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energie pflanzen
DAS FACHMAGAZIN FÜR BIOENERGIE UND -ÖKONOMIE Samstag, 23.06.2018

2012_04_biocrack_grBesserer Aufschluß des Substrates durch Biocrack

Mit dem Biocrack griff der Hersteller Innovum aus Österreich auf einen Trick aus den Biowissenschaften zurück. Im Gegensatz zu vielen mechanischen Aufschlußverfahren benötigt der Aufbau des Hochspannungsfeldes nur wenig Energie.

Der Raum an der Stirnseite des liegenden Fermenters der Biogasanlage Hedeper GmbH im Harzvorland ist eng. Rohre, eine Pumpe und ein Naßzerkleinerer befinden sich hier. An drei Stellen schauen aus den Rohren rote, dicke, etwa 30 Zentimeter lange Stäbe heraus. So unscheinbar von außen, so geladen ist ihr Inneres. Die von außen sichtbaren roten Stäbe sind nur jeweils die Endstücke eines etwa 1,5 Meter langen mit Polyethylen ummantelten Edelstahl-Rohres mit 2,6 Zentimeter Durchmesser, an dem eine Spannung von 30 bis 100 Kilovolt angelegt ist. Da es aber in der Substratleitung eingeschlossen ist, die wie ein Faradayscher Käfig wirkt, ist dieses Feld für Menschen völlig ungefährlich. Zur Sicherheit ist das Rohr dennoch geerdet. Außerdem läßt eine Steuerung das Feld pulsieren – erst dadurch entsteht Bewegung an den Zellmembranen des Substrates. In der Biologie nutzt man schon länger die Wirkung solch kurzer elektrischer Impulse, um Löcher in Zellmembranen zu reißen, damit Substanzen wie Erbgut in die Zelle eingeschleust werden können. Durch eine offene Tür läßt sich jedoch nicht nur hinein-, sondern auch hinausgelangen. Das nutzten die Ingenieure der österreichischen Firma Innovum zur Entwicklung des „Biocrack“. Ursprünglich für Kläranlagen gebaut, kann er auch zum Aufschluß von Biogassubstraten angewendet werden: um Zellverbände aufzulösen sowie Enzyme und andere Inhaltsstoffe aus dem Zellinnern freizusetzen, die die Biogasausbeute erhöhen. Zwischen acht und 18 Prozent liegt nach Herstellerangaben der Mehrertrag, der durch eigene und Kunden-Messungen ermittelt wurde. Für Kläranlagen baut das Unternehmen die Hochspannungs-Desintegration seit 2002, für Biogassubstrate ist es seit 2005 auf dem Markt.

2012_04_biocrack_1_grGeringe Investitions- und Betriebskosten

Pluspunkte des Biocrack sind seine relativ niedrigen Investitionskosten mit 10.000 bis 14.000 Euro je Modul und die geringen Betriebskosten. Ein Modul benötigt 35 Watt oder 0,035 Kilowatt, ein Anschluß an das normale Stromnetz reicht somit völlig aus. Ein Trafo setzt die Netzspannung sogar noch auf 24 Volt herunter.

Dorothee Meier

Der komplette Artikel ist in der Ausgabe 4 / 2012 energie pflanzen erschienen.




Wer immer gut informiert sein will, muß die Zeitschrift energie aus pflanzen lesen.
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