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energie pflanzen
DAS FACHMAGAZIN FÜR BIOENERGIE UND -ÖKONOMIE Donnerstag, 21.06.2018

Teilmesse IHE mit Schwerpunkten Holzvergasung und Kurzumtriebsplantagen

Sie wächst immer noch: die Messe Renexpo in Augsburg, die gemeinsam mit der IHE für Holzenergie und der Intercogen für Kraft-Wärmekopplung veranstaltet wird. Angenehm fiel diesmal die bessere Strukturierung der Ausstellungsfläche auf.

Die Freude über die Energiewende ist in der Branche der Erneuerbaren naturgemäß groß. Diesen Rückenwind verspürte auch der Messeveranstalter Reeco, der vom 22. bis 25. September in Augsburg die Messe Renexpo, IHE und Intercogen ausrichtete – Energie-Leitmesse für Bayern, aber aufgrund ihres langen Bestehens auch weit darüber hinaus von Bedeutung. Die Anzahl der Messebesucher stieg auf über 15.000, im vergangenen Jahr waren es noch gut 14.000. Bei den parallel veranstalteten Kongreßen wuchs die Anzahl der Teilnehmer um etwa 20 Prozent auf rund 1.000.
Doch trotz des positiven Rahmens ist die Stimmung weit von Euphorie entfernt. Das dürfte wohl auch am quasi Kleingedruckten liegen, denn nicht nur im novellierten Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) verstecken sich zahlreiche Hindernisse wie der ersatzlose Wegfall des Technologie-Bonus für Holzvergasungsanlagen oder schwierige Definitionen für Substrate. Auch rücken Themen wie Netzausbau und Speicher immer stärker in den Vordergrund, die jedoch nicht im EEG, sondern im Energiewirtschaftsgesetz und anderen Gesetzen geregelt sind. Sätze wie „der Ausbau der Erneuerbaren erfordert den Ausbau der Netze“ hören sich zunächst recht einfach an. Doch nur langsam würden Netzdaten zugänglicher, öffneten sich Übertragungsnetzbetreiber für Neuerungen, berichtete Torsten Bischoff vom Bundesumweltministerium den Teilnehmern der Tagung „Zukunftsfähige Stromnetze“. Auch bezüglich Speicherkapazitäten ist offen, wieviel Potential überhaupt vorhanden ist und welche Funktionen erfüllt werden sollten. Ähnliche Probleme beim „Zauberwort“ Smart Grids: Die Fähigkeiten sind unklar, Standards fehlen. Zudem steht nach wie vor das Problem Akzeptanz in der Bevölkerung auf der Tagesordnung, wenn auch nicht mehr ganz so heiß. Bayern setzt da ganz auf Bürgeranlagen, machte Maximilian Geierhos, Ministerialdirigent im bayerischen Staatministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, bei seiner Eröffnungsrede zur Messe deutlich.
Daß zu wenig Erneuerbare erzeugt würden, glaubt er nicht, denn allein die Summe der Energiekonzepte aller Bundesländer übertreffe schon das Bundesziel. Für Bayern nannte Geierhos die Steigerungsraten bis zum Jahr 2021: Die aus Wind gewonnene Strommenge soll von im Jahr 2009 0,6 Terrawattstunden auf 6,8 steigen, Photovoltaik von 2,6 auf 14 Terrawattstunden, Biomasse von 5,9 auf 8, Wasserkraft von 12 auf 14,5 und Geothermie von Null auf 0,5 Terrawattstunden. Außerdem beschloß die bayerische Landesregierung kürzlich die Gründung einer Landes-Energie-Agentur: „Energie innovativ“.

Aussteller thematisch geordnet

Suchte man in den vergangenen Jahren nur Aussteller zu einem speziellen Themenbereich, mußte man in der Ausstellungshalle noch ziemlich kreuz und quer laufen. Dieses Mal waren – auch farblich gekennzeichnete – Themenbereiche erkennbar: Holzvergasung, Kurzumtriebsholz und Kraft-Wärme-Kopplung. Auch die Heizkesselhersteller konzentrierten sich dadurch automatisch mehr. Die Branche der Holzvergasung ist zwar bei weitem noch nicht so gut organisiert wie viele andere, war aber dennoch auf der Renexpo gut zusammengefaßt und um die ersten zaghaften Netzwerkangebote durch die Fördergesellschaft Erneuerbare Energie (FEE) und das Umweltcluster Bayern gruppiert. Die Kurzumtriebsplantagen-Gemeinde präsentierte sich auf dem selbst schon umfangreichen Gemeinschaftsstand des Kup-Netzwerk, das das Ttz Bremerhaven koordiniert. Blockheizkraftwerke fand man um den Bundesverband Kraft-Wärme-Kopplung (B.KWK) versammelt, der selbst allerdings nur mit einem Mini-Kabuff vertreten war. Vielleicht trug diese Ordnung auch ihren Teil dazu bei, einige neue sowie einige lange nicht gesehene Aussteller zu motivieren: „Das paßte gerade“, „wir wollten auch unseren Kunden im Süden eine Kontaktmöglichkeit geben“, „wir wollten das mal ausprobieren“, lauteten weitere Begründungen der „Neuen“.
Andere Schwerpunkte der Messe waren Mini- und Mikrokraftwerke, Controlling und zukunftsfähige Stromnetze, was sich auch im Tagungsangebot widerspiegelte. Ebenso war neben den erneuerbaren Energien wieder eine Halle dem Bauen und Renovieren gewidmet. Schon nicht mehr wegzudenken ist auch der große Holzenergie-Kongreß des Bundesverbandes Bioenergie (BBE), zu dem energie pflanzen noch berichten wird.
Partnerland der diesjährigen Renexpo war Polen: Das Wirtschaftswachstum in seinem Land sei hoch, berichtete Jacek Robak von der Botschaft Polens in Berlin. Zudem bestünden bereits umfangreiche Wirtschaftsbeziehungen. Im Bereich der Erneuerbaren hätte Polen jedoch viel nachzuholen und würde deshalb gern von den Erfahrungen in Deutschland lernen, so Robak in fast akzentfreiem Deutsch weiter. Als eine Konsequenz wird die Reeco-Messegesellschaft demnächst auch in Warschau eine Renexpo installieren. Die nächste Renexpo in Augsburg wird vom 27. bis 30. September 2012 wie gewohnt in der Messe Augsburg stattfinden.

www.renexpo.de

Dorothee Meier

Dieser Artikel ist in der Ausgabe 5 / 201 energie pflanzen erschienen.





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