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DAS FACHMAGAZIN FÜR BIOENERGIE UND -ÖKONOMIE Samstag, 19.08.2017

Am Tag der offenen Tür informierten sich geladene Politiker und Anwohner gleichermaßen über die Heizzentrale.Wärme aus Pellets für das Neubaugebiet Rahmer Wald

Emissionsarm in jeder Beziehung mußte die Pelletsfeuerung für das Dortmunder Neubaugebiet sein. Dafür griff die Fernwärmeversorgung Niederrhein auf einen Kessel der Marke Endress zurück.


Brachland, Bauschilder, Sandhaufen, ein Kran, Rohbauten und schon bewohnte Einfamilienhäuser – und zwei blaue Container samt Edelstahlschornstein hinter einem grünen Stabgitterzaun – so empfängt den Besucher das Neubaugebiet „Rahmer Wald“ im Dortmunder Stadtteil Jungferntal. An einem der Container sind die Türen geöffnet und geben den Blick auf einen Heizkessel, Aschetonnen, viele Rohre und mehr frei. Durch ein Guckloch im zweiten Container sind Pellets erkennbar. Eine kleine Gruppe Menschen mit roten Nasen und dicken Schals steht davor: der Baudezernent der Stadt, die Vorsitzende des Ausschusses für Umwelt, Stadtgestaltung und Wohnen des Stadtrates, Mitglieder der Bezirksvertretung Huckarde einerseits und andererseits Anwohner. Die Vertreter aus Politik und Verwaltung sind eingeladen, sich anzuschauen, wie ihre Beschlüsse nun umgesetzt wurden. Die Anwohner fragen: „Qualmt das, wenn der Kessel zündet?“ „Wie versorgen Sie uns, wenn der Kessel ausfällt?“ „Wie oft kommt der Lkw und liefert die Pellets an?“ „Wie laut ist das Heizwerk?“ „Die Container sehen ja nicht so schön aus, bleiben die so?“

Nach und nach trudeln am Heizwerk noch mehr Anwohner und auch die erste Familie mit ihren kleinen Kindern ein. Alle wohnen in einem der vielleicht zwei Dutzend schon fertigen Häuser oder werden hier demnächst bauen. Am Heizwerk ist an diesem kalten November-Samstag „Tag der offenen Tür“.

„Im Jahr 2014 ging das Heizwerk in Betrieb“, erklärt Andreas Johann von der Fernwärmeversorgung Niederrhein, die das Heizwerk und das Wärmenetz für das Neubaugebiet betreibt. Sie ist eine Tochterfirma der Stadtwerke Dinslaken und hat eine Niederlassung in Dortmund. Vor drei Jahren hatte der Energieversorger den Zuschlag bei der Ausschreibung der Wärmeversorgung für das Baugebiet erhalten. Der Stadtratsbeschluß zur Aufstellung des Bebauungsplans lag da schon einige Jahre zurück. „Das besondere ist, daß es eine städtische Fläche ist“, erklärt Gerald Kampert vom Stadtplanungs- und Bauordnungsamt. „Schon seit einigen Jahren kauft die Stadt potentielle Bauflächen auf, damit wir bei deren Entwicklung unsere eigenen Ziele verfolgen können“, betont der Stadtplaner. Mit privaten Investoren, so seine Erfahrung, wäre kaum die Errichtung eines Wärmenetzes auf Basis von Bioenergie möglich gewesen. Ohne Pilotprojekte wie das Baugebiet Rahmer Wald ist aber das Ziel von 40 Prozent Klimagaseinsparung bis zum Jahr 2020 entsprechend des städtischen „Handlungsprogramm 2020“ kaum erreichbar. Daß es am Rahmer Wald ein Wärmenetz mit Pelletsfeuerung wurde, hatte sich aus einer Machbarkeitsstudie ergeben, die verschiedene Varianten der Energieversorgung mit erneuerbaren Energien untersucht hatte. Eine weitere Voraussetzung für den Bau des Wärmenetzes war der Anschlußzwang für die Neubauten. Dieser wurde per Satzung beschlossen, was seit dem Inkrafttreten des Erneuerbare-Energien-Wärmegesetzes im Jahr 2009 möglich ist. „sonst rechnet sich das auch nicht“, betont Stadtwerkevertreter Andreas Johann. Ohne die Planungssicherheit und die Festlegung der Anzahl und Größe der Häuser wäre der Fernwärmeversorger zu keinem Angebot bereit gewesen. Allerdings trägt er das Risiko, wenn erst später, als geplant, gebaut wird und auch die Einnahmen aus dem Wärmeverkauf entsprechend verzögert eintreffen.

So greift letztlich eins ins andere: um das Wärmenetz möglichst effizient betreiben zu können, wurden alle Häuser an einer Ringstraße angeordnet, so daß eine nur zwei Kilometer lange Ringleitung ausreicht. Kein Hausanschluß ist länger als acht Meter. Und natürlich mußte das Netz samt Anschlüssen schon vor dem Bezug des ersten Hauses fertig sein. Das steht übrigens direkt gegenüber dem Heizwerk. [...]

Dorothee Meier

www.endress-feuerungen.de
www.fernwaermeniederrhein.de

Der komplette Artikel ist in der Ausgabe 6 / 2016 energie AUS PFLANZEN erschienen.




Wer immer gut informiert sein will, muß die Zeitschrift energie aus pflanzen lesen.
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