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DAS FACHMAGAZIN FÜR BIOENERGIE UND -ÖKONOMIE Montag, 20.11.2017

Ende September wurde noch fleißig gebaut, die Inbetriebnahme ist planmäßig noch in diesem Jahr vorgesehen. / Foto: WraneschitzNeues Verfahren zur Bioabfallvergärung in Energiekonzept Rehau eingebunden

Das Bioenergiezentrum Hochfranken: In Rehau im Landkreis Hof/Saale braut sich etwas Einmaliges im Bereich Biogas aus Industrie und Siedlungsabfällen zusammen.

Unmögliches wird sofort erledigt, Wunder dauern etwas länger: Das altbekannte Sprichwort trifft wohl auf die „Wastergy-Bioabfallvergärung“ im „Bioenergiezentrum Hochfranken“ in Rehau zu. Denn die Idee gärt schon einige Jahre vor sich hin. Doch Eric Priller, Geschäftsführer der Energy Solutions GmbH (ES) aus dem sächsischen Plauen, bestätigt Anfang Dezember, daß die Inbetriebnahme noch 2014 stattfindet.


Das Projekt hat zwei Seiten: Einerseits die Entsorgung des Inhalts der Biotonnen vom Abfallzweckverband Stadt und Landkreis Hof sowie des Kommunalunternehmens Umweltschutz Fichtelgebirge „KUFi“. Biomüll und Grünabfall werden künftig „zu Biogas und hochwertigem Kompost umgewandelt“, heißt es von ES. Weil das mit dem neuartigen „Wastergy“-Verfahren passiere, käme aus den Fermentern am Ende nur Sekundärrohstoff heraus. Die andere, mindestens genauso wichtige Seite des Projekts ist die Produktion von Biogas aus dem Biomüll und Grünabfall. Das Kunstwort „Wastergy“ steht für „Waste to Energy“, also Energie aus Müll. „Das mehrstufige Naß-Vergärungsverfahren mit patentierter Helixhydrolyse gestattet eine intensive Vergärung der abbaubaren Stoffe – und das komplett unabhängig von jahreszeitbedingten Temperaturschwankungen. Die Gasausbeute ist am Ende 25 bis 30 Prozent höher als bei bestehenden Verfahren“, versprechen die Entwickler um Priller. Vielleicht lag es auch an der Lösung dieser komplizierten Fragen und Sachverhalte, daß die Vorarbeiten immerhin etwa acht Jahre dauerten, mit vielen Höhen und Tiefen. Daß es erst im Mai 2014 zum Bauauftrag an ES kam, lag aber wohl auch am von der Firma offen zugegebenen „Abwinken  des ursprünglichen Finanzierungspartners“. Nun gibt es einen neuen. Doch die Komplexität der Entsorgungsverträge mit den kommunalen Gebietskörperschaften, also den Landkreisen und der Stadt Hof, soll ebenfalls eine große Rolle gespielt haben. Denn die Behörden müssen sicher sein, daß die Entsorgung über einen neuen Partner auch wirklich funktioniert, bevor sie wechseln und einen neuen Vertrag unterschreiben.

Womöglich hat am Ende die länger angekündigte und schließlich im August 2014 fest zugesagte Zwei-Millionen- Euro-Förderung dieser „hochwertigen Verwertung von Biomüll“ durch das Bundesumweltministerium (BMU) den letzten Vertrauensschub für den Entsorgungsvertrag geleistet. Den vorzeitigen Maßnahmenbeginn genehmigte Barbara Hendricks‘ BMU der Betreiberfirma RSB bereits vorher, weshalb die Betreibergesellschaft schon im Mai mit dem Bau begann.
Das BMU fördert das Projekt aus Mitteln des Umweltinnovationsprogramms. Insgesamt läßt sich die Betreiberfirma RSB Bioverwertung Hochfranken GmbH die Anlage fast zehn Millionen Euro kosten. Sprich: Der Innovationscharakter ist dem BMU eine 20prozentige Förderung wert. Die Vorstellung des Projekts beim Umweltbundesamt, bei der Förderbank KfW und im Ministerium „sind absolut professionell gelaufen“, lobt Planer Priller die Behörden.

RSB – drei lokale Größen

RSB: Die drei Buchstaben der Betreiberfirma stehen für Rehau AG, Südleder GmbH und Willi Böhme GmbH. Diese drei Gesellschafter sind zu je einem Drittel an der GmbH beteiligt. Die Partner kennen sich gut, sind sie doch alle in und um Rehau herum mit Ver- und Entsorgung beschäftigt.
Die Rehau AG, gegründet im Jahr 1948 in der gleichnamigen Kleinstadt mit 9.000 Einwohnern im Landkreis Hof/Saale, sieht sich als Top-Anbieter am Markt für Kunststoffprodukte. „Höchste Professionalität von der Materialentwicklung bis zur Ausführung sowie die Leidenschaft für das faszinierende unbegrenzte Nutzenpotential polymerer Werkstoffe sind für uns Grundvoraussetzung, um als führende Premiummarke weltweit erfolgreich zu sein.“ Bekannt sind Produkte wie Rohre oder Dämmstoffe. Doch „unsere Aktivitäten richten wir schon heute an den Zukunftsthemen Energieeffizienz, erneuerbare Energien, Wassermanagement, Mobilität und Future Living aus“, lautet die veröffentlichte Firmenphilosophie von Rehau. [...]

Heinz Wraneschitz

Der komplette Artikel ist in der Ausgabe 6 / 2014 energie aus pflanzen erschienen.




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