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DAS FACHMAGAZIN FÜR BIOENERGIE UND -ÖKONOMIE Montag, 25.09.2017

Jährlich 45.000 Tonnen frische Holzhackschnitzel verbraucht die Anlage.Zweibett-Wirbelschicht-Dampfvergasung bewährt sich endlich

Deutschlands größte Holzvergasungsanlage, das Heizkraftwerk in Senden bei Ulm, hat in seinen fünf Jahren Betriebsdauer schon eine aufregende Geschichte hinter sich. Betriebsleiter Frank Maierhans erzählt, wie es gelang, die Anlage in den Dauerbetrieb zu überführen. Damit schafften die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm, was mit der angewandten Technik bislang keinem so recht gelang.

Seit fast fünf Jahren ist Frank Maierhans jetzt Betriebsleiter des Holzvergasungs-Heizkraftwerkes in Senden bei Ulm. Auch wenn sich in einigen Phasen Probleme auftürmten, die manch sensible Natur wohl in tiefe Depression gestürzt hätten, ist er immer noch Feuer und Flamme für seine Anlage – und seine Technik: „Die Zweibett-Wirbelschicht-Dampfvergasung ist ein hochwertiger Prozeß. Sie ist sehr effizient und bietet die Möglichkeit, alternative, schwierig zu verwertende Rohstoffe einzusetzen – bis zur Müllvergasung.“ Den vielen Vorteilen stehe gegenüber, daß so eine komplexe Anlage naturgemäß schwierig zu betreiben sei. In Senden sorgen 15 Mitarbeiter im Drei-Schicht-Betrieb für eine Betreuung rund um die Uhr, sieben Tage die Woche.

„Bei der Holzvergasung bedeutet maximale Stromerzeugung auch maximale Wärmeauskopplung, denn die Wärme entsteht durch Kühlprozesse“, sagt der 40jährige Ver- und Entsorgungstechnik-Ingenieur. Das sei ein Vorteil gegenüber dem Dampfturbinenprozeß, bei dem der elektrische Wirkungsgrad sinke, je mehr Wärme entnommen werde. Maierhans weiß, wovon er spricht, hatte er doch zuvor acht Jahre lang ein Biomasse-Heizkraftwerk mit der konventionellen, aber bewährten Technik unter seinen Fittichen. Als er im Oktober
2012 nach Senden kam, ging es darum, die Holzvergasungsanlage aus dem Probe- in den Dauerbetrieb zu überführen: eine Herkulesaufgabe, denn die gute, effiziente Anlage erwies sich als widerspenstiges Monstrum. Sie brachte nicht nur die Techniker schier zum Verzweifeln, sondern auch die Controller der Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm. Die SWU als Kommunalwirtschaftsbetrieb der Städte Ulm und Neu-Ulm mit 1.100 Mitarbeitern betreiben die Anlage.

Nachdem der Vertrag mit der Anlagenbaufirma aufgelöst war, führte die SWU Energie GmbH die Inbetriebsetzung der Holzgasanlage in Eigenregie fort. Jetzt kann Maierhans behaupten: „Wir sind bei rund 6.000 Betriebsstunden im Jahr.“ Diese Größe sei 2015 und 2016 erreicht worden, wobei im Vorjahr sogar ein Schaden an einem Gasmotor zu verkraften gewesen sei. Die durchschnittliche Leistungsfähigkeit liege bei über vier Megawatt elektrischer und 6,4 Megawatt thermischer Leistung. Für den ehrgeizigen Betriebsleiter sind das aber nur Zwischenstands-Marken: „7.000 Betriebsstunden und mehr sind realistisch, wenn die letzten Optimierungsmaßnahmen greifen. Wir haben jetzt einen guten Standard und ein gutes Konzept: Naturbelassener Brennstoff geht in die Anlage rein. Damit produzieren wir Strom und Wärme mit hohem Wirkungsgrad. Als Reststoffe verbleiben Asche und Rauchgas aus dem Verbrennungsprozeß sowie Abgase von den Gasmotoren und dem Hilfskessel.“ Dieser Kessel werde mit Produktgas betrieben, wenn die Motoren stillstehen. Somit sei keine Notfackel erforderlich.

Der naturbelassene Brennstoff ist hauptsächlich Waldrestholz sowie Holz aus der Landschaftspflege. Die Hackschnitzel lagern in drei Silos von je 13 Meter Höhe. In einem vierten Silo werden sie getrocknet. Rund 45.000 Tonnen Frischmasse im Jahr benötigt die Anlage. „Bei den Biomasse-Lieferanten sind wir breit aufgestellt“, beteuert Maierhans, „das ist mir lieber, als von großen Lieferanten abhängig zu sein.“ Täglich werden im Schnitt zehn Lkw-Ladungen mit Hackschnitzeln, in der Regel erntefrisch mit rund 40 Prozent Wassergehalt, angeliefert. Nach der Trocknung liegt der Wasseranteil noch bei 20 bis 25 Prozent. [...]

Christian Dany

Der komplette Artikel ist in der Ausgabe 3 / 2017 energie AUS PFLANZEN erschienen.




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