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energie pflanzen
DAS FACHMAGAZIN FÜR BIOENERGIE UND -ÖKONOMIE Freitag, 28.02.2020

Links Siebreste, rechts karbonisiert als Pflanzenkohle. / Foto: HahnGrüngut-Karbonisierung im Biomassezentrum Buchen

Der zuständige Entsorger im Neckar-Odenwald-Kreis wollte den holzigen Anteil des Grünguts „ökologisch höherwertig nutzen“ als mit reiner Kompostierung. Seit Anfang 2016 wird mittels Karbonisierung Pflanzenkohle daraus erzeugt.

Mit ein paar Schaufelladungen des Radladers ist der Trichter des Vorlagebehälters mit Hackschnitzeln gefüllt, die nun kontinuierlich in zwei zylindrische Reaktorkammern gefördert werden. Denn die Hackschnitzel
werden bei dieser Anlage im „Biomassezentrum Buchen“ nicht einfach verbrannt, sondern mittels Karbonisierung in Pflanzenkohle umgesetzt.

Betreiber des Biomassezentrums ist die „Abfallwirtschaftsgesellschaft des Neckar-Odenwald-Kreises mbH“ (AWN). Als öffentlich-rechtlicher Entsorger ist sie im gleichnamigen Landkreis mit rund 140.000 Einwohnern für die Abfallwirtschaft zuständig. Dazu zählt auch das anfallende Grüngut auf rund 40 Sammelplätzen – rund 30.000 Tonnen pro Jahr. Der übliche Verwertungsweg für das krautige Material ist die Hygienisierung und Kompostierung mit anschließender Nutzung des Komposts. Der holzige Anteil wird nach dessen Schreddern und Sieben in der Regel als Brennstoff in Biomasse-Heizkraftwerken und Hackschnitzelanlagen verwendet. „Die Grundidee war allerdings, dieses holzige Material ökologisch noch höherwertiger zu verarbeiten. So sind wir auf das Thema Pflanzenkohle gekommen“, sagt AWN-Geschäftsführer Mathias Ginter. Ende 2015 wurde am Standort „Sansenhecken“ in Buchen die „Pyreg-500“ installiert. Die Anlage wurde vom baden-württembergischen Umweltministerium als innovatives Umweltschutzprojekt „zur ökologischen Optimierung der Grünabfallverwertung mit Hilfe eines neuen Verfahrens zur Herstellung von Pflanzenkohle“ gefördert. Die Investition am Standort belief sich auf über 600.000 Euro, die Inbetriebnahme erfolgte Anfang 2016.

Kohle gewinnen, Wärme nutzen

Das installierte Modell der Pyreg GmbH hat eine Brennstoffleistung von 500 Kilowatt, die nutzbare Wärmeleistung beträgt rund 150 Kilowatt. Im Dauerbetrieb entstehen jährlich aus rund 700 Tonnen Biomasse mit einer Restfeuchte von 30 bis 35 Prozent 200 Tonnen Pflanzenkohle.

Aus dem Vorlagebehälter gelangt die Biomasse über gasdichte Zellenradschleusen in die schräg angeordneten Pyrolysereaktoren: Dadurch können die Warmluft und das entstehende Pyrolysegas nach oben entweichen und ziehen nicht wieder in die entstandene Kohle. Bei einer Temperatur von 500 bis 700 Grad, die deutlich unterhalb des Ascheerweichungspunktes liegt, entsteht in den Reaktorkammern Pyrolysegas, das anschließend in die Brennkammer geleitet wird. Dort verbrennt das Pyrolysegas bei rund tausend Grad nach dem Prinzip der sogenannten flammlosen Oxidation (Flox): Mit einem Gebläse wird die Geschwindigkeit der einströmenden Verbrennungsluft erhöht und dadurch die Flamme soweit „auseinandergezogen“, dass sie nicht mehr sichtbar ist. Das führt zu einer gleichmäßigen Temperaturverteilung in der Brennkammer, mit der die thermische Bildung von Stickoxiden verhindert wird. Durch die Messung des freien Sauerstoffes im Abgas mit Lambdaregelung wird immer eine vollständige Verbrennung garantiert und geregelt. [...]

Johanna Waid
Martin Hahn, AWN

www.awn-online.de/biomassezentrum

Der komplette Artikel ist in der Ausgabe 6 / 2019 energie AUS PFLANZEN erschienen.




Wer immer gut informiert sein will, muß die Zeitschrift energie aus pflanzen lesen.
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