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energie pflanzen
DAS FACHMAGAZIN FÜR BIOENERGIE UND -ÖKONOMIE Montag, 20.11.2017

Winfried Vees ist Landwirt, Betreiber einer Biogasanlage sowie Biomethan- Tankstelle und hier auch sein eigener Kunde.Kleine Aufbereitungstechnik wurde an Biogasanlage nachgerüstet

Mit der Eröffnung der Biomethan-Tankstelle an seiner Biogasanlage wurde für Betreiber Winfried Vees ein langgehegter Traum wahr. Für die Verwirklichung mußte erst die Aufbereitungstechnik in der passenden Größe gefunden werden.

Ganz nah dran am Geschehen ist die Biogasanlage des Energiehof Weitenau: Nah dran an einer Landstraße, jeder Autofahrer kann das große Hinweisschild lesen „Green CNG Biogastankstelle“. Und jeder Fahrer eines Erdgas-Autos kann hier zu Biomethan aufbereitetes Biogas tanken und mit seiner EC-Karte bezahlen.
„Eine echte öffentliche Tankstelle war mir bei dem Gesamtkonzept wichtig“, erzählt Betreiber Winfried Vees auf seinem Energiehof in Eutingen, südwestlich von Tübingen. Es ist also nicht nötig, sich vorher mit einer speziellen Kundenkarte registrieren zu lassen. Nötig war stattdessen ein wettergeschützt verkleideter Tankautomat mit EC-Kartenleser. Sieht unspektakulär aus, die Technik ist lange bewährt und weltweit im Einsatz. Spektakulär war der Preis: Einen mittleren fünfstelligen Betrag mußte Winfried Vees dafür hinlegen. Da staunte auch die internationale Besuchergruppe, die Ende Oktober im Anschluß an den Kongreß „Progress in Biomethane Mobility“ die Anlage besichtigte.

Teurer Tankautomat

Eine ganz schlüssige Erklärung hat Vees für diesen Preis auch nicht: „Es gibt nicht sehr viele Anbieter, wir haben uns letztlich zwischen zwei entscheiden können.“ Mit der Wahl der Hectronic GmbH – einem internationalen Anbieter von Tankautomaten aus Bonndorf im Schwarzwald – ist er im Nachhinein nicht ganz zufrieden. Eine Bäckerei, die ihre Firmenwagen bei ihm tanken will, möchte Flottenkarten zum Bezahlen nutzen. Auf die entsprechende Anfrage wurde Vees eine Rückmeldung versprochen, auf die er auch Wochen später noch wartete.
Die offizielle Eröffnung der Tankstelle fand im September statt. Die zugehörige Biogasanlage gibt es schon viel länger:Vees arbeitete 20 Jahre lang als Berufsschullehrer für den praktischen Ausbildungsteil der landwirtschaftlichen Berufsschule Herrenberg und lernte auf dem Betrieb eines Schülers eine 50-Kilowatt-Anlage kennen. Technik und Konzept dieser Art der Energieerzeugung überzeugten ihn, und so nahm er im Jahr 2003 eine eigene 180-Kilowatt-Anlage in Betrieb. Auf seinem Aussiedlerhof hielt er damals 400 Mastschweine sowie 35 Milchkühe mit Nachzucht. 2006 gab er die Milchviehhaltung auf, seit 2011 hält er auch keine Schweine mehr. Im Jahr 2006 erhöhte Vees die elektrische Leistung auf 265 Kilowatt und im Jahr 2010 folgte ein weiteres Blockheizkraftwerk, so daß die elektrische Gesamtleistung bei knapp 450 Kilowatt
lag. Über die Aufbereitung seines Biogases auf Erdgasqualität und dessen Nutzung als Kraftstoff dachte Vees schon länger nach: „Das Problem war aber, eine Technik zu finden, die auch in diesem kleinen Maßstab wirtschaftlich darzustellen war.“ Vor rund drei Jahren wurde er auf die Technik der Ingenieurbüro Buse GmbH aufmerksam. Für ihre Anwendung einer Membrantechnik zur Biogasaufbereitung erhielt die Firma im Jahr 2012 den Biogas-Innovationspreis (energie aus pflanzen 3/2012). Die Aufbereitungsanlage auf der Anlage Vees ist für Buse die erste kommerziell betriebene.
Derzeit können mit der Technik, die kompakt in einem Container untergebracht ist, sechs Kubikmeter Biomethan pro Stunde erzeugt werden. In einem einfachen Gassack mit 60 Kubikmeter Fassungsvermögen wird es zwischengespeichert, bevor ein Kompressor den Kraftstoff auf 270 Bar verdichtet. Dieser Druck – mit einem gewissen Schwankungsbereich – ist nötig, damit das Tanken kaum länger als an jeder anderen Tanksäule dauert. Als Hochdruckspeicher stehen 18 Gasflaschen zur Verfügung, die insgesamt 900 Liter fassen. Bei 270 Bar entspricht das rund 180 Kilogramm Biomethan.

Johanna Waid

Der komplette Artikel ist in der Ausgabe 6 / 2015 energie aus pflanzen erschienen.




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