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energie pflanzen
DAS FACHMAGAZIN FÜR BIOENERGIE UND -ÖKONOMIE Montag, 20.11.2017

Laminat-Fußboden mit (links) und ohne (rechts) Gärrest-Anteil. / Foto: Roland EsselVom Gärrest zum Holzwerkstoff

Die technische Machbarkeit der stofflichen Nutzung von faserhaltigen Reststoffen aus der Biogaserzeugung in der Produktion von Span- und Faserplatten sowie von Laminat-Fußboden wurde jetzt im Rahmen eines Projektes nachgewiesen.

Biogasanlagen können ab sofort wieder private und kommunale Pflanzabfälle entsorgen

Gute Nachrichten für Deutschlands Hobbygärtner und Kommunen teilte der Fachverband Biogas Ende September mit: Biogasanlagen können ab sofort wieder wie gewohnt Pflanzenabfälle aus Gärten, kommunalen Parkanlagen, Sportplätzen und der Landschaftspflege verwerten und daraus Ökostrom produzieren. Diese Praxis war seit August 2014 durch eine klärungsbedürftige Rechtslage im novellierten Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG 2014) unterbunden worden.

Bequemer Gärrest: Nach der Separation läßt sich der feste Teil als Einstreu verwenden.Kurze Bauzeit, kurze Verweilzeit: 75-Kilowatt-Anlage „Microferm“

Schon im Jahr 2010 ging die erste Microferm-Anlage im Heimatland des niederländischen Herstellers Host in Betrieb. Die erste Anlage in Deutschland läuft seit dem Frühjahr 2013.

Die Kühe im Stall von Jan Franke fühlen sich an diesem warmen Sommertag sichtlich wohl: Sie stehen im Schatten, trotzdem ist es hell und luftig in dem halboffenen Stall. Die Tiere können stehen und fressen oder sich in der Mitte des Stalls hinlegen; die Unterlage dort sieht nicht aus wie klassische Strohoder Späneeinstreu, sondern dunkelbraun und krümmelig. „Das ist separierter Gärrest aus meiner Anlage“, erklärt Franke. Eigentlich sucht er nach einer anderen Absatzmöglichkeit, aber bis dahin ist diese Variante auch eine gute Lösung.

Die Gülle-Kleinbiogasanlage der Familie Klaus besteht aus Fermenter, Lager, Gasspeicher, Bhkw- und Technikcontainer.Reine Gülle-Biogasanlage in Wurthfleth an der Unterweser paßt optimal

Nur Gülle lohne sich nicht, bekam der Landwirt Michael Klaus stets zu hören – bis zum EEG 2012. Seit Mitte 2013 läuft seine reine Gülleanlage von Novatech. Mit einem Tag der offenen Tür präsentierte die Familie sie nun dem Dorf und Interessierten.

Das Güllelager hätten sie sowieso errichten müssen, erklärt Michael Klaus. „Wir wären doch dumm gewesen, wenn wir dann nicht auch gleich die Biogasanlage gebaut hätten!“ Der Landwirt aus Wurthfleth an der Unterweser hält fast 500 Rinder, davon 220 Milchkühe, bewirtschaftet 55 Hektar Acker und 100 Hektar Grünland.

Das frisch gehäckselte Gras kann direkt siliert werden. Die beste Erntezeit ist, wenn es Ähren schiebt.Für schwierige Standorte geeignet

Mehrjährig, robust und guter Ertrag – diese Anforderungen stellen Biogasanlagenbetreiber an die alternative Energiepflanze. Per Zufall stieß die screw press GmbH auf das Weizengras, das diese seit dem Jahr 2010 vertreibt.

Johann Ortner hatte immer wieder das Problem der Bodenerosion an einigen hängigen Flächen seines Betriebes. Einjährige Kulturen wie Getreide und Mais kann er hier eigentlich nicht anbauen, Grünland wollte er ebenfalls nicht daraus machen, obwohl er Grasschnitt durchaus in seiner 250-Kilowatt-Biogasanlage in Malching am Inn verwendet. Es war mehr ein Zufall, daß er vom Hirschgras erfuhr. Als mehrjährige Pflanze konnte sie die Lösung für sein Erosionsproblem sein, zumal sie auch ein umfangreiches und tiefgründiges Wurzelsystem bildet. Im Jahr 2010 begann Ortner mit dem Anbau auf insgesamt elf Hektar.


Die Boom-Jahre für den Bau von Biogasanlagen sind vorbei, aber Verschleiß und Verbesserungsbedarf bei den inzwischen etwa 8.000 Bestandsanlagen gibt es dennoch reichlich. Nicht nur Komponentenhersteller sind deshalb innovativ, auch die Generalunternehmer stellten schon immer einzelne Komponeten im eigenen Haus her, an denen ebenfalls weiterentwickelt wird.




Wer immer gut informiert sein will, muß die Zeitschrift energie aus pflanzen lesen.
Kompetente Fachinformationen rund um nachwachsende Rohstoffe und erneuerbare Energien.

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