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DAS FACHMAGAZIN FÜR BIOENERGIE UND -ÖKONOMIE Samstag, 19.08.2017

Bisher verstromten drei Zündstrahlmotoren mit 250 oder 265 Kilowatt elektrischer Leistung das Biogas kontinuierlich.Heiko Lehn vervierfachte die installierte Leistung seiner Biogasanlage

Damit seine Biogasanlage wirklich flexibel wird, investierte Heiko Lehn in einen neuen Zwei-Megawatt-Motor. Die dafür nötige zusätzliche Halle entstand auf dem vorhandenen Gelände, für das neue Gärrestlager mit großem Gasspeicher ist eine Änderung des Sondergebietes nötig.


Nach 20 Jahren Schluß machen, diese Aussicht gefiel Heiko Lehn aus Tiddische im niedersächsischen Landkreis Gifhorn gar nicht. Jetzt glänzt ein fast nagelneuer Zwei-Megawatt-Motor in einer fast noch sauberen neuen Halle. Die Türen eines Schaltschrankes stehen offen, ein Stück weiter prüft ein Handwerker Leitungen. Der Motor ist aus – noch, denn es ist früher Nachmittag. Abends und morgens ist der Aufenthalt hier nur mit Gehörschutz möglich. „Ich hätte auch ein 200-Kilowatt-Bhkw dazustellen können“, erklärt der Betreiber der HL Gas GmbH & Co. KG. Dann hätten die alte Gasaufbereitung, der vorhandene Trafo und der Gasspeicher ausgereicht. „Damit wäre ich auch noch unter einem Megawatt installierter Leistung geblieben. Und es wäre das geringste Risiko gewesen“, so der Landwirt. Dennoch hätte er dafür einen Bauantrag stellen müssen. Damit wäre automatisch verbunden gewesen, die Anlage auf den aktuellen Stand der Technik zu bringen: Anpassung auf die Mittelspannungs-Richtlinie, Umwallung der Anlage, Anschaffung einer automatischen Gasfackel und mehr. „Diese Investitionen wären kaum wieder herauszubekommen gewesen“, rechnet Lehn vor, „zudem hätte das nur wenig Effekt für die Flexibilisierung gehabt und wäre kein Vorteil für den Weiterbetrieb in zehn Jahren nach dem Auslaufen der EEG-Vergütung gewesen“. Auch die positive Regelleistung wäre zu niedrig ausgefallen. „Das hätte mir nichts gebracht!“

Volle zehn Jahre Flexprämie

Also zäumte Lehn das Pferd von hinten auf und rechnete selbst, ließ aber auch durch die CUBE Engineering GmbH kalkulieren, wieviel Motorleistung er benötigt, um die am besten bezahlten Stunden des Tages abfahren zu können. So kam er auf knapp zwei Megawatt Leistung. Die drei alten 265- und 250-Kilowatt-Zündstrahlmotoren, aus denen sich seine derzeitige Bemessungsleistung von 741 Kilowatt ergibt, werden voraussichtlich zusammen nur noch etwa 100.000 Betriebsstunden in den kommenden zehn Jahren Restlaufzeit arbeiten müssen. Der neue, große MTU-Motor ging im Dezember 2016 in Betrieb und damit gerade noch rechtzeitig, um die vollen zehn Jahre Flexprämie aus dem EEG nutzen zu können. Mit der Prämie finanziert er die Investitionen. Zusätzliche Erlöse durch den bedarfsgerechten Betrieb erwartet Lehn zwar, aber „das ist nicht berechenbar, sondern ein zusätzlicher Bonbon“. Eigentlich wollte der Betreiber schon im Sommer fertig sein. Doch aufgrund des allgemeinen Booms in der Baubranche mußte er eine Weile auf den Bauunternehmer warten, der die neue Halle für den Zwei-Megawatt-Motor und einen zusätzlichen Gasspeicher mit 1.400 Kubikmeter Volumen bauen sollte. Eine „Container-Lösung“ war ihm zu eng.

Viel wichtiger Kleinkram

Nur neuer Motor und Gasspeichererweiterung reichen für den flexiblen Betrieb aber nicht aus. Dazu kam ein weiterer Trafo, der mit 2.500 Kilovoltampere doppelt so groß wie der alte, weiterhin genutzte ist. Der neue drucklose Wärmespeicher mit 500 Kubikmeter Volumen neben der neuen Halle hält soviel Wärme vor, daß die Trocknung am Hof des Landwirtes 32 Stunden lang versorgt werden kann – auch wenn der Motor nicht läuft. 18 Stunden zuzüglich 25 Prozent Reserve war Lehns Ausgangswert. [...]

Dorothee Meier

Der komplette Artikel ist in der Ausgabe 2 / 2017 energie AUS PFLANZEN erschienen.




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