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energie pflanzen
DAS FACHMAGAZIN FÜR BIOENERGIE UND -ÖKONOMIE Freitag, 24.11.2017

Die Baustoffirma Klimis nutzt Briketts aus Oliventrester, um Kalk zu brennen. / Foto: Martin EgbertOliventrester mit doppelt energetischem Potential

Die Reste der Olivenölproduktion sind ein energetischer Schatz, der noch gehoben werden muß. Eine Baustoffirma von der griechischen Halbinsel Peloponnes nutzt den Trester erst als Brennstoff für die Kalkproduktion, aus dem verkohlten Rest werden noch Grillbriketts gepreßt.



Es ist schwer, rund um Kalamata keinen Olivenbaum zu sehen. Irgendwo steht immmer einer dieser knorrigen Wächter einer jahrtausendealten Kulturlandschaft. Daß die Menschen hier an der Südküste der Peloponnes traditionell von und mit der Olive leben, zeigt sich besonders zwischen November und Januar: Auf Plantagen und Hainen breiten sie große Planen aus, steigen mit Leitern in die Bäume, um die kleinen grünen Früchte herunterzuschütteln und Äste zurückzuschneiden. Über die Straßen ruckeln Trecker mit Anhängern, auf denen sich mit Oliven prallgefüllte Jutesäcke stapeln. Aus den Schornsteinen der vielen Ölmühlen steigt ein wohlriechender, weißer Dampf in den azurblauen Himmel.
Region und Stadt Kalamata sind Namensgeber einer fleischigen Olivensorte. Weltbekannt ist auch das milde und fruchtige Olivenöl der Gegend, das vorwiegend aus der kleinwüchsigen Sorte Koroneiki gepreßt wird. Die jahrtausendealte Nutzpflanze nutzt aber zu noch viel mehr. Die Reste der Ölpressung, also der Trester aus Kernen, Haut und Fleisch, eignen sich als Brennstoff. Der erste Trester fällt nach der Kaltpressung bei nur 28 Grad an. Dieser ist zum Verbrennen zu schade. Aus ihm lösen industrielle Mühlen weiteres Olivenöl mit chemischen Verfahren und unter großer Hitze aus. Aber selbst der Rest dieser zweiten Pressung enthält noch so viel Öl, daß er als Biomasse-Energieträger genutzt werden kann. Immer noch heizen die Menschen ihre Häuser zum Teil mit diesem getrockneten Trester, je nachdem, wie der Preis für Erdöl gerade steht. Für diese Verwendung in Kleinfeuerungen können sowohl Briketts, als auch der lose Trester genutzt werden.

Eine Bauunternehmerfamilie aus der Stadt Kalamata aber tüftelte noch eine ganz andere Nutzung aus: Sie entwickelte Grillbriketts aus dem Oliventrester. Diese entstehen nicht auf Kosten einheimischer oder tropischer Wälder, verursachen ein Drittel weniger CO2-Emissionen als herkömmliche Grillkohle und brennen geruchsneutral sowie ohne Funkenflug ab. Und sie haben immerhin einen Heizwert von rund 26 Megajoule pro Kilogramm. „Großvater hat an dem Grundverfahren über zehn Jahre lang getüftelt“, erzählt Dimitra Kottaridi, als sie uns auf dem Hof der Baustoffirma Klimis empfängt. Paletten mit Ziegelsteinen und Betonteilen stehen herum. Dahinter sind große Becken mit Kalk zu sehen, ein Bagger rührt in der zähen, weißen Masse.
Schon der Großvater brannte Kalk für das eigene Baugeschäft. Mit ihm weißen die Menschen hier ihre Häuser; zudem schützt ein Kalkanstrich Bäume und Weinreben vor Insekten. Brennstoffe wie Holz sind rar und teuer auf der Peloponnes, Oliventrester dagegen ausreichend vorhanden. „Oft schüttete man ihn sogar einfach ins Meer, um ihn loszuwerden“, erinnert sich Dimitra Kottaridi. Warum also nicht den Trester zum Kalbrennen nutzen? Kalk aber wird bei hoher Hitze gebrannt. Die erforderlichen Temperaturen um die eintausend Grad sind mit dem losen Trester alleine nicht zu schaffen. Großvater Kottaridi aber nahm aus Oliventrester gepreßte Briketts und verkohlte sie unter Entzug von Sauerstoff im Kalkbrennofen. Weil die Briketts einen Ölgehalt von acht bis zehn Prozent haben, unter hohem Druck gepreßt sind und Stärke als Bindemittel enthalten, entsteht bei dieser Art der Verkohlung ausreichend Hitze, um Kalk zu brennen. Als Abfall des Verfahrens bleibt karbonisierter Oliventrester übrig. [...]

Klaus Sieg

Der komplette Artikel ist in der Ausgabe 3 / 2015 energie aus pflanzen erschienen.

www.klimiscoal.gr




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