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energie pflanzen
DAS FACHMAGAZIN FÜR BIOENERGIE UND -ÖKONOMIE Samstag, 23.06.2018

03_11_rueben_grKWS Saat züchtete aus Zucker- und Futterrübe eine neue Sorte mit hohem Trockenmassegehalt.

Das dänische Sortenamt hat Ende vergangenen Jahres die nach Firmenangaben weltweit ersten Energierüben aus dem Züchtungsprogramm der KWS Saat AG zugelassen; seit Frühjahr 2011 können die beiden neuen Sorten angebaut werden. Für sieben weitere Sorten habe man beim Bundessortenamt in Hannover die Zulassung beantragt, so KWS. Das Unternehmen benennt die neuen Energierübensorten nach Frauennamen, die auf „y“ enden: Den Anfang machen LissyKWS („Die Saubere“) und GertyKWS („Die Starke“). Die Farbe des Energierüben-Saatgutes ist zur Unterscheidung von anderen Sorten gold-gelb. KWS vertreibt es „im Preissegment der Spezial-Zuckerrübensorten.“

Die neuen Energierüben entstanden auf der Basis von Zucker- und Futterrübe. Neben einem hohen Trockenmassegehalt von über 23 Prozent spielten bei der Züchtung nach Angaben von Andreas von Felde, Leiter Energiepflanzen, auch andere Parameter wie Abreinigungseigenschaften, Oberfläche und Ausprägung der Wurzelrinne eine Rolle. Diese äußeren Unterschiede seien derzeit jedoch nur von einem geschulten Auge oder durch Meßtechnik erkennbar.
Alexander Coenen, Regionenleiter Zuckerrübe Deutschland/Österreich bei KWS, geht davon aus, daß weit über 50 Prozent der Biogasanlagen in Deutschland auf rübenfähigen Standorten stehen. Bei einem Anteil von etwa 15 bis 25 Prozent Rübensubstrat im Fermenter rechnet das Unternehmen daher perspektivisch mit einer potentiellen Rübenanbaufläche von mehreren zehntausend Hektar.

Auch auf einen neuen Vertriebsweg für das Saatgut der Biogasrüben setzt die KWS: Während Landwirte das Saatgut derzeit über die Zuckerfabriken bestellen, können sie nun sowohl die neuen Energierübensorten als auch die beiden von der KWS für die Biogasproduktion empfohlenen Zuckerrübensorten EleonoraKWS und CorvettaKWS direkt über einen Vertriebspartner beziehen. Weitere Informationen dazu sind auf der Energierüben-Webseite der KWS (www.jeder-will-sie-haben.de) zu finden oder geben KWS-Berater.

Ausschließlich für Biogas

Die KWS weist darauf hin, daß die neuen Energierübensorten aufgrund ihrer Inhaltsstoffe Alpha-Aminostickstoff, Kalium und Natrium für den Einsatz in der Zuckerfabrik ungeeignet sind. Landwirte, so Coenen, sollten im eigenen Interesse auf eine strikte Trennung der Sorten achten.
Mit der Energierübe will das Unternehmen für den Rübenanbau verlorenes Terrain zurückerobern, aber auch Regionen erschließen, in denen bislang keine Rüben angebaut wurden, etwa das Emsland. Zum Rückgang der Anbauflächen kam es in den vergangenen Jahren vor allem aufgrund der deutsch-deutschen Wiedervereinigung sowie der Zuckermarktreform. Während die Rübe vor 20 Jahren in Deutschland noch auf 700.000 Hektar wuchs, schrumpfte ihr Anbau seitdem auf derzeit rund 370.000 Hektar.

www.jeder-will-sie-haben.de
www.kws.de

Christian Mühlhausen

Dieser Artikel ist in der Ausgabe 3 / 2011 energie pflanzen erschienen.




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