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DAS FACHMAGAZIN FÜR BIOENERGIE UND -ÖKONOMIE Montag, 18.06.2018

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Export macht vom heimischen Markt unabhängiger. Doch mittelständischen Firmen fehlen oft die Ressourcen, geeignete Exportmärkte zu finden. Mit dem Wirtschafts- und Exportforum wollte der Bundesverband Bioenergie Abhilfe schaffen.

Der Bioenergie-Markt in Deutschland boomte und boomt immer noch, wenn auch inzwischen mit Dellen, meist aufgrund von Änderungen in den gesetzlichen Rahmenbedingungen. Eine Möglichkeit, sich von den schnellebigen politischen Entscheidungen unabhängiger zu machen, aber auch der Konkurrenz durch Mitbewerber zu entgehen, ist der Export und der Aufbau eines Vertriebs im Ausland.



exportforum-karte_grHier sind die Märkte sehr unterschiedlich aufgestellt: „Immer mehr Länder erkennen die vielfältigen Chancen dieses Marktes und investieren bereits massiv in Biomassebereitstellung und -konversion. Andere wiederum beginnen erst, die Vorteile heimischer, erneuerbarer Energieträger zu entdecken“, so Helmut Lamp, Vorsitzender des Bundesverbandes Bioenergie (BBE), zur Einführung in das 3. Internationale BBE/VDMA-Wirtschafts- und Exportforum für Bioenergie im Rahmen der Holzmesse Ligna in Hannover Ende Mai. Doch der Schritt in den Export ist insbesondere für kleinere und mittlere Unternehmen ein großes Risiko. Ressourcen und Personal reichen in der Regel nicht aus, um einen fremden Markt auch nur zu erkunden und die eigenen Chancen auf ihm abzuschätzen. Einzelne waren hier zwar auch mit ihrem „Bauchgefühl“ erfolgreich, doch als „Rezept“ taugt es nicht.

Mehr systematische Unterstützung bietet deshalb einerseits die Exportinitiative Erneuerbare Energien, die beim Bundeswirtschaftsministerium angesiedelt ist, sowie unterstützt wird durch die Deutsche Energieagentur (dena), den Deutschen Industrie- und Handelskammertag einschließlich dessen Auslandshandelskammernetz (AHK), die „Germany Trade und Invest“ und die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ). Andererseits startete vor kurzem das Projekt Cross Border Bioenergy. Beide Initiativen wollen Mittelständler vor allem bei der Informationsbeschaffung und dem Knüpfen von Kontakten unterstützen, also den Aufwand für die Vorrecherche verringern und den Markteintritt erleichtern.

Hilfen zur Marktfindung

Die vor neun Jahren auf Beschluß des Deutschen Bundestages gegründete Exportinitiative stellt Marktinformationen bereit, unterstützt bei der Geschäftsanbahnung und beim Marketing im Ausland. So organisiert sie beispielsweise Informationsveranstaltungen zu verschiedenen Ländern, im kommenden Jahr soll über Bioenergie in den Balkanländern sowie Tunesien berichtet werden. Auch hält die Initiative Länderprofile und Exporthandbücher gegen Gebühr bereit. Das Informationsportal auf der staatlich geförderten Internetseite „B2B Renewable Energies“ bietet zudem zahlreiche weitere Informationen sowie kostenfreie Zielmarkt-analysen, an deren Erstellung vor allem die jeweiligen Auslandshandelskammern mitwirkten. Diese organisieren zudem sogenannte AHK-Geschäftsreisen: Die diesjährigen Ziele im Bereich Bioenergie seien die Türkei, der US-Bundesstaat Wisconsin, die Ukraine, Kanada und Indonesien. Für das kommende Jahr seien Reisen in das Baltikum, nach Brasilien, Italien, Thailand, Ungarn, Spanien und in die Niederlande geplant, so Annika Lilliestam von der Geschäftsstelle der Exportinitiative. Umgekehrt sollen im November dieses Jahres Multiplikatoren und Entscheidungsträger aus Argentinien, Paraguay und Uruguay nach Deutschland kommen, mitorganisiert durch „Germany Trade and Invest“, die den Standort Deutschland im Ausland vermarktet.

