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DAS FACHMAGAZIN FÜR BIOENERGIE UND -ÖKONOMIE Freitag, 24.11.2017

Laminat-Fußboden mit (links) und ohne (rechts) Gärrest-Anteil. / Foto: Roland EsselVom Gärrest zum Holzwerkstoff

Die technische Machbarkeit der stofflichen Nutzung von faserhaltigen Reststoffen aus der Biogaserzeugung in der Produktion von Span- und Faserplatten sowie von Laminat-Fußboden wurde jetzt im Rahmen eines Projektes nachgewiesen.


Gerade die Betreiber von großen Biogasanlagen stehen zunehmend vor dem Problem, wie sie ihre Gärreste optimal in Wert setzen können. Gleichzeitig sucht die Holzwerkstoffindustrie händeringend nach alternativen Rohstoffen. Eine stoffliche Nutzung der Gärprodukte in der Holzwerkstoffindustrie ist eine neue Option, die für viele Anlagenbetreiber ökologisch und ökonomisch interessant sein könnte.
Bisher scheiterten alle Versuche, Gärreste für die stoffliche Nutzung in der Holzwerkstoffindustrie nutzbar zu machen. Grund dafür sind die anorganischen Stickstoffbestandteile, die bei der Verarbeitung als Ammoniak ausgasen und den typischen gülleähnlichen Geruch verströmen, der bei Käufern von Spanplatten und anderen Holzwerkstoffen gänzlich unerwünscht ist. Im Projekt „Stoffliche Nutzung lignocellulosehaltiger Gärprodukte für Holzwerkstoffe“ wurde deshalb ein Verfahren entwickelt, um die festen Bestandteile der Gärprodukte für die Produktion von Holzwerkstoffen nutzbar zu machen. Das Projekt wurde von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) von April 2012 bis Oktober 2014 gefördert.

Aufbereitung der Gärreste

Das Verfahren zur Aufbereitung der Gärprodukte wurde an einer bestehenden Biogasanlage der Benas Biogasanlagen GmbH in Ottersberg (Niedersachsen) realisiert. Die Anlage vergärt überwiegend nachwachsende Rohstoffe und rund 18 Prozent Hühnertrockenkot; mit einer installierten elektrischen Leistung von 5,24 Megawatt ist sie eine der größten Biogasanlagen in Deutschland. Nach Versuchsplanung, Auslegung des Versuchsaufbaus und Umbau der Biogasanlage wurden im Projekt mehr als zehn Tonnen Trockenmasse an Gärprodukten in drei unterschiedlichen Chargen produziert.
Bevor die festen Bestandteile der Gärprodukte in der Holzwerkstoffindustrie und anderen Branchen stofflich genutzt werden können, sind in aller Regel verschiedene Verfahren der Aufbereitung nötig. Die Separation in eine flüssige und eine feste Fraktion von Gärprodukten sowie die Trocknung und Pelletierung der festen Bestandteile sind Verfahren, die bereits am Markt etabliert sind und von Anlagenbetreibern genutzt werden. Die Ammoniak-Entfernung (Strippung) ist ein Verfahren, das bereits für die flüssige Fraktion von Gärprodukten angewendet wird. Ein Beispiel für die kommerzielle Umsetzung ist das patentierte Verfahren „ANAStrip“.

Die Reinigung der festen Gärrestphase von anorganischen Stickstoffbestandteilen und die Aufbereitung der Fasern für eine stoffliche Nutzung in der Holzwerkstoffindustrie ist dagegen sowohl für die Betreiber von Biogasanlagen als auch für die Agrarforschung und -technik absolutes Neuland. Im Projekt nahm diese Herausforderung die Gesellschaft für Nachhaltige Stoffnutzung mbH (GNS) aus Halle an und meisterte sie erfolgreich. Mit Hilfe eines modifizierten Strip-Verfahrens wurde der Ammonium-Stickstoff auch aus den festen Bestandteilen der Gärprodukte mit Bhkw-Abwärme im mäßigem Unterdruck ohne jede Verwendung von Laugen und Säuren entfernt. Zur Erzeugung von handelsfähigem Stickstoffdünger (Ammoniumsulfat-Lösung, Düngekalk) sowie der festen Bestandteile der Gärprodukte für die Holzwerkstoffindustrie wurde lediglich preiswerter „Rea-Gips“ als Inputstoff benötigt. Dieser entsteht bei der Rauchgasentschwefelung von beispielsweise großen Kraftwerken. [...]

www.nova-institute.eu

Roland Essel, Elke Breitmayer, Stephan Piotrowski, Michael Carus
Nova-Institut GmbH

Der komplette Artikel ist in der Ausgabe 5 / 2014 energie aus pflanzen erschienen.




Wer immer gut informiert sein will, muß die Zeitschrift energie aus pflanzen lesen.
Kompetente Fachinformationen rund um nachwachsende Rohstoffe und erneuerbare Energien.

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