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energie pflanzen
DAS FACHMAGAZIN FÜR BIOENERGIE UND -ÖKONOMIE Mittwoch, 20.06.2018

2011_06_biokohle_1_grBiokohle war das Thema des 72. Symposiums des ANS in Berlin

Derzeit befindet sich die Nutzung von Biokohle im Pflanzenbau noch im Versuchsstadium. Neben Fragen wie Toxizität und Stabilität spielt auch die Frage des Preises eine Rolle, auch bei der alternativen Nutzung als Brennstoff. Dennoch sind bereits kommerzielle Produkte auf dem Markt.

Das wäre es doch: Nicht verbrannter Kohlenstoff aus Biomasse – Biokohle oder Bio-Char genannt – wird einfach im Boden vergraben und damit der Atmosphäre entzogen, auch Sequestrierung genannt, sowie die Bodenfruchtbarkeit phänomenal verbessert.


Doch so einfach ist das nicht: Mit der Feststellung „Das ist nach dem Düngerecht nicht erlaubt“ verpaßte Hans- Walter Schneichel als Geschäftsführer der Länderarbeitsgemeinschaft der Düngemittelverkehrskontrollstellen manch euphorischem Teilnehmer einen Dämpfer. Für sein 72. Symposium wählte der Arbeitskreis für die Nutzbarmachung von Siedlungsabfällen e. V. (ANS) am 5. und 6. Oktober 2011 in Berlin die Überschrift „Biokohle – Klimaretter oder Mogelpackung?“. Ein bewußt provokant gewählter Titel, wie Rainer Wallmann, 2. Vorsitzender des ANS, bei der Begrüßung zugeben mußte. Aber ein erfolgreicher Schachzug, denn alle Akteure waren in großer Zahl gekommen: rund 200 Teilnehmer, angefangen mit den Herstellern von Kohle aus Biomasse – sowohl durch Pyrolyse, als auch durch Hydrothermale Carbonisierung (HTC) – über die Anwender von Biokohle in der Landwirtschaft bis zu Energieversorgern.

2011_06_biokohle_grInternationales Flair brachte die Beteiligung des Bio-Char-Projekts, das aus dem EU-Programm Interreg IVB North Sea Region finanziert wird. An dem Projekt sind Forschungseinrichtungen aus Belgien, Dänemark, den Niederlanden, Norwegen, Schweden und Schottland sowie deutsche Forscher der Fakultät Ressourcenmanagement der Hochschule für Angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) in Göttingen beteiligt. Derzeit befindet sich die Nutzung von Biokohle im Pflanzenbau noch im Versuchsstadium. Die bisherigen, zahlreichen Feldversuche ergeben noch kein eindeutiges Bild. Dabei war die Idee aus dem Praxiseinsatz von Holzkohle bei untergegangenen Hochkulturen der Indios in Amazonien übernommen worden, wo meterhohe Schichten aus fruchtbarer "Terra Preta" entdeckt worden waren. Neben Fragen wie Toxizität und Stabilität spielt aber auch die Frage des Preises eine Rolle. Zweifel sind angebracht, ob ein Landwirt Biokohle im Wert von einigen tausend Euro pro Hektar bei ungewissem Nutzen im Acker vergräbt. Aber der Preis spielt auch bei der alternativen Nutzung der Biokohle als Brennstoff eine entscheidende Rolle.

Brennstoff aus feuchter Biomasse

Die Biokohle kann ihre Wurzeln als Entsorgungsverfahren nicht leugnen. Die erste HTC-Anlage mit industriellen Dimensionen, die seit April 2010 bei der Kläranlage von Kaiserslautern arbeitet, stellte Marc Buttmann vor. Er verwies auf Ansätze in den 1980er Jahren, aus lästigem Klärschlamm eine Art Rohöl zu gewinnen. Jetzt werden in der Anlage in Kaiserslautern täglich 1,6 Tonnen Kohle aus acht Kubikmeter Klärschlamm gewonnen. [....]

Roland Schnell

Der komplette Artikel ist in der Ausgabe 6 / 2011 energie pflanzen erschienen.





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