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energie pflanzen
DAS FACHMAGAZIN FÜR BIOENERGIE UND -ÖKONOMIE Samstag, 23.06.2018

2011_06_synergie_grZwei Beispiele für die Nutzung von Landschaftspflegematerial

Landschaftspflegematerial soll stärker energetisch genutzt werden. Für die Vergärung schuf das EEG 2012 neue gesetzliche Rahmenbedingungen wie den Wegfall der 50-Prozent-Schwelle. Bei holziger Biomasse jedoch spielen Verbesserungen der Technik und Logistik die größere Rolle.

In großen Kompostmieten rottet in Erkheim im Unterallgäu organisches Material vor sich hin. Gerade setzt sich ein Umsetzgerät in Bewegung, um eine Miete zu durchmischen. Auf dem Vier-Hektar-Areal der Käßmeyer-Firmengruppe wird Biomasse aller Art verarbeitet und in Wert gesetzt.

Agraringenieur Peter Käßmeyer hatte bereits im Jahr 1988 einen Kompostierungs-Service gegründet. Zehn Jahre später kam eine Biogasanlage für Abfallstoffe dazu, in der Speisereste, nasser Biomüll aus der braunen Tonne und überlagerte Lebensmittel vergoren werden. Hierfür rief der Gründer die Bio-Energie-Schwaben GmbH ins Leben. Im vergangenen Jahr verstarb Käßmeyer überraschend, seitdem leiten Michael Maier und Gerhard Weiß die Geschäfte des „Käßmeyer Biomasse-Kompetenz- Zentrums“.

Holztrocknung mit Biogaswärme

2011_06_synergie_1_grInzwischen wird auch Landschaftspflegematerial als Rohstoff zur Energiegewinnung genutzt, genauer der holzige Anteil. Er wird innerhalb der Käßmeyer-Firmengruppe in der Biomassehof Unterallgäu GmbH aufbereitet. Hier würden überhaupt Hackschnitzel aus Holz verschiedener Quellen hergestellt, erläutert Maier: So verfüge Sägerestholz in der Regel über eine gute Qualität, die zu „weißen Hackschnitzeln“ ohne Rindenanteil verarbeitet werden könnten. Bündelhölzer zeichneten sich durch eine gute Lagerfähigkeit aus, wobei sie über die Lagerzeit vortrocknen. „Jedoch sind die mittlerweile sehr hohen Einkaufspreise beim Sägerestholz die Schwierigkeit“, verrät der Geschäftsführer. Schon Waldhackschnitzel erfordern Maier zufolge einen hohen logistischen Aufwand von der Ernte bis zur Trocknung. Dieser verstärke sich noch bei Landschaftspflegematerial, das einen hohen Rinden- und vor allem im Sommer einen hohen Grünanteil aufweise. Werden diese Anteile mit verbrannt, können aufgrund erhöhter Chlor- und Aschegehalte mehr Emissionen entstehen oder es kommt zu Schlackeanbackungen in der Feuerung. Für das Material aus Hecken-, Baum- und Strauchschnitt sei deshalb eine besonders sorgfältige Aufbereitung nötig, die neben der Zerkleinerung auch eine Trocknung und Siebung umfasse.

Die Energie für die Holztrocknung auf dem Biomassehof Unterallgäu stammt von der benachbarten Abfall-Biogasanlage, deren Abwärme so im Sommerhalbjahr sinnvoll genutzt werden kann. Die große stationäre Siebanlage befindet sich gerade in Revision, denn hin und wieder müssen verschlissene Siebsterne aus Kunststoff ausgetauscht werden. Doch kein Problem: Was die Stationäranlage im Großen kann, können bei Käßmeyer auch mobile Siebanlagen, nur eben im Kleinen, auch bei „durchwachsenem Landschaftspflegematerial“.

Christian Dany

Der komplette Artikel ist in der Ausgabe 6 / 2011 energie pflanzen erschienen.




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