- Anzeige -
- Anzeige -
FORSTFACHVERLAG GMBH & CO. KG · MOORHOFWEG 11 · 27383 SCHEEßEL · info@forstfachverlag.de · www.forstfachverlag.de · ✆ +49 (0) 4263 / 9395-0
energie pflanzen
DAS FACHMAGAZIN FÜR BIOENERGIE UND -ÖKONOMIE Montag, 20.11.2017

Gehackt wird das Holz unsortiert und bereits im Wald. Zum Pelletieren wird es später gemahlen.Pelletiertechnik an den Rohstoff Waldholz angepaßt

Holzpellets in Premium-Qualität können auch aus Waldholz inklusive Rinde hergestellt werden. Den Beweis liefert seit einigen Jahren ein Schweizer Unternehmen.


Die Schweizer sind Tüftler. Sie tüfteln an für die Ewigkeit gebauten Präzisionsuhren, an Bankgeheimnissen, die sicher wie gepanzerte Safes sind, und an Ricola, die so in aller Munde sind, daß sogar US-Amerikaner inzwischen wissen, daß es eine Schweiz gibt.
Einer von diesen Alpenmenschen ist Oskar Schneuwly: Landwirt, seit dem Jahr 2002 aber auch Holzpelletsproduzent und Geschäftsführer der „BestPellet Wärme AG“ mit Sitz im 7.000-Einwohner-Städtchen Düdingen im Kanton Freiburg.
Was in Deutschland und Österreich derzeit oft noch zu teuer und auch als nicht verbrennbar in High-Tech-Endverbraucher-Pelletskesseln gilt, scheint Schneuwly nicht zu jucken. Er verpelletiert – und zwar mit wachsendem Erfolg – Waldholz. Dabei beläßt er die Rinde am Material, was den Aschegehalt nach oben treibt, mischt problemlos verschiedene Holzarten und kommt nach eigenen Angaben ohne Preßhilfsmittel aus – bis zu zwei Prozent in Form von Stärke oder Mehl sind beispielsweise für das Gütezeichen ENplus erlaubt. Trotzdem produziert er nach eigenen Angaben Holzpellets in ENplus-A1-Qualität. Mit nur einer Einschränkung: Für den Aschegehalt garantiert er nur einen Höchstwert von unter einem Prozent, die Statuten für ENplus-A1-Pellets sehen eine Obergrenze von 0,7 Prozent vor.
Quereinsteiger Schneuwly hatte ursprünglich nur getrockneten Hühnerkot verpelletiert und als Dünger verkauft, bis ihn ein befreundeter Förster auf Holz als Rohstoff aufmerksam machte. Doch Schneuwly wies das zunächst von sich und fragte: „Warum den jahrtausendealten Brennstoff Holz in eine neue Form überführen?“
Dennoch erkundigte er sich. Sein Ehrgeiz wurde dann von der Skepsis eines Pressenherstellers geweckt, der meinte, daß das Pressen von Holzpellets auf Schneuwlys alter Maschine nicht ginge. „Wenn das so schwierig ist, dann machen wir’s“, trotzte der Tüftler. Zwei Jahre vertiefte er sich in den Pelletierprozeß. Ein anderer Skeptiker, Anton Zimmermann, Geschäftsführer der ZM-Technik für Holz AG, konstruierte ihm nach langem Zögern dann schließlich eine Pelletieranlage nach seinen Vorgaben. Die Finanzierung übernahm Schneuwly selbst, weil Zimmermann das Risiko eines Reinfalls zu groß war. Doch das Beharren zahlte sich aus: „Wir haben uns ein Know-how angeeignet, das sonst niemand hat“, sagt Schneuwly.

Mit Rinde in Premium-Kesseln

Die Produktion in Düdingen ist noch recht überschaubar: Im vergangenen Jahr produzierte das Unternehmen 5.800 Tonnen Holzpellets bei einer Kapazität von bis zu 12.000 Tonnen. Der Schweizerische Inlandsverbrauch beläuft sich derzeit auf rund 200.000 Tonnen im Jahr. Doch wenn sich die Entwicklung so fortsetzt wie bisher, sieht Schneuwly in zwei Jahren seine Kapazitätsgrenze erreicht – er plant bereits ein zweites Werk. Das werde auch wieder ein relativ kleines sein, meint er.
Daß seine Pellets bis zu einem Prozent Asche enthalten können und auch eher braun statt weiß sind, stört nicht. Die Leute würden seine Pellets trotzdem kaufen und verfeuern – in den bekannten Markenkesseln wie KWB, Ökofen, Windhager, Oertli und Co. Auf der Nachfrageseite scheint die Experimentierbereitschaft genauso ausgeprägt wie auf der Anbieterseite, wiederum gepaart mit Schweizer Eigensinn, so daß neue Lösungen schließlich durch Hartnäckigkeit erzwungen werden.

Dittmar Koop

Der komplette Artikel ist in der Ausgabe 6 / 2014 energie aus pflanzen erschienen.

www.bestpellet.ch
www.zmtechnik.ch




Wer immer gut informiert sein will, muß die Zeitschrift energie aus pflanzen lesen.
Kompetente Fachinformationen rund um nachwachsende Rohstoffe und erneuerbare Energien.

nach oben | Startseite

    © 2017 Forstfachverlag GmbH & Co. KG KONTAKT | AGB | IMPRESSUM