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DAS FACHMAGAZIN FÜR BIOENERGIE UND -ÖKONOMIE Freitag, 24.11.2017

Durch die vollständige Verbrennung ist die Asche fast weiß. / Foto: Werkstätten Heating-SystemsNeuer Drehrohrkessel zur emissionsarmen Verbrennung von Reststoffen

Bisher galten Reststoffe in der Verbrennung als schwierig. Der neue Drehrohrkessel der Werkstätten Heating-Systems verspricht Änderung.

Damit würde ein neuer Standard gesetzt, berichtet Peter Erik Jorgensen stolz. Gesagt hat dies der TÜV anläßlich der Typenprüfung des neuen Kessels REH500eco der Werkstätten Heating-Systems GmbH aus Nordhorn. Gemeint hat der TÜV vor allem die sehr niedrigen Emissionswerte.


Jorgensen sucht gerade den Schatten der Kesselhalle im dänischen Høleby auf der Insel Lolland. Er, sein dänischer Kollege John Rasmussen und der Ingenieur Nils Moggert aus Nordhorn haben hier, mitten in der Sommer-Urlaubssaison, die erste verkaufte Kundenanlage in Betrieb genommen. Sie verbrennt ab nun beim Saatgutproduzenten Vikima Seed Reststoffe aus der Abreinigung von Spinat- und Gemüsesamen sowie nicht verkaufbare Saatgutchargen. Mit der Wärme wird das Saatgut getrocknet. Bisher waren Brennstoffe wie das Abreinigungsmaterial ein Problem: hoher Aschegehalt, niedriger Ascheerweichungspunkt sowie Emissionen von Ruß, Kohlenmonoxid und mehr. Doch der Kessel der Nordhorner bewältigt diese Probleme locker. Sein Geheimnis: „Eigentlich ist das gar nichts Neues“, schränkt Nils Moggert erst einmal ein. Was er meint, ist die Technik des Drehrohrkessels, wie er aus der Sondermüllverbrennung und Zementherstellung bekannt ist. Neu ist jedoch die relativ geringe Größe, aber auch die Flexibilität, Brennstoffe im laufenden Betrieb wechseln zu können.

Das Prinzip des Drehrohrkessels beschreibt schon der Name: Ein sich drehendes Rohr bewegt und durchmischt ständig den Brennstoff während des Abbrandes. Beim Modell der Nordhorner ist das Rohr ein 3,50 Meter langes Stahlrohr, das innen mit feuerfestem Beton ausgekleidet ist; der Brennstoff wird durch die Drehung mehr oder weniger weit die Wand hinaufgetragen, bevor er wieder nach unten fällt. Dort bilde er einen ständig wandernden Kegel, über den ein turbulenter Flammenwirbel streiche, stellt Moggert den Effekt dar. So können keine Nester unverbrannter Biomasse entstehen, oder, anders gesagt: Der Kohlenstoff wird vollständig umgesetzt. Der Vorschub des Brennmaterials in dem kontinuierlich beschickten Kessel entsteht durch die Neigung des Drehrohrs. Wie stark die Neigung ist und wie schnell sich das Rohr dreht, hängt von der Art des Brennstoffs und dessen Menge ab. „Damit kann der Kessel für verschiedene Brennstoffe genutzt werden, ohne umgebaut werden zu müssen. Das kann allein über die PLC-Steuerung geregelt werden“, beschreibt Moggert einen Aspekt, der den Entwicklern wichtig war.
Daneben verhindert die ständige Bewegung die Bildung von Schlacke. Aber auch Sand und andere mineralische Verunreinigungen – bei Vikima sind bis zu 20 Prozent Erde im Brennstoff – können sich nicht festsetzen. Auf die Bildung von Schlacke hat aber auch die Verbrennungstemperatur Einfluß. Sie wird mit zwei Kniffen auf 800 Grad gehalten: Erstens wird gleich am Anfang mit der Verbrennungsluft ein Teil des Rauchgases vom Ende der Feuerung wieder eingeblasen. Der damit verringerte Sauerstoffgehalt reduziert die Oxidation und damit die Wärmeentwicklung. Zweitens ist das Stahlrohr komplett von einer Wasserkühlung umschlossen. „Sie sorgt dafür, daß der Stahl nicht mehr als fünf Grad wärmer als das Wasser wird“, erklärt Jorgensen. [...]

Dorothee Meier

Der komplette Artikel ist in der Ausgabe 5 / 2014 energie aus pflanzen erschienen.




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