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DAS FACHMAGAZIN FÜR BIOENERGIE UND -ÖKONOMIE Samstag, 23.06.2018

12_06_holz_grDie Firma Agnion baut Holzvergasungs-Anlagen nach einem innovativen Konzept

Ein Vorzeigeprojekt im bayerischen Achental möchte der Holzvergasung zum Durchbruch verhelfen: Das dortige Vergasungskraftwerk mit einem sogenannten Heatpipe-Reformer überträgt die Technik und Effizienz von Großanlagen auf den Maßstab kleinerer Gemeinden.
Bayern ist wohl kaum irgendwo bayerischer als im Chiemgau: stattliche Dörfer inmitten saftiger Wiesen und wie eine Kulisse die Alpenkette im Hintergrund!

Unweit des Chiemsee-Südufers führt Bernhard Schauberger gerade eine Besuchergruppe über den Biomassehof Achental, als Leberkäs und Schnupftabak zur Sprache kommen. Klar, diese Nahrungs- und Genußmittel sind für einen gestandenen Bayern unverzichtbar, doch was haben sie mit Bioenergie zu tun? „In unserem Heizwerk wird nach Megawattstunden abgerechnet“, erklärt der Mitarbeiter des Biomassehofes, „bei jeder Holzlieferung muß ich Gewicht und Feuchtigkeit wissen“. Folglich werde eine Probe entnommen und in eine Leberkäsform gefüllt. Anstatt der bayerischen Leibspeise kommen die Hackschnitzel in den Ofen und durch die Verdampfung kann hinterher der Wassergehalt bestimmt werden. Dann geht die Gruppe hinüber ins Kesselhaus, wo der Drei-Megawatt-Biomassekessel steht. Heizwerk und Nahwärmenetz werden seit 2010 von einem Kommunalunternehmen der Gemeinde Grassau betrieben. Jährlich 17.000 Schüttraummeter Hackschnitzel aus der Region sorgen dafür, daß es über elf Kilometer Leitungstrassen in 550 Grassauer Haushalten sowie einigen kommunalen und gewerblichen Liegenschaften warm wird.

Mittlere Hackschnitzel-Qualität für die Vergasung

Vorbei führt der Weg am Brennstoffbunker, wo waldfrische Hackschnitzel mit mittlerem bis hohem Rindenanteil eingelagert sind. Der Geruch erinnert an Schnupftabak. „Wir haben drei Qualitäten“, sagt Schauberger, „Hackschnitzel von hoher Qualität nach EN-Norm gehen in den Verkauf im Biomassehof, zum Teil an Privatleute. Die mittlere Qualität wird im Heatpipe- Reformer vergast und die geringste Qualität im Kessel verbrannt“. Seit Mai ist das Hightech-Vergasungskraftwerk in Betrieb. Es besteht aus einem Brennstofflager, dem Heatpipe-Reformer als Vergasungseinheit und dem Blockheizkraftwerk.
Der Gasmotor leistet 400 Kilowatt (elektrisch). Die Wärmeauskopplung liegt bei 630 Kilowatt und soll zur ganzjährigen Grundlastabdeckung des Wärmenetzes dienen. Bei einem Jahresbedarf von 2.500 Tonnen und einer Brennstoffwärmeleistung von 1,3 Megawatt werden damit ein Gesamtwirkungsgrad von 80 Prozent und ein elektrischer Wirkungsgrad von 30 Prozent erreicht. Solche Effizienzwerte waren bisher wesentlich größeren Anlagen vorbehalten.

Christian Dany

Der komplette Artikel ist in der Ausgabe 6 / 2012 energie aus pflanzen erschienen.




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