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energie pflanzen
DAS FACHMAGAZIN FÜR BIOENERGIE UND -ÖKONOMIE Freitag, 24.11.2017

Auf dem Dach ist der Wärmetauscher montiert. Ein Ventilator saugt die erhitzte Luft an und bläst sie zu den Containern.Besonders effizienter Wärmetauscher nutzt Wärme aus dem Schornstein

Ein Zinkoxidwerk im Harz blies fast achtzig Jahre lang seine heiße Abluft ungenutzt in die Umgebung. Jetzt wird diese Energie sinnvoll genutzt.

Ein bißchen aus der Zeit gefallen wirkt das Werksgelände der Norzinco GmbH in Goslar: Der Besucher muß seinen Kopf weit in den Nacken legen, um das Ende der gemauerten Schornsteine im trüben März-Himmel auszumachen. Frisch lackiert und edelstahlglänzend kommen dagegen sieben Hakenlift-Container und ein dicker Luftkanal daher, der vom Dach der Werkshalle nach unten führt.


Pro Stunde strömen 40.000 bis 60.000 Kubikmeter gefilterte, rund 200 Grad heiße Abluft aus der Produktion in einen Schornstein. Ein Ventilator saugt über einen Gas-Gas-Wärmetauscher die Abluft aus dem Schornstein: Sie erhitzt einen zweiten Luftstrom. Dieser Luftstrom wird aus einem vorhandenen Kühler der Werkshalle angesaugt, der stets rund 35 Grad warm ist. Diese über das gesamte Jahr gleichbleibende Ansaugtemperatur sorgt für einen besonders effektiven Betrieb des Gas-Gas-Wärmetauschers. Die Heißluft aus dem Wärmetauscher wird in einen Luftkanal gedrückt, an den über Schläuche die sieben Container angeschlossen sind, die vor der Werkshalle stehen. Dort kommen dann noch 100 bis 110 Grad an, mit denen Scheitholz und Hackschnitzel schnell, aber zugleich schonend getrocknet werden.

Besondere Dimension

Ventilatoren und ein – sehr großer – Wärmetauscher bringen versierte Ingenieure nicht unbedingt an ihre Grenzen, die Herausforderung bei der Umsetzung war für die S & Ü Hydraulik und Maschinenbau
GmbH aus dem westfälischen Marienmünster anderer Natur. Daniel Diesing von S & Ü war für die Planung zuständig, er bringt die Besonderheit auf den Punkt: „Das war hier schon die große Dimension: Der Wärmetauscher wiegt sechs Tonnen und mußte mit Gerüst und Kran montiert werden.“ Für diesen Aufbau in rund zwölf Meter Höhe mußte das Gebäude verstärkt werden. Was die Planung nicht erleichterte: Das Werksgelände entstand Mitte der 30er Jahre, und es sind keine Bauunterlagen vorhanden. Für die Montage war außerdem eine enge Absprache mit Norzinco nötig, da aus Sicherheitsgründen die Produktion vorrübergehend heruntergefahren werden mußte.

Holz liegt im Harz nahe

Die mit Hackschnitzeln oder Scheitholz gefüllten Container liefert die Firma Holz-Reimann an, deren Firmensitz im nur wenige Kilometer entfernten Bad Harzburg liegt. Geschäftsführer Klaus Reimann erklärt: „Unser Kaminholz erfährt bei Privatkunden in ganz Deutschland eine so gute Nachfrage, daß wir neue Wege gingen, um unsere werkseigene Trocknungskapazität zu steigern.“ Verantwortliche von Norzinco und Holz-Reimann lernten sich auf einer Veranstaltung der Wirtschaftsförderung des Landkreises Goslar näher kennen. Nachdem die Entscheidung für das Zinkoxidwerk als Wärmequelle gefallen war, folgten vier Jahre Arbeit bis zur Inbetriebnahme Anfang 2014. Klaus Reimann erinnert sich, daß er zunächst bei zwei bekannten Trocknungsherstellern anfragte, aber schließlich überzeugte das technische Konzept von S & Ü. Insbesondere Planung und Genehmigung des Projekts waren aufwendig. Bei der Genehmigung war entscheidend, daß Norzinco als „Störfallbetrieb“ eingestuft ist, der unter besonderer Aufsicht der Genehmigungsbehörden steht. Insgesamt investierte rund 500.000 Euro in die Trocknung und vereinbarte mit Norzinco einen festen Wärmepreis. Es wurde zugesagt, daß ganzjährig eine garantierte Mindestmenge abgenommen wird. Die tatsächlich verbrauchte Energie wird über einen Wärmemengenzähler ermittelt und entsprechend bezahlt. So erlöst das Werk Einnahmen aus zuvor ungenutzter Wärme, Reimann erhielt zusätzliche, preisgünstige Trocknungskapazität. [...]

Johanna Waid

Der komplette Artikel ist in der Ausgabe 2 / 2015 energie aus pflanzen erschienen.




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