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DAS FACHMAGAZIN FÜR BIOENERGIE UND -ÖKONOMIE Samstag, 23.06.2018

messen_grGasmenge und -qualität bestimmen Fütterungszeitpunkt und Rührzeiten

Nichts ist für einen Studenten wohl schöner, als das gerade Erlernte sofort praktisch anwenden zu können. Andreas Scheck konnte das auf der elterlichen Biogasanlage Hessenhöfe bei Ulm, indem er ein Programm entwickelte, das die Meßdaten der zuvor eingebauten Binder-Analysegeräte zur Regulierung der Fütterungs- und Rührzeiten nutzt.
Andreas Scheck studiert Mechatronik – so praxisnah wie wohl kaum einer seiner Kommilitonen. Denn er hat mit dem frisch erlernten Programmierwissen gleich das Leitsystem der Biogasanlage auf dem elterlichen Betrieb ergänzt, um die Anlage in Kombination mit Meßtechnik effektiver zu machen.

Das Ergebnis sind 1,5 Tonnen weniger Futtereinsatz pro Tag, oder zehn Prozent, für die 170-Kilowatt-Anlage. Zudem lassen seitdem mehr Vollaststunden den Stromzähler sich schneller drehen. Anfang 2008 hatte der angehende Ingenieur das Programm geschrieben und integriert. Doch erst vor knapp zwei Jahren feilte er es aus. Bis es einwandfrei funktionierte, dauerte es nochmal ein halbes Jahr. Eigentlich hätte das auch gleich die Abschlußarbeit für sein Studium werden können, aber der Bachelor war damals noch zu weit weg.

Robuste Meßtechnik

messen_01_grSommerregen fällt auf die Betondeckel der kleinen, teils im Boden versenkten Rührkesselfermenter. Der Landwirtssohn wischt die kleine, runde Scheibe des Durchflußmengenmessers ab – einer der Lieferanten von Daten, die in seinem Programm verarbeitet werden. Das etwa faustdicke zylindrische Gerät sitzt auf einem über einen halben Meter langen, überwiegend im Biogasrohr versenkten Meßsensor. Im Jahr 2007 baute Hermann Scheck, Vater von Andreas und Betreiber der Biogasanlage, drei Durchflußmengenmesser für etwa 7.000 Euro ein: je am Ausgang des Fermenters und des Endlagers sowie vor dem Motor. Die Durchflußmengenmesser arbeiten nach dem Prinzip der thermischen Gasmessung. Dieses benötigt weder eine Druck- noch Temperaturkompensation, da die Masse des durchströmenden Gases direkt gemessen wird. Die Masse ergibt sich dabei aus der Abkühlung des beheizten Meßsensors, wenn das Biogas vorbeiströmt. Allerdings muß dazu die Gaszusammensetzung konstant sein – oder regelmäßig analysiert und damit die Durchflußmessung korrigiert werden. Der Wassergehalt ergibt sich dagegen direkt aus der Temperatur, da das Roh-Biogas grundsätzlich vollständig wassergesättigt ist. Einzige Ausnahme ist die Durchflußmessung direkt vor dem Motor, da hier das Gas bereits getrocknet ist. Die Genauigkeit der Durchflußmengenmessung „Combimass eco-bio+“ liegt bei weniger als zwei Prozent, erklärt Michael Krafzig, vom Fachbereich Biogas des Meßsystem-Herstellers Binder Engineering GmbH.

Dorothee Meier

Der komplette Artikel ist in der Ausgabe 5 / 2012 energie aus pflanzen erschienen.




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