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energie pflanzen
DAS FACHMAGAZIN FÜR BIOENERGIE UND -ÖKONOMIE Montag, 20.11.2017

An diesem Tag wurde auf dem Eder-Hof das frisch geerntete Kup-Holz mit einem zapfwellenbetriebenen Vandaele-Holzhacker TV22-32 TR sofort gehackt. / Foto: WraneschitzScheitholz aus Kurzumtrieb, sonst kaum Neues bei Energieholz-Erntevorführung

Wenn Sepp Zeilinger zum Energiestammtisch lädt, dann werden zuvor neue Energieholz-Erntemethoden vorgeführt. Normalerweise passiert das am Loryhof in Wippenham in Oberösterreich und beim dortigen Biomasse- Info-Center. Doch diesmal konnten vor allem Oberbayern den Umgang mit Kurzumtriebsholz erleben: Der Eder-Hof in Ampfing im Landkreis Mühldorf am Inn war Ende November Schauplatz eines nicht ganz alltäglichen Holzerntetages.


Gleich über „drei Premieren“ freut sich Sepp Zeilinger, der Energieholz- Pionier aus Österreich an diesem Tag. Da ist zum einen der „hohe Besuch“: Damit meint der Landwirt, Gastronom und „Konsulent für Umweltfragen der Oberösterreichischen Landesregierung“ den Bayerischen Umweltminister Marcel Huber (CSU). Dieser steht schon in aller Frühe am Energiewald, um sich die Ernte aus der Nähe anzusehen. Was für den Minister aber kein großes Problem darstellt, denn schließlich wohnt er mitten im Veranstaltungsort Ampfing, einer oberbayerischen 6.500- Einwohner-Gemeinde mit 63 Ortsteilen, auf halbem Weg zwischen München und Passau direkt an der Autobahn A94 und mit eigener Ausfahrt.
Marcel Huber gibt sich informiert: Anders als vielen anderen verantwortlichen Politikern sei ihm bewußt, daß ein Großteil des Energieverbrauchs hierzulande nicht aus Strom, sondern aus Wärme bestehe und mahnt: „Eine Energiewende, bei der nichts zu sehen ist, gibt es nicht.“ Der Minister fordert von der Bevölkerung mehr Akzeptanz für neue Energieformen, will aber auch „nicht ganz Bayern zur Pappelallee“ umgestalten. „Miscanthusanbau ist nicht so toll“, gibt er sich zwar kritisch. Doch lobt er den CO2-neutralen Kreislauf des Energiepflanzenbaus allgemein und speziell den von Kurzumtriebsplantagen (Kup).

Von Öl und Gas zu Energie aus Pflanzen

Ampfing war lange Jahre und weithin sichtbar eine echte Alt-Energie-Gemeinde: Bis zum Jahr 1997 wurden hier Erdöl und Erdgas gefördert. Als eine Art Industriedenkmal für die versiegten Quellen steht am Bahnhof noch immer ein Öl-Pumpenbock, den die Ölfirma Mobil Oil der Gemeinde schenkte.
Nun aber zieren Solarthermie und Photovoltaik-Anlagen bereits viele Dächer. Auch „konventionelle“ Holzenergienutzung in Kaminen und Scheitholzkesseln ist weit verbreitet, dank der umliegenden Wälder: „Ausputzholz“, also das, was bei der Durchforstung abfällt, ist das bevorzugte Brennmaterial. Doch Anton Eder, dem Besitzer des Eder-Hofs mitten im Altort von Ampfing, ist das nicht genug. Er will hier neue Energiewälder etablieren, gewissermaßen die endlichen Alt-Energien durch nachwachsende unendliche ersetzen.
Auf dem Eder-Hof existiert schon seit Jahrzehnten keine Haupterwerbslandwirtschaft mehr. Der Hoferbe Eder arbeitet als Augenoptiker. Deshalb hält er längst keine Stalltiere mehr und verpachtet die verwertbaren Wiesen und Äcker. Doch er besitzt noch eine Alt- Energie-Reliquie: keine Gasoder Ölquelle, sondern eine frühere Torfabbaufläche. Daß er sich vor vier Jahren ausgerechnet diesen tiefschwarzen Torf-Boden für seine Energiewald- Pflanzung aussuchte, das ist die zweite Premiere, die der Österreicher Kurzumtriebs-Guru Sepp Zeilinger an diesem Tag in Oberbayern präsentiert. „Mich freut, daß eine über lange Zeit ungenutzte Fläche, die jahrzehntelang keinen Ertrag brachte, jetzt genutzt wird.“ Mit seinen blumigen Worten trifft Zeilinger offensichtlich das Herz der zahlreichen Zuschauer am Feldrain: „Schaut diese offenen Flächen an, in der Rehe und Hasen gut leben können. Hier herrscht Artenvielfalt bei Pflanzen und Tieren. Und das ist ein Paradies auch für Jäger“, preist er die Naturnähe von Kup an, die selbstverständlich ohne Dünger und Pestizide bewirtschaftet werden müßten. [...]

Heinz Wraneschitz

Der komplette Artikel ist in der Ausgabe 1 / 2014 energie aus pflanzen erschienen.




Wer immer gut informiert sein will, muß die Zeitschrift energie aus pflanzen lesen.
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