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DAS FACHMAGAZIN FÜR BIOENERGIE UND -ÖKONOMIE Freitag, 24.11.2017

Das Biogas aus solchen Kleinstanlagen soll Brennholz und Holzkohle an den Herdstellen von Fincas ersetzen.Biogas-Know-How deutscher Firmen für häusliche Anlagen in Kolumbien

Mangelnde Koch- und Beleuchtungsmöglichkeiten in Entwicklungs- und Schwellenländern veranlaßten das gemeinnützige Institut DBI-GTI zur Entwicklung einer Kleinstbiogasanlage aus Recyclingmaterial. Die deutsche Fördergesellschaft für Erneuerbare Energien vermittelte Anlagenkonzept und Wissen nach Kolumbien.



In ländlichen Regionen Kolumbiens – wie in vielen Entwicklungs- und Schwellenländern – fehlt Haushalten oft ein Zugang zum Erdgasnetz. Flüssiggas ist in der Regel zu teuer. Deshalb werden Mahlzeiten meist auf einfachen Herdkonstruktionen zubereitet, in denen überwiegend Holz oder Holzkohle verbrannt wird – auch in geschlossenen Räumen. Der dabei entstehende Rauch führt zu Atemwegserkrankungen bei den hier arbeitenden und lebenden Menschen, insbesondere Kindern. Diese schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen, das unkontrollierte Abholzen von Wäldern zur Brennstoffgewinnung und die Belastung von vor allem Frauen und Kindern bei der Beschaffung von Brennholz veranlaßten die zuständige kolumbianische Umweltbehörde „CAR Corporación Autónoma Regional“ des Departments Cundinamarca, eine Alternative für den Brennstoff Holz zu suchen.

Eine solche sah die Behörde im Kochen mit Biogas aus eigener, lokaler Produktion. Die CAR wandte sich deshalb an die nationale Erdgas-Vereinigung „naturgas“ als zuständigen Ansprechpartner in dem südamerikanischen Land. Naturgas wiederum pflegt seit vielen Jahren Kontakte zur Fördergesellschaft Erneuerbare Energien e.V. (FEE) in Berlin und nahm deshalb mit ihr Gespräche auf. Das war vor drei Jahren. Im März 2016 wurde ein konkretes Projekt vereinbart. Die FEE konnte dabei auf eine Entwicklung des DBI – Gastechnologisches Institut gGmbH (DBI-GTI) in Freiberg zurückgreifen. Das Institut ist Mitglied der FEE und entwickelte eine kostengünstige und betriebssichere Kleinstbiogasanlage für ländliche Haushalte in Entwicklungs- und Schwellenländern zwecks nichtkommerziellem Technologietransfer. Das DBI-GTI ist eine gemeinnützige GmbH, die im Energiebereich forscht, gastechnische Geräte und Anlagen prüft und Weiterbildungen im Energiesektor anbietet. Anlaß der eigenständigen Entwicklung einer Kleinstbiogasanlage waren die oft mangelhaften, gesundheitsschädlichen Koch- und Beleuchtungsmöglichkeiten in ländlichen Gebieten dieser Länder.

Nachdem das neue Konzept der Kleinstbiogasanlage bereits erfolgreich in Mittelamerika und Afrika eingeführt wurde, sollte es nun erstmals in Kolumbien in die Praxis gehen. Dazu wählte die Umweltbehörde CAR das Ökomodelldorf Jerusalén im Einverständnis mit dessen Gemeindeverwaltung aus. Die CAR und „naturgas“ gewannen das Erdgas- und Ingenieurunternehmen Alcanos de Colombia S.A.E.S.P., um auf einer Finca des Ortes eine Pilotanlage aufzubauen. Die FEE vermittelte zudem personelle Hilfe und Unterstützung aus Deutschland.

Anlage anpassen und Einheimische schulen

Eine Einweisung in den Aufbau und Betrieb der Anlage fand noch in Deutschland durch das DBI-GTI statt. Vor Ort wurden beim Aufbau und der Inbetriebnahme der Pilotanlage in Jerusalén gleichzeitig die Installateure des kolumbianischen Unternehmens sowie der Umweltbehörde geschult. Außerdem waren noch etliche Anpassungen nötig, bei denen sowohl der DBI-GTI-Mitarbeiter Ronny Erler als auch der FEE-Betreuer Eberhard Oettel von Deutschland aus unterstützten. So stellte sich beispielsweise schnell heraus, daß die in Kolumbien erhältlichen Folien für den Gassack zu empfindlich sind, um den Krallen von Hühnern und pikkenden Schnäbeln auch anderer Vögel zu widerstehen. [...]

Freddy Burghardt

Der komplette Artikel ist in der Ausgabe 5 / 2017 energie AUS PFLANZEN erschienen.


www.fee-ev.de
www.dbi-gti.de




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Kompetente Fachinformationen rund um nachwachsende Rohstoffe und erneuerbare Energien.

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