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DAS FACHMAGAZIN FÜR BIOENERGIE UND -ÖKONOMIE Montag, 20.11.2017

Auf Pellworm startete in diesem Jahr der Aufbau eines Smart Grid als Versuchsprojekt. / Foto: JensenSmart Grids existieren in den Köpfen von Technikern, aber noch nicht in der Praxis

Wachsende Städte gibt es überall: Allerdings erschwert diese Urbanisierung eine umwelt- und klimafreundliche Energiewirtschaft auf Basis erneuerbarer und dezentraler Energien eher. Wie auch immer die intelligente Energieversorgung der Zukunft aussehen mag, sie wird nur branchenübergreifend – Stadtplanung, Architektur, Investoren und Bau, Handwerk und Energiewirtschaft – zu realisieren sein.


Alles ist denkbar, vieles ist möglich: Eine Wasserstoffautobahn rund um Hamburg, die den Windstrom aus Fehmarn, Nordfriesland und Dithmarschen zwischenspeichert. Solarthermische Kraftwerke, die auf Gewerbeflächen installiert sind, Photovoltaik-Anlagen, die zwischen Elbe und Alster in Häuserfassaden integriert oder klassisch auf Dächern montiert sind; außerdem elektromobiler Verkehr im Elbtunnel und auf allen anderen Straßen, überdies eine dezentrale Biogasgewinnung aus Abfällen und Abwässern, eine Algenproduktion auf Brücken und Hochhäusern, heizende Bunker (gibt es schon ...), Versorgung von Kreuzfahrtschiffen mit Landstrom und eine Schar von Kleinwindanlagen auf Stadtdächern. Aber nicht genug des klimaneutralen Szenarios: Jeder Haushalt hat einen Smart Meter, mit dem zum preisgünstigsten Zeitpunkt im Smart Grid des derzeitigen Netzbetreibers Vattenfall der grüne Strom für die Haustechnik geordert wird – das wäre eine schöne neue Energiewelt in der Europäischen Umwelthauptstadt des Jahres 2011.

Doch sieht die Wirklichkeit ganz anders aus. Kraß anders. Denn das vielbeschworene Smart Grid, das intelligente Stromund auch Wärmenetz der Zukunft, gibt es noch nicht. Allenfalls existiert es in den Köpfen weniger Techniker; so bildete Vattenfall hinter den Kulissen inzwischen ein kleines Team von Mitarbeitern, um auf dem Gebiet Hamburgs erste Schritte in diese Richtung zu unternehmen. „Früher folgte die Energieerzeugung dem Verbrauch“, bringt Barbara Meyer-Bukow, Sprecherin bei Vattenfall, das alte Kraftwerksdenken auf den Punkt. Dem Energieversorger ist dabei klar, daß er sich vom bisherigen lastorientierten System verabschieden muß, will er im Jahr 2050 den größten Teil des Energiebedarfs mit erneuerbaren Energien bestreiten. „Um die volatilen Energien managen zu können, müssen wir unser Netz verstärken“, weiß Meyer-Bukow. Die Herausforderung sei enorm groß. Daß der Systemwechsel trotzdem gelingen könne, daran läßt sie aber keinen Zweifel. Wie umfangreich jedoch der Ausbau der Netze auf dem Stadtgebiet tatsächlich sein wird, ist aus der Perspektive des Konzerns noch gar nicht abzuschätzen. Zumal in Fachkreisen derzeit eifrig darüber diskutiert werde, ob man wirklich so viel Zubau benötige, wie bisher angenommen wurde, wirft Meyer-Bukow kritisch ein.

Im Städtebau noch nicht angekommen

Vieles hänge davon ab, wie sich die Spitzenlasten in Abhängigkeit von Effizienzsteigerungen bei der Produktion entwickeln und wie der Energiebedarf im privaten Bereich durch energetische Optimierung gedrosselt wird. Auf jeden Fall beinhaltet das Netz der Zukunft neben einem etwaigen Ausbau viel mehr Meßtechnik als bisher, um einen besseren Einblick in die Energieströme zu erhalten und diese am Ende besser steuern zu können. Der Automatisierungsgrad wird steigen, die Kommunikationssoftware immer smarter. Soweit die Sicht des Hamburger Netzbetreibers.

Derweil wächst Hamburgs städtebaulicher Stolz, die Hafencity, immer weiter. Wo früher verwaistes Hafengelände brachlag, ist im rasanten Tempo ein neuer Stadtteil mit Gewerbegebäuden, Wohnungen, Plätzen, einer neuen U-Bahn, einer bald fertiggestellten Universität und dem Prestigeprojekt Elbphilharmonie entstanden. Aber daß noch vor zehn Jahren ein solcher, Modernität ausstrahlender Stadtteil mit einer Wärmeversorgung auf Basis eines Kohlekraftwerks geplant worden ist, erstaunt dann doch. Oder sagen wir, läßt tief blicken, welche Rolle den erneuerbaren Energien vor noch zehn Jahren im Herzen der Großstadt zugetraut wurde. Doch die Zeiten haben sich geändert – auch in Hamburg. Die östliche Hafencity, die städtebauliche Erweiterung gen Osten, wird wärmetechnisch einerseits mit Biomethan und andererseits mit einem 30 Megawatt großen Biomassekraftwerk versorgt werden, das auf dem Gelände der Blumenmarkthalle stehen soll. Zudem soll eine große Wärmepumpe in der Elbe versenkt werden. [...]

Dierk Jensen

Der komplette Artikel ist in der Ausgabe 6 / 2013 energie aus pflanzen erschienen.

www.smartregion-pellworm.de




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