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energie pflanzen
DAS FACHMAGAZIN FÜR BIOENERGIE UND -ÖKONOMIE Mittwoch, 22.11.2017

Die Stadtwerke Wunsiedel setzen auf Bioenergie: Investiert wurde in ein Pelletswerk und einen Pelletsvergaser, der im Ortsteil Schönbrunn für umweltfreundliche Nahwärme sorgt. In Wunsiedel braut sich also einiges an Bioenergie zusammen. Die kleine „Große Kreisstadt“ im oberfränkischen Fichtelgebirge mit nicht mal 10.000 Einwohnern war bisher vor allem durch die Luisenburg-Festspiele überregional bekannt. Doch unter dem Logo „WUN Bioenergie“ entwickelt sich dort ein Standort innovativer Energiekonzepte, der seinesgleichen sucht.

Benachteiligtes Oberfranken? Kein Gedanke!
Stadtwerke Wunsiedel setzen auf Erneuerbare – innovative Technik in großem Stil

Eine ORC-Turbine des italienischen Herstellers Turboden erzeugt Strom. Arbeitsmedium ist dabei nicht Wasser, sondern Thermoöl aus einem Tank. Foto: Wraneschitz„Pellets als Nahwärmekonzept, statt lange Fernwärmeleitungen zu verlegen.“ In einem einzigen Satz faßt Sebastian Kleins vom Ingenieurbüro Eta Energieberatung GbR aus Pfaffenhofen an der Ilm zusammen, wofür Wun Bioenergie steht.
Im Zentrum dabei: Das Pelletswerk nebst Biomasseheizkraftwerk im Wunsiedler Ortsteil Holenbrunn. Das hat sogar eine eigene Adresse bekommen: „Am Energiepark 1“ heißt sie. Doch obwohl das Werk schon fast zwei Jahre steht: In manch einem Routenplaner ist die Anschrift bis jetzt nicht zu finden. Aber ob mit oder ohne Navi: Selbst Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer – oder besser wohl sein Fahrer – hat zum Energiepark ge- und das Projekt für gut befunden. Bei der offiziellen Eröffnung im März 2012 lobte es der CSU-Politiker heftig: „Ich muß schon sagen, Wunsiedel ist seiner Zeit voraus.“

Keine finanzielle Förderung

Vielleicht auch deshalb, weil Wun Bioenergie, anders als viele andere Investoren, das Projekt ganz ohne öffentliche Förderung stemmte: Etwa 15 Millionen Euro wurden in Holenbrunn in ein Heizkraftwerk und eine Pelletsproduktion investiert. Der Besuch des Ministerpräsidenten kann demnach auch als eine Art Wirtschaftsförderung ohne Geld für die kränkelnde Fichtelgebirgsregion bewertet werden.
Dennoch, trotz aller Investitionen in Zukunftsenergien hat man das Gefühl: In der Energie-Fachwelt verbreitet sich die Kunde von der innovativen Tochter der Stadtwerke Wunsiedel (SWW) nur sehr langsam. Ist das so wegen der unbekannten Adresse? Oder trägt das sprichwörtliche (ober-)fränkische Understatement daran die Schuld? Fakt ist: Der Pellets- und Heizwerk-Leiter Thomas Ködel ist sehr zurückhaltend; bevor er sich in den Vordergrund drängt, läßt er lieber den Eta-Planer Kleins reden. [...]

Heinz Wraneschitz

Der komplette Artikel ist in der Ausgabe 3 / 2013 energie aus pflanzen erschienen.


Pellets vergast – Häuser erwärmt
Holzvergaser aus der Oberpfalz im Container-Design

Konsequent: Holz nicht nur als Brennstoff im Gebäude, als Baustoff ist es auch nach außen sichtbar. Foto: WraneschitzMit einem Holzvergaser-Blockheizkraftwerk und einem Spitzenlastkessel, beides mit Pellets als Brennstoff, versorgen die Stadtwerke Wunsiedel seit kurzem einen Großteil des Ortsteils Schönbrunn mit Nahwärme.
„Unser HV V3.90 besticht durch ein ansprechendes Design, welches den mittlerweile sauberen und modernen Charakter unserer heutigen Holzvergasertechnologie unterstreicht“, verkündet der Oberpfälzer Hersteller Burkhardt GmbH ziemlich stolz und in PR-Manier. Doch nicht ganz ohne Grund. Denn ihr System sieht wirklich nicht mehr so aus, wie es einem beim Begriff „Holzvergaser“ in den Kopf kommt: dunkel, verrußt, ein wenig zusammengebastelt. Und immerhin 70 dieser Kompakt-Holzvergaser hat das Unternehmen inzwischen verkauft, vor allem nach Deutschland und Italien.
Das Heizkraftwerksgebäude im Wunsiedler Ortsteil Schönbrunn, in dem das Modell V3.90 steht, ist das genaue Gegenteil von düster. Außen mit hellem Holz verkleidet, und innen hell, modern, wie aus einem Guß. Und der Burkhardt-Holzvergaser paßt hier sehr gut hinein: Türkis, Silber und Beige herrschen vor. Wenn man bedenkt, daß die einst ausschließlich in der Gebäudetechnik tätige Firma erst im Jahr 2008 mit der Holzvergaser-Entwicklung angefangen und 2009 erste Prototypen installiert hat, ist das eine rasante Entwicklung zu einem professionellen Holzvergaser-Blockheizkraftwerk.

Hin zu mehr Pellets-Eigennutzung

Für die Stadtwerke Wunsiedel (SWW) ist das Heizkraftwerk Schönbrunn ebenfalls ein großer Schritt nach vorn. Es ist gewissermaßen der erste Schritt auf dem propagierten Weg, möglichst viele Ortsteile sowie um die Kreisstadt herum liegende Dörfer mit Biowärme aus der Region zu versorgen. Dadurch solle die Wertschöpfung vor Ort bleiben, statt Öl oder Gas importieren und dafür Geld exportieren zu müssen, heißt es. „Satellitenanlagen“ nennen die SWW dieses Konzept. Es baut auf der Versorgung mit Holzpellets aus der stadtwerkedominierten Produktion der Wun Bioenergie GmbH auf (siehe voheriger Bericht).

Heinz Wraneschitz

Der komplette Artikel ist in der Ausgabe 3 / 2013 energie aus pflanzen erschienen.




Wer immer gut informiert sein will, muß die Zeitschrift energie aus pflanzen lesen.
Kompetente Fachinformationen rund um nachwachsende Rohstoffe und erneuerbare Energien.

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