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energie pflanzen
DAS FACHMAGAZIN FÜR BIOENERGIE UND -ÖKONOMIE Donnerstag, 21.06.2018

02_11_kws_bhkw_grGrüne Energie für Saatgutzüchter

KWS Saat züchtet nicht mehr nur Energiepflanzen, per Biomethan-Bhkw nutzt die Firma jetzt auch Pflanzenenergie.
Die KWS Saat AG hat an ihrem Stammsitz im niedersächsischen Einbeck einen Teil ihrer Energieversorgung auf regenerative Energieträger umgestellt und dafür kräftig investiert: Für rund 1,8 Millionen Euro errichtete der Saatgutproduzent in seiner Heizzentrale zwei neue Biomethan-Blockheizkraftwerke (Bhkw) mit einer Gesamtleistung von 1,99 Megawatt.

Damit werden in der Summe etwa 80 Prozent des Strom- und Wärmebedarfs des Standortes Einbeck gedeckt. Der Energiehunger des Unternehmens mit den orangefarbenen Rübenpillen ist stattlich: In Büros, Produktionshallen sowie insbesondere den Gewächshäusern – das größte mißt einen Hektar – werden nach eigenen Angaben jährlich 50.000 Megawattstunden Energie benötigt, davon 80 Prozent Wärme. Weil dabei bisher ausschließlich konventionelle Energieträger verwendet wurden, setzte das Unternehmen jährlich 9.000 Tonnen Kohlendioxid frei.

Damit soll jetzt Schluß sein. Durch die Umstellung und den Einsatz von Biomethan könne man den Kohlendioxid-Ausstoß am Standort um 60 Prozent verringern, sagte KWS-Vorstandsmitglied Hagen Duenbostel kürzlich bei der Inbetriebnahme der Bhkw. Da die KWS das aufbereitete Biogas nicht nur verstromt, sondern auch die Wärme vollständig nutzt, erhält das Unternehmen auf den eingespeisten Strom  den KWK-, den Nawaro- sowie den Technologie-Bonus. Zudem spare man jährlich rund 150.000 Euro ein.

Das Konzept sei weltweit einmalig, so Duenbostel: ein Pflanzenzüchter, der Sorten für die Bioenergieproduktion züchtet und vertreibt, diese auf den eigenen Landwirtschaftsbetrieben anbaut, diese angebauten Energiepflanzen vor Ort in der Biogasanlage Einbeck vergärt und das aufbereitete Biogas schließlich im eigenen Unternehmen nutzt. Wenngleich nur rein rechnerisch, denn die knapp vier Kilometer vom Unternehmenssitz entfernte, bereits vor zwei Jahren gebaute Einbecker Biogasanlage mit angeschlossener Gasaufbereitung speist ihr Biomethan in das Erdgasnetz ein, dem es die KWS wieder entnimmt. Bezogen wird das Biomethan von den örtlichen Stadtwerken, die hierfür einen besonderen Tarif anbieten. Der Bau einer Mikrogasleitung im Nachhinein wäre nicht nur unwirtschaftlich gewesen, er wäre auch auf praktische Probleme gestoßen, da die Ortschaft Einbeck dazwischen liegt.

Nach eigenen Angaben setzt das Unternehmen heute bereits 17 Prozent im Bereich Energiepflanzen um. Im Fuhrpark des Unternehmens sind neben zahlreichen Bioethanolfahrzeugen auch 17 Fahrzeuge zu finden, die zumindest rechnerisch mit Biomethan fahren. Betankt werden sie an einer ebenfalls von den Stadtwerken betriebenen Tankstelle, deren Erdgas anteilig Biomethan enthält.

www.kws.de

Christian Mühlhausen

Dieser Artikel ist in der Ausgabe 2 / 2011 energie pflanzen erschienen.




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