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energie pflanzen
DAS FACHMAGAZIN FÜR BIOENERGIE UND -ÖKONOMIE Samstag, 23.06.2018

2013_01_biogas_n_grStephan Kösters wartete lange auf das richtige Konzept und passende Rahmenbedingungen

Rinder im Stall und zu wenig Fläche für den Energiepflanzenanbau verhinderten bisher den Bau einer Biogasanlage. Erst die Kategorie „Kleinbiogasanlage“ des EEG 2012 machte den Weg frei.

Beton der Fermenterwand in der tief stehenden Wintersonne. Der Traktor mit dem angekoppelten Güllefaß wirft lange Schatten. Damit ausbringen kann Stephan Kösters jetzt kaum etwas, aber von Zeit zu Zeit holt er Gülle aus seinen Rinderställen im Außenbereich, um sie in seiner nagelneuen Kleinbiogasanlage zu vergären. Der Löwenanteil der Gülle sowie des Mists, über zwei Drittel, stammt allerdings aus den Ställen am Hof in Friesoythe, gleich neben der 75-Kilowatt-Biogasanlage. Schnell wird noch das Pflaster gefegt, quasi Arbeitsspuren beseitigt, die Anlage soll schließlich im rechten Licht erscheinen. Der Landwirt Stephan Kösters zählt zu den bisher recht wenigen Betreibern einer modernen Gülle-Kleinbiogasanlage nach dem EEG 2012. Ihm kam diese Kategorie gerade recht, überlegte er doch schon seit dem ersten EEG, Biogas zu erzeugen. Allein an der Fläche fehlte es ihm immer.
Die 105 Hektar bewirtschaftetes Land – teils Grünland, teils Acker – benötigt er für den Futteranbau, für Energiepflanzen war und ist da nie Platz gewesen. Und für eine Biogasanlage Land zupachten? „Viel zu teuer“, winkt er ab. Er möchte nur Gülle, Mist und vielleicht einige Futterreste einsetzen.
2013_01_biogas_1_grMit dem EEG 2012 fragte er wieder bei einigen Anlagenbauern an, doch erhielt er fast überall Absagen. Anders bei Biogas Weser-Ems. Das Unternehmen ist im selben Ort ansässig und hatte zudem großes Interesse, sein Konzept praktisch umzusetzen. Ein Konzept, das Kösters Wünschen entspricht: großes Fermentervolumen, lange Verweilzeit. „Das paßte zum Betrieb und ich konnte mir vorstellen, daß die Technik funktioniert“, erklärt der Landwirt. Besonderen Wert legte er auf einen hohen technischen Standard sowie eine Ausführung, die die Anlage für die strenge Genehmigungsbehörde des Landkreises Cloppenburg überhaupt erst genehmigungsfähig macht, zumal sie genauso wie eine größere behandelt wird. Auch die Prüfung der Anlage durch einen Sachverständigen ist in Norddeutschland Standard, führt aber ebenfalls zu höherem Aufwand. Deutlich über eine halbe Million Euro Investitionskosten kamen schließlich zusammen, die aber auch eine neue Mistplatte und Rührwerke in den Vorgruben unter den Ställen einschloß. Kösters Finanzierung läuft auf 15 Jahre, so daß die Anlage von Anfang an fünf Prozent Rendite erwirtschaften kann. „Wenn ich das als Sondertilgung gleich zum Abzahlen nähme, hätte sich die Anlage nach acht oder neun Jahren bezahlt“, überschlägt er. „Wir haben in der Firma lange überlegt und diskutiert, wie man die Kosten für eine so kleine Anlage ohne wesentlichen Qualitätsverlust verringert. Außerdem muß die Anlage so zuverlässig laufen, daß der Betreiber kaum Arbeit damit hat und sie wirklich nebenbei betreiben kann“, erinnert sich Matthias Lamping, Technischer Leiter bei Biogas Weser-Ems. Heraus kam das Pott-in-Pott-System.

Dorothee Meier

Der komplette Artikel ist in der Ausgabe 1 / 2013 energie aus pflanzen erschienen.




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