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DAS FACHMAGAZIN FÜR BIOENERGIE UND -ÖKONOMIE Freitag, 24.11.2017

Vier Zeburinder und 20 Schweine liefern mit ihrem Mist das Substrat für den einfachen Gärbehälter mit rund zehn Kubikmeter Volumen.Vietnam nutzt Potential für mittlere und große Biogasanlagen noch nicht

In ländlichen Regionen Vietnams sind Haus-Biogasanlagen schon seit langem weit verbreitet. Ein geplanter Einspeisetarif für Biogas-Strom könnte die Technik auch für größere landwirtschaftliche oder lebensmittelverarbeitende Betriebe attraktiv machen.


Le Thi Thanh Thuy steht zwischen Töpfen, Woks und Pfannen auf dem Kachelboden ihrer Küche und zeigt auf den Druckmesser ihrer kleinen Biogasanlage. Die Einfachheit der Technik ist faszinierend: ein Holzbrett, ein mit Wasser gefüllter durchsichtiger Plastikschlauch und ein paar Markierungen. „Wenn der Druck in der Anlage zu hoch ist, muß ich kochen.“ Falls sie das Biogas nicht verbraucht, entweicht es über eine Vorrichtung für den Überdruck aus dem Fermenter. „Aber das kommt fast nie vor, weil wir immer alles benötigen“, so die Farmerin aus dem Dorf Khanh An in der Provinz An Giang im Mekongdelta weiter. Jeden Tag kocht Thi Thanh Thuy in der Küche, in der auch die Betten der drei Kinder stehen, drei Mahlzeiten für die Familie. Oft versorgt sie noch die Kinder ihrer Schwester. Sorgen, daß das Biogas ausgeht, braucht sie nicht zu haben.
Hinter dem Haus der Familie hinterlassen vier Zeburinder und zwanzig Schweine täglichetwa 75 Kilogramm Gülle, ausreichend für den Betrieb einer einfachen Biogasanlage mit einem knapp zehn Kubikmeter fassenden Gärbehälter. Dieser ist aus Ziegelsteinen in den Boden gemauert und grau verputzt. Hierein fließt die Gülle über ein Rohr, das direkt aus dem Stall kommt. Von diesem Gärbehälter führt eine Gasleitung in die Küche.
Gas kauft die Familie nun seit drei Jahren nicht mehr. So spart sie umgerechnet 150 Euro pro Jahr. Stattdessen zahlt sie jährlich 40 Euro des Kredits zurück, den sie für die vierhundert Euro teure Anlage aufgenommen hat. Ein Drittel hat sie schon getilgt. Um die Wartung der Anlage kümmert sich der Mann von Le Thi Thanh Thuy. Doch im Augenblick ist er unterwegs, um Eisblöcke an Läden, Haushalte und Restaurants zu verkaufen, die er vorher in einer Fabrik kaufte. „Das ist ein wichtiges Einkommen für uns neben der Tierhaltung“, erklärt Le Thi Thanh Thuy. Die Einsparung von rund einhundert Euro pro Jahr durch die kleine Biogasanlage ist für die Familie also von Bedeutung.

Regierung fördert Mini-Biogas

„Selbst Kleinstbauern mit zwei Kühen oder sechs Schweinen verfügen über genug Mist, um eine Biogasanlage zur Deckung des eigenen Energiebedarfs zu betreiben“, sagt Pham Thi Hoa, Präsidentin der An Giang Bioenergy and Sustainability Association (ABSA). Sie empfängt die Besucher aus Deutschland im Konferenzraum des Landwirtschaftsministeriums der Delta-Provinz Ang Gian, gemeinsam mit der Generalsekretärin von ABSA, Nguyen Minh Trang. In einer Glasvitrine stehen Büsten von Karl Marx und Lenin neben einem Foto von Ho Chi Minh und Fußballpokalen. Die Biogas-Hausanlagen werden als Teil eines Regierungsprogramms gebaut, das maßgeblich von der niederländischen Entwicklungshilfeorganisation SNV unterstützt wird. Mithilfe von Zuschüssen und zinsgünstigen Kleinkrediten können Farmer Hausanlagen zwischen sechs und knapp zehn Kubikmeter Größe kaufen. Durch das Programm konnten bislang 145.000 Anlagen in über 40 Provinzen installiert werden. Je Anlage können pro Jahr über sechs Tonnen Kohlendioxid eingespart werden. Aus den Wäldern wird weniger Feuerholz benötigt, die Belastung der Umwelt durch Rohgülle sinkt und der Verbrauch an Kunstdünger verringert sich, denn den Gärrest nutzen die Farmer zur Düngung ihrer Felder und Gärten.
ABSA installierte 1.350 solcher Kleinanlagen allein in der Provinz Ang Gian. Dafür beschäftigt die Organisation 35 Handwerker. Im Rahmen des Programms wurden ausschließlich kugelförmige Fermenter aus Ziegelsteinen gebaut. Es gibt aber auch ganz andere Konstruktionen. [...]

Klaus Sieg

Der komplette Artikel ist in der Ausgabe 5 / 2015 energie aus pflanzen erschienen.




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