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energie pflanzen
DAS FACHMAGAZIN FÜR BIOENERGIE UND -ÖKONOMIE Donnerstag, 21.06.2018

Tagung auf der Ligna: Energieholz sollte als Chance erkannt werden

„Energie aus Holz“ war nicht nur in praktischer Form bei den Ausstellern der Ligna ein Thema, sondern auch der Titel einer Fachtagung. Die Vorträge der Referenten drehten sich um Holzressourcen, Nahwärmenetze für größere Holzheizungen und Kurzumtriebsplantagen als alternative Rohstoffquelle.


Die Stadtwerke Hannover bewirtschaften im Wasserschutzgebiet Fuhrberger Feld 2.000 Hektar Grundwasserschutzwald. Günter Schröder leitet den zuständigen Forstbetrieb und das Holzenergiecenter am Kraftwerk in Hannover-Stöcken. Dort wird mit der Abwärme des Kraftwerks Brennholz getrocknet.

Schröder plädierte eindeutig dafür, den Wald als Rohstoffquelle zu nutzen, denn keine oder eine zu geringe Bewirtschaftung könne auch negative Auswirkungen haben. Als Beispiele nannte er Pflegerückstände und Fäule, die Bäume unbrauchbar mache. Eine nachhaltige Nutzung dagegen bringe Vorteile für alle Beteiligten, vom Waldbesitzer über die Holzindustrie bis hin zu weiteren, meist regionalen Akteuren. Und diese Vorteile beschränkten sich nicht nur auf die wirtschaftliche Ebene, so Schröder, sondern umfaßten auch ökologische und soziale Aspekte, wenn es etwa um die Schaffung von Arbeitsplätzen gehe.
Angesichts der gestiegenen Nachfrage nach Energieholz sollte Waldrestholz konsequent als neues Sortiment genutzt werden, also der ganze Baum einschließlich des Kronenholzes. Auch Holz, das bei der Läuterung und Feinerschließung anfalle, könne sinnvoll verwertet werden. Eine Einschränkung machte Schröder allerdings bei der Baum-Verwertung: Die Nutzung auch der Wurzelstöcke, wie es in Skandinavien praktiziert wird, sieht er kritisch. Wie so oft, ist aber auch bei der Restholznutzung kein allgemeingültiges Urteil möglich: Vor- und Nachteile sollten abgewogen und insbesondere die Aspekte Wirtschaftlichkeit und Umweltschutz in die Entscheidung einbezogen werden.

Nahwärmenetz sorgfältig planen

Nahwärmenetze sieht Michael Kralemann vom Niedersachsen Netzwerk Nachwachsende Rohstoffe (3N) als „Herzstück“ der Wärmeversorgung mit Holz. In seinem Vortrag betonte er die gute Zusammenarbeit aller Akteure – vom Waldbesitzer bis zum Heizungsbauer – die nötig sei, um eine bedarfsgerechte Wärmelieferung sicherzustellen. Besonders günstig für die Kesselauslastung ist eine möglichst gleichmäßige Wärmeabnahme über das ganze Jahr. Abnehmer mit einem Sommerbedarf sind neben Kommunen häufig Industriebetriebe – für die Verhandlungen mit solchen Vertragspartnern kann es für Land- und Forstwirte hilfreich sein, einen Moderator einzusetzen, der sich mit den Bedürfnissen beider Seiten auskennt.

Bei der Standortwahl sollte sorgfältig vorgegangen werden, und hier könne der Vorteil ausgespielt werden, daß Holz mobil ist: „Im Vergleich zur Abwärmenutzung einer Biogasanlage ist Holz immer teurer, aber die Biogasanlage ist für das Wärmenetz schon auf einen bestimmten Umkreis festgelegt“, so Kralemann. Je nach Größe des Wärmenetzes können unterschiedliche Betreiber-Modelle sinnvoll sein: von einer Genossenschaft mit wenigen, regionalen Akteuren bis hin zum Energieversorger.

Eher auf Landwirte gemünzt war der Titel des Vortrags von Christian Ihl: „Feldholz oder Mais – wann wird die Pappel konkurrenzfähig?“ Ihl ist bei der Bioenergieberatung von 3N für schnellwachsende Baumarten zuständig. Eine präzise und allgemeingültige Antwort hatte wohl kein Zuhörer erwartet – denn wie so oft sind die entscheidenden Faktoren der Standort und weitere Rahmenbedingungen wie die verfügbare Logistik. Bei allen Vor- und Nachteilen, die ein Land- oder Forstwirt abwägen muß, der mit dem Gedanken spielt, eine Kurzumtriebsplantage anzulegen, schloß Ihl mit einem positiven Fazit: Die nötigen Voraussetzungen für den wirtschaftlichen Betrieb einer Kup seien vorhanden und diese somit eine Alternative zu konventionellen Kulturen. Bei der eingesetzten Technik gebe es durchaus noch Spielraum für Weiterentwicklungen, meinte Ihl. Und weil nicht jeder Kup-Betreiber auch gleich die passende Ernte- und Hacktechnik anschaffen will, gibt es  mit wachsender Kup-Fläche auch für Lohnunternehmer mehr Möglichkeiten, ihre Dienstleistungen anzubieten.

Johanna Waid

Dieser Artikel ist in der Ausgabe 4 / 2011 energie pflanzen erschienen.




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