Unterstützung beim Marketing besteht vor allem im Angebot, sich als Unternehmen der Erneuerbaren-Branche auf deutschen Gemeinschaftsständen im Ausland zu präsentieren. Die Kontaktaufnahme mit möglichen ausländischen Partnern per Internet ist auch über den Marktplatz des B2B-Portals möglich. Für Entwicklungs- und Schwellenländer wurde das sogenannte Projektentwicklungsprogramm geschaffen, das die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) betreut. Hier stehen derzeit Indonesien, Thailand und Kenia im Mittelpunkt.

Träger des im vergangenen Jahr gestarteten und durch die EU geförderten Projektes „Cross Border Bioenergy“ sind Aebiom als internationaler Bioenergie-Dachverband und der deutsche Dachverband BBE. Über Aebiom sind jedoch alle europäischen Biomasseverbände eingebunden, auch soll Aebiom langfristig das ausschließlich englischsprachige Internet-Portal übernehmen, das Kern des Projektes ist. Cross Border Bioenergy soll den Markt zu vernetzen und Unternehmen helfen, Kontakte zu knüpfen. Es umfaßt den gesamten EU-Bioenergiemarkt und ist in fünf Sektoren eingeteilt: Biokraftstoffe, Biogas einschließlich Biomethan, Groß- und Kleinfeuerungen für Holz sowie Kraft-Wärme-Kopplung mit fester Biomasse. Im Laufe des kommenden Jahres sollen für jeden Sektor ein sogenannter EU-Navigator, Markthandbücher und ein Online-Marktplatz zur Verfügung stehen. Die Marktführer gibt es jeweils für die einzelnen Sektoren, je in zwei Bänden: erstens mit den Kriterien für die Marktanalyse und zweitens mit einer Marktbetrachtung und -bewertung für alle Regionen beziehungsweise Länder. Erstellt wurden die Kriterien in Arbeitsgruppen, an denen auch interessierte Firmen teilnahmen. Die Kriterienbände stehen seit kurzem als Download zur Verfügung, die Marktbewertungen sollen im Frühjahr 2012 erscheinen.

Der EU-Navigator stellt die in den Marktführern verwendeten Daten grafisch auf Basis eines Geoinformationssystems (GIS) dar. Da er interaktiv ist, können auch Darstellungen nach individuellen Anforderungen erzeugt werden. Außerdem wird er mit einer Business-to-Business-Plattform sowie weiteren Informationen wie Ausschreibungen verlinkt sein. Auch können Firmen hier eigene Angebote einstellen. Allerdings, darauf wies Thomas Siegmund vom BBE ausdrücklich hin, ersetzen die Markthandbücher und der EU-Navigator weder eine Machbarkeitsstudie noch eine Wirtschaftlichkeitsberechnung.

www.exportinitiative.bmwi.de
B2B: www.renewablesb2b.com
www.crossborderbioenergy.eu

Praxisbeispiele

Abgerundet wurde das Programm der Tagung durch Praxisbeispiele: Pekka-Juhani Kuitto vom finnischen Biomasseverband Finbio berichtete im Zusammenhang mit der Umsetzung des nationalen Aktionsplanes für erneuerbare Energien über den Ausbau von Kraft-Wärme-Kopplung und Wärmenetzen in Finnland. Annalisa Paniz von der Italian Agroforestry Energy Association berichtete von einem noch recht großen Potential für Kleinfeuerungsanlagen für Holz in Italien, zumal die Rahmenbedingungen dafür inzwischen gut sind. Wojciech Kubik von der polnischen Tochter des Viessmann-Konzerns legte dar, daß in Polen vor allem die Entwicklung der holzverarbeitenden Industrie einen Impuls zur Verbreitung von Holzfeuerungen gab. Gregor Rinke von Seeger Engineering berichtete von zahlreichen Problemen und Hürden, aber schließlich auch dem Erfolg beim Aufbau und der Etablierung einer Niederlassung in Ungarn. Jakob Hirsmark von der Messegesellschaft Elmia warb für die „Erfolgsgeschichte Schweden“ bei der Nutzung von Holz.

www.exportforum-online.de
www.bioenergie.de

Dorothee Meier

Dieser Artikel ist in der Ausgabe 4 / 2011 energie pflanzen erschienen.





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