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DAS FACHMAGAZIN FÜR BIOENERGIE UND -ÖKONOMIE Mittwoch, 22.11.2017

Bis zu einer Tonne kann die Erntemaschine zuladenErnte- und Aufbereitungstechnik für Pflanzruten

Noch ist die Herstellung von Pflanzruten für die Anlage von Kurzumtriebsplantagen viel Handarbeit. Mit dem „Rod-Picker“ soll mehr Automatisierung einziehen, so daß die Kosten sinken.


Der Traktor fährt schnurstracks auf eine Reihe dünner, mehrtriebiger Weiden zu. Der Fahrer bringt seine Maschine neben der Reihe in Position und senkt den am Heck des Schleppers angebauten Prototyp des Rod- Pickers ab. Dann drückt er verschiedene Tasten auf einer Fernbedienung, die neben ihm in der Fahrerkabine liegt. Am zapfwellenangetriebenen Rod-Picker setzen sich nun schwarze, genoppte Gummiförderbänder sowie zwei Kreissägeblätter in Gang. Das Gespann ruckt an und fährt exakt an der Weidenreihe entlang. Die Kreissägeblätter fressen sich ins dünne Holz der Weidentriebe. Gleichzeitig kürzt oben ein Spitzenkapper die Triebe ein. Er ist 80 Zentimeter breit, Kugelköpfe führen die Triebspitzen dem Messerbalken zu. Den unteren Teil der Weidentriebe, aus dem die Pflanzruten werden, klemmen die genoppten Förderbänder zwischen sich ein. Sie transportieren die einzelnen Triebe senkrecht wie Standarten schräg nach hinten weg. Nach etwa einem Meter öffnet sich die Klemme an den Umlenkrollen und die Triebe fallen nach unten auf eine Ladefläche – in Reih und Glied.

Mit einer Fernsteuerung in der Schlepper-Kabine schaltet der Fahrer die einzelnen Funktionen des Rod-Picker und reguliert ihre Geschwindigkeit: die senkrechten Transportbänder, den Spitzenkapper, das Ladeflächen-Förderband und die Sägeblätter.Schmale Förderbänder auf dem Boden der Ladefläche schieben den Stapel langsam zur Seite und verteilen die Triebe über die gesamte Breite der Ladefläche – die Ausrichtung mit dem Fuß zum Traktor und dem Kopf zur hinteren Wagenkante bleibt dabei stets erhalten. Hinten wippen die Spitzen über die Ladefläche hinaus und glänzen manchmal sogar ein wenig im strahlenden Schein der Märzsonne. Einige Triebe blühen bereits, der Winter ist in diesem Jahr früh zu Ende.

Für eine reguläre Ernte von Vermehrungsgut für Kurzumtriebsplantagen (Kup) ist es fast schon ein bißchen spät, aber immerhin ist es jetzt trokken und der lehmige Boden des Mutterquartiers der Lignovis GmbH nahe Nossen in Sachsen befahrbar. Der Rod-Picker ist hier erstmals vor Publikum im Einsatz. Eineinhalb Jahre tüftelte ein Konsortium aus TU Dresden, Egedal Maskinfabrik aus Dänemark, Lempe GbR, Salixenergi Europa aus Schweden, Universität Politehnica Din Timisoara aus Rumänien und ttz Bremerhaven an dem Gerät, wobei die Ernteeinheit nur ein Teil ist. Der zweite ist eine Sortier- und Schneideinheit, die später auf Gut Höfgen vorgeführt wird, wo sich das Weiden-Mutterquartier von Carsten Neumeister (siehe energie aus pflanzen 4/2013) befindet.

Der Traktorfahrer gibt Gas und rauscht die Reihe entlang. „Wir halten eine Geschwindigkeit von sieben bis acht Stundenkilometer für gut“, erklärt Thomas Peschel, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Uni Dresden, die die Maschine konstruierte. „Es geht aber auch bis zu 13 Stundenkilometer schnell“, begründet Peschel die flotte Fahrt bei der zuletzt gefahrenen Reihe, wo die Sägeblätter nicht viel leisten mußten.

Inzwischen gelangte das Gespann am Ende der Reihe an. Der Wagen ist gut zur Hälfte gefüllt. Der Weg führt zwischen den Stumpen der bereits geernteten Reihen hindurch zum Feldrand. Hier liegen schon einige Haufen abgesägter Ruten. Der Fahrer läßt die rechte Seite des asymmetrisch gebauten Ladewagens hydraulisch herab. Sie ist länger als die linke, nur grob vergitterte Seite. Auf der klappbaren Seitenwand setzen sich zudem die Förderbänder der Ladefläche fort. Sie laufen jetzt und schieben nach und nach alle Ruten vom Wagen herunter auf den Boden. Die Klappe ist allerdings so lang und die Stege auf den Förderbändern so hoch, daß auch auf einen Wagen umgeladen werden kann – was in der späteren Praxis eher der Fall sein wird als die Zwischenlagerung am Feldrand. […]

Dorothee Meier

Der komplette Artikel ist in der Ausgabe 2 / 2014 energie aus pflanzen erschienen.




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