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DAS FACHMAGAZIN FÜR BIOENERGIE UND -ÖKONOMIE Montag, 18.06.2018

Biogasanlage NordstrandIn Nordstrand überzeugt das Gesamtkonzept von Fruchtfolge bis Wärmenetz

Eine runde Sache wollten die Betreiber für ihre Biogasanlage auf Nordstrand. Das ist ihnen gelungen – von einem durchdachten, standortangepaßten Substratmix bis hin zur Wärmenutzung.

Windlaststufe drei heißt: Was hier nicht fest ist, wird spätestens beim nächsten Frühjahrssturm weggeweht. „Mit seinen neuen Mützen hat sich MT noch nicht auf die Insel getraut“, sagt Thorben Holsteiner. Die neuen Mützen, damit meint der Nordfriese die großvolumige „N8-Speicher- Abdeckung“ des Anlagenbauers MTEnergie. Die damit verbundene Vergrößerung des Gasspeichers wäre willkommen gewesen für die Biogasanlage der Nordstrander Inselenergie GmbH & Co. KG – aber es geht eben nicht alles auf dieser Insel vor Husum, die seit 80 Jahren über einen 2,5 Kilometer langen Autodamm mit dem Festland verbunden ist.


Daß Biogas sehr wohl erfolgreich ist hier am Rande Schleswig-Holsteins, zwischen Nordseedeich, Marsch undWindkraftanlagen, das beweisen die vier Fermenter der mausgrauen Anlage. Seit dem Jahr 2011 erzeugt die Nordstrander Inselenergie hier Strom und Wärme aus Mist, Gülle und einem bunten Mix an nachwachsenden Rohstoffen. Die drei Gesellschafter, alles Insulaner, sind so gar keine Klischee-Friesen: Karl-Volkert Meyer ackert auf über 300 Hektar und hat seinen Betrieb auf die Erzeugung von Saatkartoffeln hin optimiert. Wenn der große, schmale Betriebsleiter mit langem grauen Pferdeschwanz erzählt, dann merkt man: Der Mann hat Ideen, er will eine runde Sache machen, die Nachbarn mitnehmen und sich auch morgen noch im Dorf zeigen können.
Für den schwarzhaarigen und elanvollen Thorben Holsteiner, im Hauptberuf geschäftsführender Gesellschafter des Planungsbüros Maschinenringe Schleswig- Holstein Energie Pool (MEP), ist die Substratnutzung seiner Flächen eher Nebensache: „Mit der Anlage wollen wir vorausgehen bei Wärmenutzung, Substratmix und marktgerechter Stromeinspeisung. Die Erfahrungen beim Selbermachen lassen sich nicht ersetzen. Was wir hier dargestellt bekommen, ermöglicht das Planungsbüro dann systematisch für andere Anlagen“, begeistert er sich.
Gemeinsam mit Frau und Sohn bewirtschaftet Joachim Maart in zweiter Generation einen Milchviehbetrieb. Mist und Gülle der 120 Milchkühe mit Nachzucht dienen als Biogassubstrat. Die für den landwirtschaftlichen Betrieb willkommene Veredelung seines Wirtschaftsdüngers bedeutet für Maart als Biogaserzeuger eine sichere Grundversorgung der gemeinsamen Anlage. Zusätzlich erzeugt er nachwachsende Rohstoffe auf einem Teil seiner Flächen.

Seit dem Jahr 2011 erzeugt die Nordstrander Inselenergie hier Strom und Wärme aus Mist, Gülle und einem bunten Mix an nachwachsenden Rohstoffen. Foto: MEPAm Anfang standen Substratbeschaffung und Wärmekonzept. Die schweren Marschböden sind anspruchsvolle, aber hoch ertragreiche Ackerbaustandorte. Silomais kann hier nicht ohne weiteres konkurrieren. Ist der Herbst feucht, wird die Ernte eine wahre Schlammschlacht – ohne Umladen der Ernte am Feldrand oder gar Raupen-Häcksler geht zuweilen nichts mehr. Von Beginn an war deshalb klar, daß die Fütterung der Anlage auf einer Substratmischung aufbauen muß. Mais, klar, ist mit dabei, sowohl von Nordstrand als auch aus der Region. Daneben spielen weitere Ganzpflanzensilagen und Ackergräser eine wesentliche Rolle. Mist und Gülle von drei Nordstrander Rinderbetrieben sorgen für deutlich mehr als ein Drittel Reststoffanteil. Die Substratflächen bewirtschaften die Gesellschafter weitgehend selbst. So sind sie unabhängiger von kurzfristigen Preisschwankungen. Bei der Fruchtfolge wechseln Hackfrüchte – vor allem Kartoffeln – mit Getreide, Hybridsaatgutvermehrung (Gerste und Raps), Weizen, Roggen, Mais, Gras und Leguminosen. Seit 2011 kommen auch Artenmischungen zum Einsatz, darunter Hafer- Gras-Gemenge, Ackerbohnen mit Hafer, Landsberger Gemenge und – nach der GPS-Ernte – die Getreide-Sommerwicken- Mischung „Granuleg“. Vor allem auf schwierigen Standorten stehen mehrjährige Gräsermischungen in der Fruchtfolge. Etabliert wird das Ackergras dabei als Untersaat, die im Frühjahr in den Wintergetreidebestand eingebracht wird. [...]

Florian Gerlach, Bioenergie-Beratung der Maschinenringe Schleswig-Holstein Energie Pool GmbH & Co. KG

www.mep-sh.de

Der komplette Artikel ist in der Ausgabe 3 / 2013 energie aus pflanzen erschienen.




Wer immer gut informiert sein will, muß die Zeitschrift energie aus pflanzen lesen.
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