutschland, so erzählt Zeilinger, erlöst er für die atro-Tonne Pappel-Hackschnitzel 95 bis 100 Euro.

Dieter Biernath

Der komplette Artikel ist in der Ausgabe 2 / 2013 energie aus pflanzen erschienen.




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