- Anzeige -
- Anzeige -
FORSTFACHVERLAG GMBH & CO. KG · MOORHOFWEG 11 · 27383 SCHEEßEL · info@forstfachverlag.de · www.forstfachverlag.de · ✆ +49 (0) 4263 / 9395-0
energie pflanzen
DAS FACHMAGAZIN FÜR BIOENERGIE UND -ÖKONOMIE Samstag, 23.06.2018

2012_2_guelle_grBiogasanlage mit wenig Aufwand und hohem Gülleanteil

Zum Heizen der erweiterten Sauenhaltung wollte Familie Butschen aus Viersen die Abwärme eines Biogas-Bhkw nutzen, da Heizöl zu teuer ist. Nach längerer Recherche und mit ein bißchen Zufall fanden Vater und Sohn die Lösung bei 4Biogas aus Dortmund, die Hochfermenter ohne Rührwerk bauen.

Mit deutlichem Rheinländer Akzent erklärt Norbert Butschen kurz und bündig, daß sie Wärme brauchten und zeigt aus dem Küchenfenster auf einen rot geklinkerten Stall. Hinter den erst im vergangenen Jahr errichteten Mauern grunzen Sauen und Ferkel in teils hochsommerlicher Hitze von bis zu 32 Grad. Die Wärme dafür liefert seit vergangenem Dezember eine 150-Kilowatt-Biogasanlage der 4Biogas GmbH aus Dortmund. Sie funktioniere im Prinzip genauso wie die derzeit in Genehmigung und Bau befindlichen 75-Kilowatt-Gülleanlagen nach dem EEG 2012, erklärt Benno Brachthäuser, Geschäftsführer des Unternehmens – auch wenn in der Butschen-Anlage „nur“ etwa 60 Prozent Gülle und 40 Prozent Maissilage, neuerdings versuchsweise auch Zuckerrüben gefüttert würden. Für den Maisanbau benötigt der Familienbetrieb Butschen etwa die Hälfte der bewirtschafteten 100 Hektar Ackerfläche.
Die Planung der Biogasanlage hatte auch gar nichts mit dem EEG 2012 zu tun. Norbert Butschen und seine Frau führen den Hof in Mackenstein bei Viersen am Niederrhein seit zwölf Jahren mit ihrem Sohn Franz-Josef und dessen Frau gemeinsam. Um den Betrieb zukunftsfähig zu machen, beschlossen sie, die schon seit Generationen betriebene Schweinehaltung als Sauenhaltung mit Ferkelaufzucht auszubauen. Knapp 750 Sauenplätze entstanden, dazu die Boxen für die Ferkel. Und vor allem diese brauchen es warm: die ganz kleinen 32, die größeren 26 Grad. Die Heizölkosten, die das verschlungen hätte, wären unbezahlbar gewesen, erinnert sich der Junior. So entstand die Idee zum Bau einer Biogasanlage: Der Energieträger Gülle ist ohnehin vorhanden, Mais wächst neben Zuckerrüben und Getreide, die als Marktfrüchte oder Futtermittel angebaut werden, auf den lehmigen Sandböden mit bis zu 90 Bodenpunkten ebenfalls hervorragend.
2012_2_guelle_1_grAnders als bei vielen anderen Planungen für Biogasanlagen gab bei Familie Butschen jedoch der Wärmeverbrauch der Ställe den Rahmen vor: So entstand die Leistungsgröße von 150 Kilowatt elektrisch und 188 Kilowatt thermisch. Von der Wärme wird bis zu 30 Prozent zur Fermenterbeheizung benötigt. Der Eigenstrombedarf, vor allem für die Fütterung, liegt bei etwa sieben Prozent. Butschen Junior hätte den Betrieb der Biogasanlage auch gern als Betreibermodell abgegeben, aber die Bank rechnete der Familie vor, daß sie beim Betrieb in Eigenregie finanziell besser wegkommen. Im Ergebnis ersetzt jetzt die Biogas-Bhkw-Wärme das Heizöl, der Erlös aus der Stromerzeugung muß die übrigen Kosten der Biogasanlage tragen. Doch mit wem bauen? Eine Internet-Recherche ergab schließlich fünf interessante Anbieter, erinnert sich Franz-Josef Butschen. Doch davon kam keiner zum Zuge. Stattdessen bemerkte der Jungbauer auf einer Fahrt zu Verwandten zufällig eine Anlage in Westfalen, die er dann näher in Augenschein nahm. Diese 60-Kilowatt- Anlage von Matthias Bexten in Rheda- Wiedenbrück hatte die 4Biogas GmbH gebaut und überzeugte sofort.

Dorothee Meier

Der komplette Artikel ist in der Ausgabe 2 / 2012 energie pflanzen erschienen.




Wer immer gut informiert sein will, muß die Zeitschrift energie aus pflanzen lesen.
Kompetente Fachinformationen rund um nachwachsende Rohstoffe und erneuerbare Energien.

nach oben | Startseite

    © 2018 Forstfachverlag GmbH & Co. KG KONTAKT | AGB | DATENSCHUTZ | IMPRESSUM