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DAS FACHMAGAZIN FÜR BIOENERGIE UND -ÖKONOMIE Freitag, 24.11.2017

Der Preßkuchen ist für die Kompostierung feucht genug, wenn er einen zusammenhaltenden Klumpen bildet und die Handschuhflächen feucht sind.Neues Verfahren vergärt nur einen Teilstrom des Bioabfalls

Für Adolf Kreimer von der Entsorgungs-Gesellschaft Westmünsterland steht die Qualität seines Kompostes an erster Stelle. Die dazu passende Vergärung fand er nicht auf dem Markt, sondern entwickelte sie gemeinsam mit einem Anlagenbauer und Forschern.


Ein Radlader schiebt feinkrümeligen, sauberen und trockenen Kompost in einem der Lager unter dem Hallendach der Kompostierung bei Gescher zusammen. Es staubt. „Wir sieben auf etwa einen Zentimeter ab“, erklärt Adolf Kreimer, Betriebsleiter der Kompostierung der Entsorgungs-Gesellschaft Westmünsterland. „Wir haben hier einige Erdenwerke als Abnehmer“, begründet er den hohen Stellenwert der Kompostqualität. Doch gab es schon immer ein Problem dabei: „das Wasserdefizit“, so Kreimer. Es entsteht durch die hohen Temperaturen in der Rotte, wenn relativ viel gut abbaubare organische Substanz im Bioabfall ist. Dann verdunstet eigentlich zu viel Wasser aus dem Material.
Der Bioabfall sollte vor der Kompostierung also von dieser leicht abbaubaren Organik „entlastet“ werden. „Die inzwischen üblichen Trockenvergärungen haben aber einen Nachteil“, merkt Kreimer an, „der Gärrest ist zur Kompostierung nicht gut geeignet, weil er zu feucht ist und das enthaltene Wasser mit hohem Aufwand entfernt werden muß“. Der Aufwand für die Gärrestaufbereitung sei zu hoch. Schon vor über zehn Jahren begann er deshalb, nach Alternativen zu suchen, und holte sich dazu auch Anlagenbauer und Forscher ins Boot, mit denen im Jahr 2009 das erste Projekt zur Grundlagenermittlung startete; das ebenfalls vom Bundeswirtschaftsministerium geförderte Anschlußprojekt wurde erst vor wenigen Wochen abgeschlossen.

So entstand die Idee, den Bioabfall gleich nach der Annahme in zwei Teilströme zu lenken: Der eine sollte überwiegend die leicht abbaubare Organik enthalten, der andere vor allem die ohnehin nicht im Biogasprozeß vergärbaren ligninartigen und ähnlichen Bestandteile. Da die leicht abbaubare Fraktion in der Regel recht wasserlöslich sowie kleinkörnig ist, lag es nahe, den Bioabfall zu pressen und nur die Flüssigfraktion in die Vergärung zu schicken. Praktisch war das dann aber doch nicht so einfach, wie es sich anhört.

Schwierige Pressen-Suche

Zwecks Pressen testete Kreimer im Jahr 2009 diverse Geräte. Die Mehrzahl lieferte nicht die gewünschten Ergebnisse: Entweder war der Preßvorgang nicht schonend genug oder der Energieverbrauch und der Verschleiß aufgrund hoher Drücke zu groß – oder beides. Zum Zuge kam schließlich das Schneckenpressen-Modell „AKUPRESS“ des Herstellers Bellmer-Kufferath, der sich unter anderem auf die Entwässerung von Faserstoffen, Schlämmen und Grobstoffen spezialisierte.
Installiert ist die Presse noch in der Annahmehalle für den Bioabfall. In der Halle riecht es etwas säuerlich, nach Müll eben. Das Licht ist schummrig, das Material auf den Förderbändern dunkel. Eines führt vom Annahmebunker zum Schredder, der Tüten und Großes anreißt, aber nicht zerkleinert; dann wird auf 80 Millimeter Größe abgesiebt und Metall aussortiert.
In der Presse wird der Bioabfall als erstes mit Rezirkulat aus der Biogasanlage angemaischt und erst dann auf die Preßschnecke gegeben. Dunkelbraune Spritzer kleben an der Abdeckung – „es ist jetzt Urlaubszeit“, entschuldigt sich Kreimer, „sonst wird das schon regelmäßig saubergemacht“.
Die Presse ist auf einem Podest aufgebaut. Unten fällt der Preßkuchen heraus und wird auf einem Band zur Rottehalle abtransportiert. Kreimer nimmt etwas Material herunter, nachdem er sich Handschuhe angezogen
hat. Er preßt es zusammen und öffnet die Hand wieder. „Der ist gut“, sagt er, denn der Klumpen hält zusammen und die Handschuhflächen sind noch feucht. „Inzwischen haben wir gut raus, wie die Presse eingestellt sein muß“, berichtet Kreimer, zumal die Zusammensetzung des Bioabfalls je nach Jahreszeit schwankt. [...]


Dorothee Meier

Der komplette Artikel ist in der Ausgabe 4 / 2015 energie aus pflanzen erschienen.




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