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DAS FACHMAGAZIN FÜR BIOENERGIE UND -ÖKONOMIE Montag, 20.11.2017

Die Stadtwerke München betreiben acht Gastankstellen – an allen ist reines Biomethan erhältlich.Stadtwerke und Verbio bringen Biomethan auf die Straße

Der Biokraftstoffhersteller Verbio liefert Biomethan als Kraftstoff so günstig, daß für den Verbraucher keine Mehrkosten entstehen. Die Krux ist, daß die Kunden im Geschäftsmodell „Verbiogas“ die Biokraftstoff-Quote an Verbio rückübertragen.


Der Omnibus-Betriebshof der Stadtwerke Augsburg (SWA) ist ein stattliches Anwesen und vor allem ein multifunktionales: Neben der Werkstatt, den Tankstellen und zwei Abstellhallen für die Busse sind hier auch die zentrale Verkehrsleitstelle und Sozialräume für den Fahrdienst untergebracht. Ernst Schäfer ist Werkstattleiter und in dieser Funktion verantwortlich für eine deutschlandweite Besonderheit: Die SWA sind der einzige großstädtische Verkehrsbetrieb, der ausschließlich gasbetriebene Busse einsetzt. Für den Laien ist das an dem „Rucksack“ auf dem Dach der Busse zu erkennen, in dem die Gasflaschen untergebracht sind. Gleichartige, aber noch viel größere Flaschentanks können an den CNG-Zapfsäulen auf dem Betriebshof bestaunt werden. CNG steht für Compressed Natural Gas, komprimiertes Erdgas. Die größere der zwei Speicheranlagen erwarben die Augsburger von einem vormaligen Wasserstoff-Versuch am Münchner Flughafen.

Schnell volltanken

Neben den großen Flaschentanks gehören zu den beiden Tankanlagen noch die leistungsfähigen Kompressoren, die den Druck im Speicher nie unter 200 Bar abfallen lassen. „Die Tankzeit nach einem Tagesumlauf beträgt circa fünf bis sieben Minuten“, erläutert Schäfer. Diese kurze Zeit sei absolut nötig, damit es an den Zapfsäulen nicht zu Staus kommt. Schließlich müßten alle der aktuell 93 Busse im Normalfall einmal täglich betankt werden. Eine Tankfüllung reiche dann für das Tagespensum von rund 400 Kilometer im Stadtverkehr.
Die Stadtbusflotte besteht komplett aus MAN-Bussen. Der in der Stadt ansässige Nutzfahrzeughersteller hat dadurch mit den Stadtwerken sozusagen einen Entwicklungspartner vor Ort. Schon im Jahr 1995 schafften die SWA nämlich die ersten acht Busse mit Erdgasantrieb an. Gefördert durch ein Bundesprogramm, stiegen die Augsburger damals in die Erdgasmobilität ein. „Die Motoren unserer ersten Gasbusserie haben ohne Schäden eine Laufleistung von 700.000 bis 800.000 Kilometern erreicht“, berichtet Schäfer. Die gasspezifischen Probleme und Kinderkrankheiten hätten im Lauf der Jahre mehr und mehr ausgemerzt werden können.
Auf der anderen Seite hat der Gasbetrieb klare Umwelt- und Kostenvorteile: Die reinen Kraftstoffkosten lassen sich gegenüber Diesel um rund ein Drittel senken. Reduzierte Stickoxidemissionen und ein Feinstaubausstoß, der bei Erdgasfahrzeugen gegen Null tendiert, sorgen für gute Stadtluft. Um auch im Klimaschutz voranzugehen, haben die Augsburger die Gasmobilität Ende 2011 von Erd- auf Biogas umgestellt: Seitdem kaufen sie vom Biokraftstoffhersteller Verbio Biomethan.
Verbio erzeugt an zwei Standorten in Ostdeutschland Bioethanol. Die Schlempe aus der Ethanolproduktion wird jeweils in einer Biogasanlage vergoren, das Biogas zu Biomethan aufbereitet und ins Erdgasnetz eingespeist. „Bilanzielles Biomethan“ nennt Schäfer die Verrechnung der Mengen, die in Augsburg „ausgespeist“ und getankt werden. Durch die Umstellung gehe der CO2-Ausstoß bis zu 90 Prozent zurück. Beim Jahresverbrauch der Augsburger Busflotte von 2,8 Millionen Kilogramm Biomethan liege die CO2-Einsparung gegenüber Dieselfahrzeugen bei 6.700 Tonnen. Zuerst hatten die Stadtwerke Biomethan zu 30 Prozent beigemischt. Schnell folgte dann die 100-Prozent-Lösung.

Christian Dany

Der komplette Artikel ist in der Ausgabe 3 / 2015 energie aus pflanzen erschienen.




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