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DAS FACHMAGAZIN FÜR BIOENERGIE UND -ÖKONOMIE Samstag, 23.06.2018

2013_02_novatech_grGras und Mais bekommen nur die Kühe, die Novatech-Hofbiogasanlage nur Gülle

Erst mit dem EEG 2012 lohnte sich für Marco Friedrich eine reine Gülleanlage. Die Technik ist auf hohem Niveau und doch auf das Nötige reduziert.

Eigentlich kam Biogas für Marco Friedrich nie infrage. Er ist Milchbauer, bewirtschaftet knapp 200 Hektar Land, mehr als die Hälfte davon Grünland. Da war nie auch nur ein Hektar für den Anbau von Energiepflanzen für eine Biogasanlage übrig. Und eine Biogasanlage mit zugekaufter Maissilage betreiben?

„Niemals!“, antwortet er prompt, aber die Gülle, „die ist ja da“. Unbekannt waren ihm Biogasanlagen nicht, die nächsten von Berufskollegen stehen schließlich nur wenige Kilometer entfernt, denn der niedersächsische Landkreis Rotenburg zählt bundesweit zu denen mit besonders hoher Anlagendichte.
Doch dann kam das EEG 2012 mit der neuen Kategorie Gülle-Hof-Biogasanlage, bei der es 25 Cent je eingespeister Kilowattstunde Strom gibt; und das ganz ohne Substratkosten. Da hatte Friedrich schnell überschlagen, daß es sich trotz knapp einer halben Million Euro Investitionskosten lohnen müßte. Bei zwei Anlagenbauern hatte der Landwirt dann konkret angefragt: einem aus der Region und der Novatech GmbH aus Wolpertshausen in Baden-Württemberg. Dort hat die kleinteiligere Struktur in der Landwirtschaft schon immer den Bau kleinerer Anlagen erfordert. Er habe sich nicht einmal eine Referenzanlage angeschaut, erinnert sich Friedrich, aber mit einigen Betreibern ausführlich telefoniert. Das habe ihm ausgereicht.

Einzige Substratquelle: 350 Milchkühe

2013_02_novatech_1_grEntstanden ist schließlich eine reine Gülleanlage, nur ein paar Meter hinter dem vor vier Jahren gebauten Boxenlaufstall für 350 Milchkühe am Ortsrand von Barchel bei Bremervörde. Die Vorgrube mit Pumpe sowie ein Endlager waren vorhanden. Auf eine Abdeckung für das Endlager konnte verzichtet werden, da die Biogasanlage weder mit Nawaro noch mit Mist gefüttert wird.
Neu gebaut werden mußten also nur der Fermenter, der Gasspeicher und das Blockheizkraftwerk. Die Proportion des Fermenters wirkt im ersten Augenblick etwas ungewohnt: „Die sind sonst etwa einen Meter in den Boden eingebunden“, erklärt Frank Christiansen, Vertreter des Anlagenbauers für Norddeutschland. Aber das ging bei Friedrich nicht, da unter dem Fermenter das Einspeisekabel seiner Photovoltaikanlage verläuft. Die Beschickung übernimmt die am Stall vorhandene Duräumat-Güllepumpe mit 15 Kilowatt Leistung, nur die doppelwandige Leitung zum Fermenter mußte neu verlegt werden. Im Fermenter dreht ein Tauchmotorrührwerk von Zeit zu Zeit ein paar schnelle Runden. „Ein schneller Impuls, das reicht aus und verringert den Eigenstrombedarf“, meint Christiansen. Die hydraulische Verweilzeit beträgt – für Gülle lange – 45 Tage. Das habe den Vorteil, daß immer nur kleine Portionen kalte Gülle in den Fermenter gelangten, die dann auch die Temperatur von normalerweise 42 Grad in der Gärmasse kaum senken würde, so Christiansen weiter. Der Überlauf für den Austrag des Gärrestes in das benachbarte Endlager erfolgt passiv, wenn ein entsprechender Füllstand erreicht ist, und spart damit Stromkosten.
Abgedeckt ist der etwa tausend Kubikmeter fassende Fermenter mit einer Betondecke: Nur so sei der Behälter gut genug isoliert und könne Heizenergie gespart werden, begründet Novatech-Vertreter Christiansen die Bauweise. Auch müsse keine Folienhaube entfernt werden, wenn man an das Tauchmotorrührwerk heranmüsse.

Dorothee Meier

www.novatechgmbh.com

Der komplette Artikel ist in der Ausgabe 2 / 2013 energie aus pflanzen erschienen.




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