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DAS FACHMAGAZIN FÜR BIOENERGIE UND -ÖKONOMIE Montag, 20.11.2017

Vor allem 2.000 Quadratmeter Verkaufsfläche unter Glas müssen beheizt werden.Wingendorfer Gärtnerei im Westerwald stieg auf Holz um

Mit Holz zu heizen, steht einer Gärtnerei gut an. Doch das Einpassen der Hackschnitzelheizanlage in die beengten Verhältnisse erforderte kluge Lösungen.


Bei Rainer Schlechtriemen kann man nicht nur Grünes und Buntes für Garten und Balkon einkaufen, er heizt auch grün: mit Holzhackschnitzeln aus dem Westerwald, in dem sich das Örtchen Wingendorf hoch in ein Seitental der Sieg erstreckt. Schlechtriemen stand vor zwei Jahren vor einem Problem: Seine Ölheizung, die die Verkaufsräume und Betriebsgebäude heizt, pfiff aus dem letzten Loch, reichte nicht mehr aus und gab eher schnell als langsam ihren Geist auf. Der Gärtnerei-Inhaber benötigt aber zuverlässig viel Wärme, vor allem in kalten Winternächten. Einen längeren Ausfall der Heizung kann er sich nicht leisten, denn das würde seine bunt blühenden Waren umbringen. Zudem bereiteten ihm steigende Heizölpreise Sorgen, so daß er sich nach Alternativen umschaute. Daß die neue Feuerung eine für Hackschnitzel wurde, ist vor allem den guten Erfahrungen anderer Gewerbebetriebe und einem Brennholzhändler in seiner Nähe zu verdanken. Denn hier war er sich sicher, immer Brennstoff aus dem sich rundum erstreckenden Westerwald zu bekommen. Auch der Preis stimmte. Zumindest in der Überlegungs- und Planungsphase. Inzwischen ist das Holz teurer geworden, der Händler versucht seine sehr gute Ware nach Energiegehalt abzurechnen und der Heizölpreis sinkt. Aber die Feuerung wird ja noch viele Jahre die 2.000 Quadratmeter Verkaufsfläche unter Glas, 600 weitere Quadratmeter unter Glas für Kaltkulturen und zwei Wohnhäuser mit Wärme beliefern. Im Prinzip paßte eine Hackschnitzelfeuerung also bestens in den Betrieb der Grünen Branche. Allerdings hatte Schlechtriemen dann ein ganz praktisches Problem: Der alte Ölkessel steht in Keller. Zu der neuen Hackschnitzelheizung war aber noch ein Lager nötig, das nicht wie der Heizöltank mit einer langen Leitung angeschlossen werden kann, sowie ein großer Pufferspeicher. Schließlich fand sich die Lösung im Eck zwischen Haus, Gewächshaus und Straße.

Von der Seitenstraße führt eine kurze Einfahrt auf das Grundstück, eigentlich in das Lager für Hackschnitzel. Jetzt im Sommer liegt aber nur ein kleiner Haufen auf der überdachten Betonfläche, davor stehen ein Gabelstapler und eine Palette mit Kleinkram, an der Wand lehnt eine Sackkarre und hängen Schaufeln. Jeder Quadratzentimeter wird genutzt. Wenn der Lkw mit den Hackschnitzeln kommt, muß das weg sein. Das Dach auch. Es wird nach hinten weggeschoben – über den Heizcontainer hinweg. Nur so kann das Lager befüllt werden. Gebaut hat die Konstruktion ein örtlicher Handwerker, ausgedacht hat sie sich Werner F. Klein von
WFK-Energiekonzepte, einem Planungs- und Vertriebsbüro mit Schwerpunkt auf Nahwärmenetzen. Das Büro, das vor allem Kessel des Herstellers Endress Holzfeuerungsanlagen aus Burgbernheim vertreibt, plante die komplette Anlage. Schlechtriemen war das Büro von einem Gartenbaukollegen empfohlen worden, auch der Gartenbau-Landesfachberatung Rheinland-Pfalz war es bekannt.

Robuste Hackschnitzelzufuhr

Ein schmaler Gang führt um das Lager herum an Rollwagen und anderem Bedarf für den Topfpflanzenverkauf vorbei zum Heizcontainer aus Stahl. Er steht etwa 30 Zentimeter tiefer. Die Türen schrappen beim Öffnen knapp an der gepflasterten Stufe vorbei. „Die Absenkung war nötig, um die Hackschnitzel der Feuerung auf der richtigen Höhe zuzuführen“, erklärt Klein. Sie läuft meist störungsfrei. „Die Anlage ist so gut wie die Futtereinbringung“, beschreibt Klein sein Motto. Deshalb besitzt der Antrieb des Hackschnitzelrührwerks mit 9.500 Newtonmetern ein besonders hohes Drehmoment. Die Förderschnecke mit acht Millimeter dicken Wendeln liegt in einem trogförmigen Kanal mit einer Weite von 18 Zentimetern. So können problemlos kostengünstigere G50-Hackschnitzel gefördert werden. Einmal hatte Schlechtriemen dann aber doch ein Problem – und holt ein armlanges, schmales Holzstück hervor, das sich im Kanal verklemmt hatte. [...]

Dorothee Meier

Der komplette Artikel ist in der Ausgabe 6 / 2015 energie aus pflanzen erschienen.




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