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energie pflanzen
DAS FACHMAGAZIN FÜR BIOENERGIE UND -ÖKONOMIE Montag, 20.11.2017

Bequemer Gärrest: Nach der Separation läßt sich der feste Teil als Einstreu verwenden.Kurze Bauzeit, kurze Verweilzeit: 75-Kilowatt-Anlage „Microferm“

Schon im Jahr 2010 ging die erste Microferm-Anlage im Heimatland des niederländischen Herstellers Host in Betrieb. Die erste Anlage in Deutschland läuft seit dem Frühjahr 2013.

Die Kühe im Stall von Jan Franke fühlen sich an diesem warmen Sommertag sichtlich wohl: Sie stehen im Schatten, trotzdem ist es hell und luftig in dem halboffenen Stall. Die Tiere können stehen und fressen oder sich in der Mitte des Stalls hinlegen; die Unterlage dort sieht nicht aus wie klassische Strohoder Späneeinstreu, sondern dunkelbraun und krümmelig. „Das ist separierter Gärrest aus meiner Anlage“, erklärt Franke. Eigentlich sucht er nach einer anderen Absatzmöglichkeit, aber bis dahin ist diese Variante auch eine gute Lösung.

Jan Franke siedelte im Jahr 2003 von den Niederlanden nach Ochtrup über. Das liegt im nordwestlichen Zipfel von Nordrhein-Westfalen, unweit der niederländischen Grenze. Zwei Jahre später baute er einen neuen Kuhstall und erweiterte diesen im Jahr 2010. Als er mit der Planung für seine Biogasanlage begann, stellte er den Genehmigungsantrag noch für eine Bhkw-Leistung von 65 Kilowatt. Als aber die damals neuen Bedingungen für Gülleanlagen des EEG 2012 bekannt wurden, rechnete Franke noch mal nach, ob seine Substratmengen ausreichen würden, und erhöhte auf 75 Kilowatt.

Im Mai 2013 ging die Biogasanlage in Betrieb: keine reine Gülleanlage, aber Franke kauft weder Substrate zu, noch baut er extra Energiepflanzen an. Außer der Gülle seiner 200 Kühe vergärt er Reste der Gras und Maissilage, die sich nicht mehr zum Verfüttern eignen. Die Schieberentmistung seiner relativ neuen Ställe stellt sicher, daß jeden Tag frische Gülle in die Vorgrube kommt, was für eine bestmögliche Biogasausbeute unabdingbar ist. Bei den 200 Kühen von Franke kommen täglich rund 16 Kubikmeter Gülle zusammen. Die Vorgrube ist mit Rührwerken ausgestattet, die Pumpe für die Zufuhr in den Fermenter mit einem Schneidwerk, um mögliche Störstoffe zu zerkleinern. Größere Fremdkörper werden ausgesondert. Anfangs hatte man den Trockensubstanz-Gehalt der Gülle von elf Prozent unterschätzt. Aber nachdem Pumpen und Rohrleitungen an die Verhältnisse angepaßt wurden, läuft alles störungsfrei.

Schmal und hoch

Auffällig an der Bauweise der Microferm-Anlage des niederländischen Anlagenbauers Host Bio-Energie ist der verhältnismäßig kleine, schlanke Hochfermenter aus Polyester. Der Nachgärer ist gleichzeitig auch das gasdichte und beheizte Endlager mit einem Volumen von 2.400 Kubikmetern. Für extrem kalte Witterung ist der Fermenter mit einer Heizspirale in der Wand ausgerüstet. Die wird aber nur in Ausnahmefällen gebraucht werden, weil es im Winter in der Regel ausreicht, die Gülle vorgewärmt zu füttern. Möglich macht das die doppelwandige Ausführung des Fermenters, die mit einer Dämmung ausgekleidet ist. „Der geringe
Energiebedarf ist ein Pluspunkt unserer Microferm-Anlagen“, betont Sjaak Klein Gunnewiek, Verkaufsberater bei der Host Bio-Energie GmbH. [...]

Johanna Waid

Der komplette Artikel ist in der Ausgabe 4 / 2014 energie aus pflanzen erschienen.




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